Eskalierender Konflikt auf Mindanao

erstellt: 2017-06-13

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Drei Wochen nach Verhängung des Kriegsrechts auf der philippinischen Insel Mindanao sind bei dem Kampf der Regierung gegen islamistische Terroristen über 200 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern befinden sich 24 Zivilisten, 58 Regierungssoldaten und 138 Rebellen.

Aus der beispiellosen Grausamkeit und Länge der Gefechte schließen Beobachter, dass sich der IS zum Ziel gesetzt habe, auf Mindanao, mit einem muslimischen Bevölkerungsanteil von bis zu 40 Prozent, eine Provinz des Kalifats auszurufen. Sidney Jones, Leiter des indonesischen Instituts für Konfliktlösung, sagte gegenüber der „New York Times, der IS habe Anhängern des Heiligen Krieges, die sich nicht nach Syrien begeben können angeordnet, auf die Philippinen zu gehen. Mindanao sei für den IS ein bevorzugter Standort für die Errichtung eines Kalifats.

Es stellte sich tatsächlich heraus, dass ein großer Anteil der bei den derzeitigen Schlachten auf Mindanao ums Leben gekommenen Terroristen aus Indonesien, Malaysia, Jemen und Saudi-Arabien stammte. Auch Mitglieder der IS treuen indonesischen Terrororganisation „Jamaad Ansharut Daula“ hatten sich systematisch an den Angriffen auf Mindanao beteiligt.

Indonesien verstärkte sein militärisches Aufgebot in den Grenzgewässern zu den Philippinen, um die Flucht von IS-Anhängern in das Nachbarland zu verhindern. IS hatte im vergangenen Jahr Isnilon Hapilon, ein hochrangiges Mitglied in der Führung der Abbu-Sayyaf-Gruppe, den Titel des Emir verliehen. Abbu-Sayyaf ist eine Terrororganisation, die in den südlichen Philippinen aktiv ist. Die Gruppe und ihre Führung sind in das weltweite Netzwerk islamistischer Terroristen, einschließlich Jemaah Islamiyah und Al Kaida, integriert. Hapilon ist einer der vom FBI am dringendsten gesuchten Terroristen.

Die fehlende öffentliche Sicherheit auf Mindanao sorgte dafür, dass sich der Einfluss von extremistischen Gruppen auf der Insel schnell verbreiten konnte. „New York Times“ zufolge habe Präsident Rodrigo Duterte wegen seines Drogenkriegs den Kampf gegen den Einfluss des IS, der eine viel größere Gefährdung der nationalen Sicherheit darstellt, vernachlässigt.

Ein weiterer Grund für den eskalierenden Konflikt ist der, dass der zwischen dem früheren Präsidenten Benigno Aquino und muslimischen Rebellen geschlossene Friedensvertrag mit Amtsübernahme durch Präsident Duterte ins Stocken geraten ist. Zachary Abbuza, Professor am US-National War College zufolge, habe die Regierung in Manila dem Wachstum der Anhängerschaft des IS zu wenig Beachtung geschenkt.

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