Prähistorische Fundstelle in Yeoncheon

2013-05-15

Im Gebiet um Yeongcheon in der nördlichen südkoreanischen Provinz Gyeonggi sind massenweise Überreste aus der Altsteinzeit gefunden worden. Das Institut für koreanische Vorgeschichte berichtete am 24. April, dass wochenlange Ausgrabungen in Yeoncheon etwa 500 Steinguterzeugnisse zu Tage gefördert hätten.

Entdeckung paläolithischer Überreste

Die jüngste Entdeckung von Stücken der paläolitithischen Periode wurde entlang eines 520 Meter langen Teilstücks einer Straßenerweiterung in Tonghyeon-ri im Landkreis Yeoncheon gemach. Es handelte sich bei den Funden um Splitter und kleinste Osidianklingen sowie kleine Werkzeuge aus Tuffstein. Von den symmetrischen zweiseitigen Klingen schloss man, dass diese zur Auftrennung von toten Tieren und das Abziehen von Baumrinde benutzt wurden. Die Überreste wurden aus drei Erdschichten hervorgeholt, die genügend Informationen bieten, um die paläolithische Kultur diachronisch zu erklären, wie Vertreter des Landkreises erläuterten.

Überreste in Yeoncheon

Yeoncheon ist als Schatzkammer für Überreste aus der Steinzeit und des Goguryeo-Königreiches bekannt. Die weithin bekanntesten steinzeitlichen Funde in dem Gebiet wurden 1978 in Jeongok-ri gemacht. Im vergangenen Jahr veranstaltete der Landkreis ein Treffen des Unesco-Welterbezentrums, bei dem Experten aus aller Welt die steinzeitlichen Funde bewerteten. In den meisten Fällen bestimmt Unesco natürliche Monumente und Bauwerke als Welterbe. Doch diesmal würdigte die UN-Organisationen die archäologische Fundstelle in Yeoncheon für ihren Wert für die Entwicklung des Menschen. Gyeonggi finanziert auch das Paläolithische Festival von Yeoncheon Jeongok-ri, das in diesem Jahr zum 21. Mal stattfindet. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 950.000 Besucher, die unter anderem Überreste aus Spanien, Indien und China bestaunen konnten. An der Internationale Prähistorischen Billdungserbe-Expo als Teil des Festivals nehmen diesmal 13 ausländische und acht einheimische Museen teil.

Jeongok-ri

Die Fundstelle in Jeongok-ri ist von dem Fluß Hantan umgeben und liegt 40 bis 50 Meter über dem Meeresspiegel. Die Fundstelle gilt als historische Stätte Nummer 268. Seit 1978 wurden dort sechs weitere Augrabungen durchgeführt. Die Überreste wurden in einem weitläufigen Gebiet von rund einem Quadratkilomter gefunden. Man geht davon aus, dass es sich bisher nur um einen Bruchteil der Gegenstände handelt, die noch unter der Erde liegen. In den Gebieten um Jeongok-ri – Namgye-ri, Shindap-ri, Gungpyeong-ri und Yangwon-ri – wurden ebenfalls paläolithische Stücke entdeckt. Die Steingeräte liegen in einer Schicht über dem basalen Bett. Die obeste Schicht in Jeongok hat sich nach Schätzungen vor rund 280.000 Jahren gebildet, so dass sie Überreste von der frühen bis mittleren Steinzeit oder einem noch späteren Zeitabschnitt birgt. Einige Archälogen schätzen sogar, dass die gefundenen Werkzeuge älter als solche sein könnten, die von den Neanderthalern genutzt wurden. Kleine Fundstücke und Steinwerkzeuge wie beispielsweise Klingen, Sägezähne und Faustkeile seien aus archäologischer Sicht sehr bedeutsam. So hat der Fund eines Acheuléen-Faustkeil aus Jeongok-ri zur Änderung der Theorie geführt, dass diese Art des Steingeräts vormals nur in Europa existiert habe.

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