Etwa 400 Jahre, nachdem in der Chosun-Zeit
die sogenannten Schildkrötenschiffe gebaut und
erfolgreich im Kampf gegen japanische Invasoren
eingesetzt wurden, ist die Republik Korea zu
einer Schiffbaumacht der Welt aufgestiegen. Die
Schiffbauindustrie hat in der Vergangenheit das
Wirtschaftswachstum des Landes angeführt. KBS
World Radio will sie im zweiten Teil der Jahressonderserie
2009 als einen neuen Motor des künftigen Wirtschaftswachstums
beleuchten.
Die Schiffbauindustrie diente in den 1970er
Jahren als eine Grundlage für das Wirtschaftswachstum
Koreas. Seit Beginn des zweiten Jahrtausends
behauptet Korea mit seinem Weltmarktanteil im
Bereich Schiffbau den ersten Platz. Sie hören
Dr. Mun Il-seong vom Forschungsinstitut für Meerestechnik.
Das Schiffbauunternehmen STX Shipbuilding hat
nach der Übernahme des Schiffbauers Daedong im
Jahr 2001 seinen Firmennamen in den jetzigen
Namen geändert und in den letzten 8 Jahren den
Sprung zu einem weltweit führenden Schiffbauer
geschafft. Im STX-Center für Forschung und Entwicklung
in Changwon arbeiten rund 800 Entwicklungsingenieure.
Mit einer perfekten, fehlerfreien Entwurfstechnologie
spielen sie die Rolle der Lokomotive der Schiffbaunation
Korea.
Auf der Jinhae-Werft in der Süd-Gyeongsang-Provinz
werden mithilfe verschiedener selbstentwickelter
Schiffbaumethoden wie Skid Launching System oder
Gestellstapellauf-System drei bis vier gigantische
Fracht- und Containerschiffe im Monat hergestellt.
Vom weltweiten Konjunkturrückgang ist auch die
Schiffbauindustrie betroffen. Für die Überwindung
der Rezession muss man vor allem Schiffe mit
hoher Technologie und hohem Mehrwert bauen können.
Dazu zählen vor allem LNG-Tanker, Flüssiggastanker.
Korea besitzt im Bau von Flüssiggastankern weltweit
die größte Wettbewerbsfähigkeit. Jedoch ist Korea,
was die Originaltechnologie für Ladetanks, den
Kern der Flüssiggastanker, betrifft, vollständig
auf eine ausländische Technologie angewiesen.
Im Jahr 2004 wurde jedoch ein Projekt zur Entwicklung
der Flüssiggastanks à la Korea in Angriff genommen.
Im Jahr 2007 wurde die Entwicklung der Originaltechnologie
abgeschlossen, und man kann damit rechnen, dass
Lizenzgebühren in Höhe von rund 160 Mio Euro
eingespart werden können.
Die Suche nach einer neuen Richtung für die Beibehaltung der Spitzenposition Koreas auf dem globalen Schiffbaumarkt findet auch im Bau der Hochseeanlagen statt.
FPSO-Schiffe, wobei FPSO für Floating Production Storage Offloading steht, sind schwimmende Offshore-Plattformen, auf denen Erdöl gefördert und gelagert wird. Sie sind sozusagen auf dem Meer schwimmende Energiefabriken, in denen alle Schiffbautechnologien konzentriert sind.
Weltweit gibt es insgesamt 11 Aufträge für das supergroße FPSO-Schiff, das über 2 Mio Barrel Erdöl lagern kann. 7 Aufträge davon gingen bei Hyundai Heavy Industries ein. Dies zeigt, dass die einzigartige FPSO-Technologie von Hyundai Heavy Industries weltweit Anerkennung findet.
Ferner zeigt das Unternehmen auch im Bau von LNG-FPSO-Anlagen, die auf Hochsee Erdgas fördern, verflüssigen, lagern und an LNG-Tanker übergeben, ein großes Selbstvertrauen und rechnet damit, dass es bald auch Aufträge für diese Anlagen erhalten wird.
Luxuskreuzer, die als ein umfassendes Kunstwerk im Schiffbau bezeichnet werden, sind mehr als doppelt oder dreifach so teuer wie große Flüssiggastanker und gelten als ein Schiffstyp mit dem höchsten Mehrwert. Der Markt für Luxuskreuzer wird bisher von europäischen Schiffbauern monopolartig dominiert. Der koreanische Schiffbauer STX Shipbuilding hat den größten Kreuzer-Bauer der Welt Aker Yards ASA übernommen und diesen in STX Europe umbenannt. Damit wurde eine Grundlage dafür geschaffen, dass die koreanische Schiffbauindustrie einen weiteren Schritt nach vorne machen kann.
Der künftige Markt für Schiffbau ist ein blauer Ozean mit unbegrenzten Möglichkeiten. Schiffe made in Korea, die mit einem neuen Wachstumsmotor der nächsten Generation ausgestattet sind, werden auch in der Zukunft weiter als Schiffe von Weltklasse die Ozeane befahren.

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