KBS WORLD
Startseite > Über Korea > Religion

Über Korea

dot Religion

Die Verfassung der Republik Korea garantiert Religionsfreiheit und erlaubt so Angehörigen vieler verschiedener Religionen die Ausübung ihres Glaubens.

Geschichte der Religionen Koreas
  • Alten Mythen zeigen, dass prähistorische Menschen den Himmel als übernatürliches Wesen anbeteten. Der Gründungsmythos Koreas von Dangun, dem Himmelssohn, dem Nachkommen der Götter Hwan-in und Hwan-woong, lässt dieses Motiv noch deutlich erkennen. In prähistorischer Zeit war Korea von der schamanischen Tradition geprägt. deren vornehmliches Ziel es war, Übel und Krankheit abzuwenden und Glück und Wohlstand zu vermehren. Doch in der Zeit der Drei Reiche erreichte der Buddhismus Korea und in der Joseon-Dynastie wurde der Konfuzianismus als Staatslehre eingeführt. So begannen die Koreaner erstmals, Religion auch als einen Weg der Wahrheitssuche zu betrachten. Während sich der Buddhismus von der Zeit der Drei Reiche bis zum Ende des 14. Jahrhunderts als eine Religion für das einfache Volk entwickelte, wurde der Konfuzianismus eher als eine Art politische Ideologie betrachtet. In der Joseon-Dynastie wurden konfuzianische Ideen unterstützt, der Buddhismus jedoch unterdrückt. Gegen Ende der Joseon-Dynastie kam außerdem das Christentum als neue westliche Religion nach Korea. Auch einheimische Religionen, wie Cheondo-gyo und Jeungsan-gyo fanden Anhänger. Heute haben sich vor allem Buddhismus und Christentum als Hauptreligionen durchgesetzt, wobei aber traditionelle Glaubensvorstellungen und der Schamanismus weiterhin als Urreligion der Koreaner durchscheinen.

Religiöse Bevölkerung
  • In Südkorea haben der Volkszählung von 2005 zufolge rund 25 Mio. Menschen, oder mehr als 53% der Bevölkerung eine konfessionelle Bindung. 46,5% gaben an, konfessionslos zu sein. Im kommunistischen Nordkorea herrscht keine Religionsfreiheit, so dass Religion im strengen Sinne dort nicht in Erscheinung tritt. Die offizielle Zählung religiös gebundener Bevölkerung kommt auf lediglich zwanzig bis dreißig Tausend. Man kann jedoch davon ausgehen, dass eine weitaus höhere Zahl von Menschen eine Religion im Untergrund praktiziert.

