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2015-12-29

Koreas dynamische Entwicklung

Am 15. August 1945 erlangte Korea endlich die Unabhängigkeit. Japans 36-jährige Kolonialherrschaft über die koreanische Halbinsel kam zu einem Ende, als der japanische Kaiser vor den alliierten Streitkräften seine Kapitulation erklärte. In der Hoffnung auf ein autonomes und unabhängiges Land gewannen die Koreaner ihre Souveränität zurück. Seit diesem bedeutsamen Tag sind nun siebzig Jahre vergangen. Im Laufe der sieben Jahrzehnte haben die Koreaner mit harter Arbeit und unermüdlichem Einsatz Armut und Not überwunden.

Es ist der 15. August 1948, genau drei Jahre nach der Unabhängigkeit: Die Gründung einer neuen Regierung war mit großen Hoffnungen auf eine bessere Zukunft verbunden. Doch diese Hoffnungen wurden am 25. Juni 1950 gnadenlos zunichtegemacht. Nordkoreas plötzlicher Vorstoß über die Grenze war der Beginn der größten Tragödie in der modernen koreanischen Geschichte. Im dreijährigen Koreakrieg standen sich Bruder gegen Bruder gegenüber und er hinterließ unzählige Tote, bis im Sommer 1953 ein Waffenstillstand vereinbart wurde.

Der Koreakrieg ruinierte das Land vom Nakdong-Fluss auf der südlichen Halbinsel bis zum Apnok-Fluss an der Grenze zu China. Wie ein auseinandergerissenes Herz war das Land in zwei Teile gespalten, ohne Hoffnung auf eine absehbare Wiedervereinigung. Unmittelbar nach dem Krieg betrug das Pro-Kopf-Einkommen in Südkorea nur 67 Dollar. Korea war eines der ärmsten und hoffnungslosesten Länder der Welt. Doch die finstere Lage begann sich allmählich zu ändern, als 1962 der erste Fünf-Jahres-Wirtschaftsplan der neuen Regierung in Kraft gesetzt wurde.

Im ganzen Land wurden Fabriken gebaut, Schnellstraßen und Eisenbahnen verbanden immer mehr Teile des Landes miteinander, und junge Koreaner gingen nach Deutschland, um als Bergarbeiter und Krankenschwestern zu arbeiten. Sie mussten in verstaubten Kohlebergwerken unter Tage schuften oder in Kliniken Leichen waschen, um genug Geld zu ihren Familien zu schicken, was letztendlich viel zum Wirtschaftswachstum des Landes beigetragen hat.

Auch die landesweite Bewegung Neues Dorf diente als psychologischer Verstärker, um die koreanische Gesellschaft sowohl materiell als auch mental zu modernisieren. Als Ergebnis stieg Koreas Exportvolumen, das 1962 nicht einmal 100 Millionen Dollar erreicht hatte, im Jahr 1971 auf unglaubliche eine Milliarde Dollar und auf 10 Milliarden im Jahr 1977. Koreas Industriestruktur wurde von der Konzentration auf die Leichtindustrie auf die Schwerindustrie und auf Produktionsgüter umgestellt. Dann begann Koreas Export von selbst hergestellten Autos nach Übersee.

Einst Empfänger umfangreicher Auslandshilfen erlebte Korea beeindruckende Wachstumszahlen von jährlich 10 Prozent und erreichte schließlich das Wunder am Han-Fluss. Doch der wirtschaftliche Erfolg hinterließ keinen politischen Reifungsprozess. Die 1960er und 70er Jahren waren das dunkle Zeitalter der Demokratie in Korea. Präsident Park Chung-hee, der durch einen Putsch am 16. Mai 1962 an die Macht gekommen war, setzte im Oktober 1972 gegen landesweite Demonstrationen eine Verfassungsänderung durch, um seine Herrschaft zu verlängern. Doch am 26. Oktober 1979 nahm das Schicksal des Landes eine dramatische Wende. Präsident Park Chung-hee wurde von seinem eigenen Geheimdienstchef ermordet; damit endete seine 16-jährige Diktatur.

