|
Die Medizin wird als lukrative Dienstleistungsindustrie neu entdeckt. Vor allem nachdem im Mai dieses Jahres das Gesundheitsgesetz geändert worden und dadurch die Anziehung und Vermittlung des Medizintourismus für ausländische Patienten möglich geworden ist, erlebt der Markt für globale Gesundheitspflege einen Aufschwung.
Am 24. September fand im Hotel Millenium Hilton in Seoul der Seoul International Medical Tourism Congress 2009 statt. 105 Personen aus 15 Ländern wie Russland, China, Japan, Singapur, Kuwait und Kasachstan wurden zu diesem internationalen Kongress für Medizintourismus eingeladen, um ihnen Korea, das gerade in den globalen Medizinmarkt vorgestoßen ist, bekannt zu machen.
Die koreanische Industrie für Medizinservice ist nun regelrecht in den Wettbewerb für die Anziehung ausländischer Patienten eingetreten. Nun betrachten wir gemeinsam Klinken, die mit entsprechender Wettbewerbsfähigkeit ausgestattet sind. Betritt man das International Health Care Center in der Uniklinik Severance der Yonsei-Universität, kann man so viele ausländische Patienten sehen, dass man sich wie im Ausland vorkommt. Der Leiter dieses Zentrums ist In Yo-han. Sein englischer Name ist John Linton. Eugene Bell, der vor 110 Jahren als Missionar aus Schottland nach Korea kam, ist der Großvater seines Vaters mütterlicherseits. Das International Health Care Center der Severance-Klinik, das In Yo-han seit 1991 leitet, unterstreicht, dass Korea das Potenzial für die Anziehung ausländischer Patienten besitzt, weil koreanische Ärzte über eine hervorragende medizinische Handfertigkeit verfügen. Die Zahl der ausländischen Patienten, die im Jahr 2008 das Zentrum besucht haben, beträgt rund 28.000. Die durch ambulante Behandlungen erzielten jährlichen Einnahmen liegen bei rund 2,8 Mio Euro und die Einnahmen durch stationäre Behandlungen bei rund 4 Mio Euro. Das Zentrum steht schon seit langem an der Spitze der globalen Gesundheitspflege in Korea.

In der Gangnam-Filiale der Klinik für Dermatologie und Schönheitschirurgie mit dem Namen ´Areumdaun Nara´, Schönes Land, lassen sich gerade zwei japanische Touristen von Shon Ho-chan, Facharzt für Dermatologie, beraten. Die Japanisch sprechende Koordinatorin wird als Dolmetscherin eingesetzt und hilft dem Arzt und den Patienten bei der Kommunikation. Hinsichtlich der Bekanntheit der koreanischen Medizin im Ausland genießt der Bereich Schönheitspflege und ästetisch plastische Chirurgie den größten Bekanntheitsgrad. Dementsprechend ist dieser Bereich als Ziel des Medizintourismus sehr beliebt. Die Klinik Areumdaun Nara setzt sich derzeit am aktivsten für die Anziehung ausländischer Patienten ein. Der geschäftsführende Arzt Yi Sang-jun sagt, dass das Wichtigste für die Anziehung ausländischer Patienten gute Werbung sei.

Ray Miller, ein ehemaliger Krankenpfleger aus den USA, betritt das internationale Patientencenter der Urideul-Klinik im Seouler Stadtteil Cheongdam-dong und wird von der Koordinatorin Yi Hyeon-gyeong herzlich empfangen. Er bekam im Januar dieses Jahres in der Klinik wegen eines Bandscheibenvorfalls an der Halswirbelsäule eine Mikrolaserbehandlung und ist an dem Tag für eine Nachuntersuchung zur Klinik gekommen. Die auf die Behandlung von Bandscheibenvorfällen spezialisierte Urideul-Klinik ist für ihre minimal-invasive Wirbelsäulenoperation bekannt. Im Jahr 2005 hat die Klinik das internationale Patientencenter gegründet. Seitdem ist die Patientenzahl jedes Jahr um 50% gestiegen, und allein in der ersten Hälfte dieses Jahres wurde das Center von rund 1.000 ausländischen Patienten besucht. Die Urideul-Klinik leistet auch zum Export der koreanischen medizinischen Technologie einen großen Beitrag. Vor allem hat die Klinik bisher über 100 Abhandlungen veröffentlicht, die in der wissenschaftlichen Zitationsdatenbank SCI enthalten sind
Für den Erfolg der globalen Gesundheitspflege als ein neuer Wachstumsmotor Koreas ist vor allem die Rolle der Regierung von Bedeutung. Im März dieses Jahres wurde im koreanischen Institut für die Förderung der Gesundheitsindustrie eine Abteilung ausschließlich für die Anziehung ausländischer Patienten nach Korea, das Global Health Care Business Center, ins Leben gerufen. Das Center leistet intesive Unterstützung für das Auslandsmarketing und ist auch für den Aufbau einer Infrastruktur für ausländische Patienten zuständig. Das KBS-Team hat auch das koreanische Institut für die Entwicklung der Humanressourcen für Gesundheit und Soziales besucht, in dem medizinische Dolmetscher ausgebildet werden. Die Regierung rechnet damit, dass bis 2010 die Zahl der ausländischen Patienten 100.000 erreichen wird. Dementsprechend wird erwartet, dass etwa 6.000 Arbeitskräfte in diesem Bereich eingesetzt werden. Vor allem ziehen medizinische Dolmetscher als Spezialisten für die reibungslose Kommunikation zwischen den koreanischen Ärzten und ausländischen Patienten die Aufmerksamkeit auf sich. Medizinisches Dolmetschen ist eine so empfindliche Arbeit, dass schon ein falscher Ausdruck zu einem fatalen Fehler führen kann. Die Auszubildenden, die im kommenden Dezember mit ihrer Ausbildung fertig werden, werden künftig als auf den medizinischen Bereich spezialisierte Dolmetscher einen großen Beitrag zur Entwicklung des koreanischen Marktes für globale Gesundheitspflege leisten.

Globale Gesundheitspflege wird als eine neue Industrie mit hohem Mehrwert die Zukunft der Republik Korea prägen. Mit einer ausgezeichneten Heilkunst und einem medizinischen Service von hoher Qualität sowie durch das Wachstum der Industrie für hochentwickelte medizinische Geräte wird die Medizinnation Korea für die Gesundheit der Weltbürger sorgen.
|
|