• 4. Chinas Vergeltungsma-ßnahmen gegen Südkorea wegen des THAAD-Streits

  • Chinas Vergeltungsmaßnahmen gegen Südkorea wegen des THAAD-Streits





    Der Streit zwischen Seoul und Peking wegen der Aufstellung eines US-Raketenabwehrsystems des Typs THAAD in Südkorea hat sich 2017 fortgesetzt.

    Südkorea einigte sich mit China jedoch Ende Oktober darauf, ihre Beziehungen wieder zu „normalisieren“.

    Seitdem hat China seine wirtschaftlichen Vergeltungsmaßnahmen gegen den Nachbarn teilweise zurückgezogen. Doch wird erwartet, dass mehr Zeit nötig ist, bis die Beziehungen vollständig wiederhergestellt sind.

    Die Spannungen erhöhten sich, als im April zwei THAAD-Raketenwerfer und Radarsysteme in Seongju in der Provinz Nord-Gyeongsang aufgestellt wurden.

    China reagierte damit, dass es die Verbreitung südkoreanischer Popkultur, Auftritte südkoreanischer Sänger eingeschlossen, praktisch verboten hat. Auch ließ Peking touristische Gruppenreisen nach Südkorea aussetzen.

    Daneben wurden in China Steueruntersuchungen und Sicherheitskontrollen von Geschäften und Büros der südkoreanischen Lotte-Gruppe eingeleitet, die das Grundstück für das THAAD-System bereitgestellt hatte. Einige Filialen von Lotte Mart in China mussten vorübergehend schließen.

    Der Streit setzte sich trotz des Antritts einer neuen südkoreanischen Regierung unter Präsident Moon Jae-in fort. Wenige Tage nach dem sechsten Atomtest durch Nordkorea beschloss Seoul im September, die vier restlichen Raketenwerfer der THAAD-Batterie aufzustellen.

    Nach zahlreichen Verhandlungen verkündeten Seoul und Peking am 31. Oktober, den Streit um THAAD hinter sich lassen zu wollen. Südkorea versprach, keine weiteren THAAD-Abwehrraketen zu stationieren, nicht an einem regionalen Raketenabwehrsystem der USA und Japans teilzunehmen und sich nicht an einer gemeinsamen Militärallianz mit den USA und Japan zu beteiligen.