Das Frühjahr 1980 war von der fieberhaften Sehnsucht der Koreaner nach Demokratie geprägt. College-Studenten und normale Bürger strömten auf die Straße und forderten eine demokratische Regierungsbildung. Das unvorstellbar grausame Massaker von Truppen der Spezialeinheiten an Demonstranten in Gwangju rüttelte die ganze Nation zum Kampf um Demokratie wach. Der unerbittliche Wunsch des Volkes nach einem freieren Korea brach sich beim demokratischen Aufstand im Juni 1987 in voller Kraft bahn. Die Regierung gab schließlich den vielstimmigen Forderungen nach und versprach in einer Erklärung am 29. Juni die Direktwahl des Präsidenten und die friedliche Machtübergabe an eine zivile Regierung.

Schließlich erblühte die Demokratie in Korea. In der Zwischenzeit gab es Mitte der 1980er Jahre Bewegung in den innerkoreanischen Beziehungen. Nordkorea hatte Südkorea in der Vergangenheit mehrfach schwer provoziert: der gescheiterte Versuch nordkoreanischer Terroristen, den südkoreanischen Präsidenten in Cheongwadae am 21. Januar 1968 zu ermorden; der Axt-Mordanschlag in der demilitarisierten Zone im Jahr 1976, dem zwei amerikanische Offiziere zum Opfer fielen; sowie der Bombenanschlag 1983 in Burma, bei dem mehrere hochrangige südkoreanische Regierungsbeamte getötet wurden, um nur einige zu nennen.

Als es 1984 jedoch zu schweren Überschwemmungen in Südkorea kam, bot Nordkorea Hilfe für die Südkoreaner an, die ihr Hab und Gut dabei verloren hatten. Diese nachbarschaftliche Aktion signalisierte den Beginn eines neuen Kapitels in der innerkoreanischen Geschichte vier Jahrzehnte nach der Teilung. Im darauffolgenden Jahr erlaubten die beiden Koreas gleichzeitig, dass durch den Krieg getrennte Familien zum ersten Mal ihre Heimatorte besuchen und ihre seit dem Koreakrieg verschollenen Verwandten treffen durften. Familien und Verwandte, die auf der jeweils anderen Seite der Grenze lebten, wurden endlich wieder vereint und ließen alle, die die kostbaren und herzzerreißenden Szenen erlebten, in Tränen ausbrechen.

Die Olympischen Sommerspiele 1988 in Seoul waren ein historisches Ereignis, das Korea ins globale Rampenlicht rückte. Dank der erfolgreichen Austragung der Olympischen Spiele war Korea in der Lage, der Welt seine Leistungen und Potenziale zu zeigen und erhoffte sich einen weiteren großen Sprung nach vorn. Doch im Jahre 1997 erlebte Korea die lähmendste Katastrophe seit dem Koreakrieg. Am Rande des Staatsbankrotts sah sich die koreanische Regierung gezwungen, den Internationalen Währungsfonds um eine Rettungsaktion zu bitten. Obwohl der Beinahe-Zusammenbruch des Finanzsystems beschämend und entmutigend war, stellte die Krise eine Gelegenheit für die Koreaner dar, sich zusammenzuschließen und die veraltete Wirtschaftsstruktur zu überarbeiten, um den Grundstein für einen weiteren Wachstumsschub zu legen.

Im Juni 2000 sah die ganze Welt auf die koreanische Halbinsel, als die Führer Süd- und Nordkoreas sich zum ersten Mal seit der Teilung vor 55 Jahren persönlich trafen. Das erste Gipfeltreffen zwischen den beiden Koreas führte zur gemeinsamen innerkoreanischen Erklärung vom 15. Juni, die den Weg zum Dialog und zu Familientreffen ebnete.

