Schärfere Kritik an Aung San Suu Kyi wegen Gewalt an Rohingya

erstellt: 2017-09-05

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Nach der jüngsten Gewaltwelle in Myanmar übt die internationale Gemeinschaft schärfere Kritik an Aung San Suu Kyi. Der De-facto-Regierungschefin wird vorgeworfen, der Gewalt gegen die muslimische Minderheit Rohingya tatenlos zuzusehen. Von Menschenrechtsaktivisten wird sie aufgefordert, in das Geschehen einzugreifen.
Lee Yang-hee, Sonderberichterstatterin bei den Vereinten Nationen, forderte Suu Kyi dazu auf, engagierter in den Konflikt einzugreifen und dessen Lösung herbeizuführen. Dies berichtete der Sender BBC.
Lee stufte die derzeitige Lage im Westen Myanmars als weitaus ernsthafter ein als bei den blutigen Auseinandersetzungen im Oktober vergangenen Jahres. Damals hatten erste Angriffe von Rohingya-Aufständischen eine Großoffensive des Militärs nach sich gezogen. Die Situation in Rakhine sei wirklich bedenklich, so die Sonderberichterstatterin.
Von Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzei wurde Aung San Suu Kyi dazu aufgefordert, die Gewalt in Myanmar zu verurteilen. Es schmerze sie jedes mal zutiefst, wenn sie aus den Nachrichten über die Not der Rohingyas erfahre, twitterte die pakistanische Nobelpreisträgerin. Yousafzei forderte, dass Myanmar der Minderheit der Rohingya die Staatsbürgerschaft gewähre. Pakistan solle außerdem dem Beispiel Bangladesch folgend den Flüchtlingen Nahrungsmittel und Unterkunft bieten.
In Indonesien forderten Demonstranten Aung San Suu Kyi dazu auf, ihren Friedensnobelpreis zurückzugeben. Laut Antara News hatten sich Mitglieder einer Organisation für die humanitäre Unterstützung der Rohingya in Jakarta versammelt und gegen Suu Kyis Schweigen protestiert.
Seit den ethnisch motivierten Ausschreitungen in Myanmar Ende August flohen nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR ungefähr 87.000 Angehörige der muslimischen Minderheit über die Grenze. Ein Teil schaffte es bis nach Bangladesch, mehrere Tausend sitzen noch im Grenzgebiet fest.
Auslöser waren Angriffe auf mehrere Polizei- und Militärposten durch aufständische Rohingya. Bei der Gegenoffensive der Streitkräfte kamen bisher etwa 400 Menschen ums Leben, ein Großteil davon Rohingya.
Laut Berichten internationaler Menschenrechtsorganisationen brennt das Militär systematisch Rohingya-Dörfer nieder und vergewaltigt Frauen. Die UNO spricht von einer ethnischen Säuberung. Die Regierung von Myanmar weist diese Vorwürfe zurück. Ein von der Uno gebildetes internationales Team soll die Vorgänge in Myanmar untersuchen. Das Land verweigert jedoch dessen Einreise.

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