  • Répartition de la population religieuse en Corée
    Répartition de la population religieuse en Corée
    Religion Bevölkerung Prozentsatz
    1985 1995 2005 1985 1995 2005
    Keine Religion
    Keine Antwort
    23,216,356 21,953,315 21,865,160 57.4% 49.3% 46.5%
    0 2,571 205,508 0.0% 0.0% 0.4%
    Gesamtbevölkerung 40,419,652 44,553,710 47,041,434
    Religiös gebunden 17,203,296 22,597,824 24,970,766 42.6% 50.7% 53.1%
    Buddhismus 8,059,624 10,321,012 10,726,463 46.8% 45.7% 43.0%
    Protestantismus 6,489,282 8760,336 8,616,438 37.7% 38.8% 34.5%
    Katholizismus 1,865,397 2,950,730 5,146,147 10.8% 13.1% 20.6%
    Konfuzianismus 483,366 210,927 104,575 2.8% 0.9% 0.4%
    Won-Buddhismus 92,302 86,823 129,907 0.5% 0.4% 0.5%
    Cheondo-gyo 26,818 28,184 45,835 0.2% 0.1% 0.2%
    Jeungsan-gyo 0 62,056 34,550 0.0% 0.3% 0.1%
    Daejong-gyo 11,030 7,603 3,766 0.1% 0.0% 0.0%
    Andere 175,477 170,153 163,085 1.0% 0.8% 0.7%
Hauptreligionen
  • Buddhismus
    • Der Buddhismus kam etwa im 4. Jahrhundert nach Korea. Anders als der südasiatische Buddhismus, der besonders die individuelle Erlösung in den Mittelpunkt stellte, predigte die buddhistische Sekte, die über China nach Korea kam, vor allem Mitgefühl und Erlösung für die Massen. Der ursprünglich fremde Glaube vermischte sich mit der traditionellen Kultur und dem Volksglauben und bildete so eine der Grundlagen für Koreas Nationalkultur. Buddhistische Ideale und Prinzipien prägten vor allem das Königreich Silla und die darauf folgende Dynastie des Vereinten Silla, sowie die Goryeo-Dynastie. Doch mit der Gründung des Staates Joseon im 12. Jahrhundert löste der Konfuzianismus den Buddhismus als Staatsideologie ab. Dennoch bot der Buddhismus als traditioneller Volksglaube der einfachen Bevölkerung auch weiterhin Zuflucht. Und auch heutzutage bezeichnen sich mehr als 40% der religiös gebundenen Koreaner als Buddhisten.
  • Protestantismus
    • Über amerikanische Missionare erreichte der Protestantismus im Jahre 1884 Korea. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert kamen zahlreiche amerikanische Missionare verschiedener protestantischer Sekten nach Korea, um das Volk (auch mithilfe von medizinischer Versorgung, von Bildungsmaßnahmen, und von sozialen Diensten usw.) zu evangelisieren. Während der Zeit der japanischen Besatzung von 1910 bis 1945 setzte sich der Protestantismus in Korea fest und protestantische Gruppen spielten eine wichtige Rolle im Unabhängigkeitskampf. Das Chaos und die Zerstörung des Koreakrieges ließ die protestantischen Gemeinden weiter anwachsen und heute stellen die Protestanten nach den Buddhisten die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft in Korea.
  • Katholizismus
    • Der Katholizismus kam im 18. Jahrhundert, rund 100 Jahre vor dem Protestantismus nach Korea. Besonders diejenigen Gelehrten, die aufgrund ihrer politischen Einstellung oder ihres niederen familiären Hintergrunds von der Ausübung von Regierungsämtern ausgeschlossen waren, studierten Katholizismus, der damals als westliche Lehre und als Zweig westlicher Wissenschaft bekannt war. Katholische Gelehrte studierten die religiöse Lehre auf eigene Faust, baten die katholische Kirche in China um Entsendung eines Priesters und setzten so ein Beispiel freiwilliger Evangelisierung. Die xenophobe Regierung der Joseon-Dynastie sah in den Katholiken jedoch eine Bedrohung und verfolgte sie. Diese rücksichtslose Verfolgung forderte zahlreiche Menschenleben unter den Katholiken. 103 der Opfer wurden später von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen. Derzeit machen Katholiken etwa 20% der religiösen Bevölkerung Koreas aus und bilden somit die drittgrößte Glaubensgemeinschaft des Landes.
  • Islam
    • Die ersten Koreaner, die mit dem Islam in Berührung kamen, waren Arbeiter, die während der japanischen Kolonialzeit zwangsweise in die Mandschurei umgesiedelt wurden. Einige von ihnen kamen mit Muslimen in Kontakt und nahmen die islamische Religion an. Eine größere Islamisierung ergab sich jedoch im Koreakrieg, wo türkische Truppen in Korea stationiert waren. 1955 wurde die Korean Islam Association gegründet und wählte den ersten koreanischen Imam. In den 70er Jahren wurde in Hannam-dong in Seoul eine Moschee gebaut. Weitere Moscheebauten folgten in Busan, Daegu, Jeonju und anderen Städten. Ende 2007 wurde die islamische Bevölkerung in Korea auf rund 140.000 geschätzt.
  • Einheimische Religionen und Schamanismus
    • Konfuzianismus ist eher eine ethische und philosophische Denkrichtung denn eine Religion. Die koreanische Denkweise ist aber in großem Maße von konfuzianischen Ideen beeinflusst. Cheondo-gyo unnd Daejong-gyo sind Volksreligionen, die Dangun, dem mythischen Gründer Koreas huldigen. Won-Buddhismus und Jeungsan-gyo sind ebenfalls einheimische Glaubensrichtungen. Schamanismus ist ein Volksglauben, der besonders tief in der koreanischen Kultur verwurzelt ist. Auch heute noch suchen viele Menschen den Rat von Wahrsagern oder Schamanen, bevor sie wichtige Entscheidungen treffen, Prüfungen zu bestehen haben oder wenn sie Übel und Krankheit abwenden und Reichtum und Gesundheit erbitten. Schamanische Traditionen sind nach wie vor in ganz Korea lebendig.
KBS WORLD