Die Fußballweltmeisterschaft 2002 in Korea und Japan kleidete das Land in rote T-Shirts, um die koreanische Fußballnationalmannschaft anzufeuern, und zeigte der ganzen Welt die Leidenschaft und Dynamik Koreas. Unterdessen gipfelte die Welle der koreanischen Fernsehdramen und Popsongs, die in den 1990er Jahren begann, im Jahr 2012 im globalen Megahit „Gangnam Style“ des Rappers Psy. Sein Ohrwurm und das lustige Tanzvideo faszinierte die Menschen rund um den Globus und gewann unzählige neue Fans der koreanischen Popkultur. Und schließlich erhob der erfolgreiche Start der Naro-Rakete im Jahr 2013 Korea in den prestigeträchtigen Club der Raumfahrernationen und eröffnete eine neue, hoffnungsvolle Ära der Luft- und Raumfahrtentwicklung in Korea.

Mann 1: Es gab Zeiten, in denen wir nicht genug zu essen hatten. Damals waren wir alle so klein und dünn. Wenn ich mir den Körperbau der heutigen Jugend ansehe, wird mir klar, wie sehr Korea gewachsen ist.

Mann 2: Als Korea von der Finanzkrise getroffen war, taten sich alle zusammen, um die Schwierigkeiten zu überwinden. Die Leute spendeten Gold, Arbeiter ließen Lohnkürzungen über sich ergehen und jeder war entschlossen, das Land wieder aus dem Schlamassel zu ziehen.

Mann 3: Das Beste war, als Korea die Fußballweltmeisterschaft 2002 durchführte. Es war so aufregend. Ich war so stolz und spürte, dass Korea wirklich alles hinkriegt!

Das Jahr 2015 begann unter ungünstigen Bedingungen: Die weltweite Rezession setzte sich fort, ein Ende war nicht in Sicht, und die unkontrollierte Ausbreitung des MERS-Virus kam wie ein göttliches Strafgericht über Korea. Die Spannungen zwischen Süd- und Nordkorea erreichten in diesem Sommer einen neuen Höhpunkt, als zwei südkoreanische Soldaten im August in der Nähe der demilitarisierten Zone durch nordkoreanische Minen verstümmelt wurden.

Auf der anderen Seite erhöhte die Ratingagentur Moody's Koreas Rating auf Aa2, den bisher höchsten Wert in der koreanischen Geschichte, als Folge der soliden Wirtschaft des Landes. Und das Jahr endete hoffnungsfroh, als die drei bilateralen Freihandelsabkommen mit China, Vietnam und Neuseeland gleichzeitig in Kraft traten, womit das Wirtschaftsgebiet Koreas auf 73,5 Prozent des Weltmarktes vergrößert wurde. Auch das Ansehen Koreas auf der globalen Bühne erhielt durch Gipfeltreffen mit den Führern der Vereinigten Staaten, Chinas und anderer Top-Volkswirtschaften einen kräftigen Schub. Das Gipfeltreffen zwischen Korea und Japan im November stellte einen Durchbruch bei der Lösung der Trostfrauen-Frage und anderer Anliegen bezüglich der Vergangenheit der beiden Länder dar.

Korea hat seit 1945 einen langen Weg hinter sich. In den vergangenen sieben Jahrzehnten bewältigte das Land die schlimmsten Katastrophen – Krieg, innerkoreanische Spannungen, Finanzkrise – durch harte Arbeit und Durchhaltevermögen, die den Charakter des koreanischen Volks ausmachen, und strebt unaufhörlich eine bessere Zukunft an.

Frau: Ich hoffe, dass das koreanische Bildungssystem offener wird, denn die Kinder sind unsere Zukunft. Ich möchte auch, dass Korea gegenüber der Vielfalt toleranter wird.

Mann 1: Ich möchte gern sehen, wie Koreaner miteinander besser auskommen, statt immer gegeneinander anzutreten.

Mann 2: Korea sollte vereint werden. Sobald das Land wieder vereint ist, könnte Korea in Asien eine Führungsrolle übernehmen.

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