Saudi Arabien: Kronprinz bin Salman greift durch

erstellt: 2017-11-08

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In Saudi-Arabien findet zurzeit eine große Säuberungsaktion statt.

Auf Anordnung von Kronprinz Mohammed bin Salman wurden über Nacht elf Prinzen, zahlreiche Minister, Ex-Kabinettsmitglieder und ranghohe Militärs wegen des Vorwurfs der Korruption verhaftet.

Bin Salman wurde im Juni zum Thronfolger ernannt. Seitdem hatte der ehrgeizige Monarch politische Rivalen entlassen und seine Machtgrundlage erweitert. Bei seiner Säuberungskampagne machte bin Salman auch vor Mitgliedern der Königsfamilie nicht halt.
Prinz Al-walid, Großinvestor und Neffe des Königs, wurde ebenfalls Opfer der jüngsten Entlassungswelle. Prinz Mansur starb vor einigen Tagen bei einem Hubschrauber-Absturz.

Bin Salman steht an der Spitze von Reformprojekten in Saudi-Arabien. Unter anderem setzt sich der Kronprinz dafür ein, die Erdölförderung zu drosseln. Es wird davon ausgegangen, dass die im Januar von den OPEC-Staaten getroffene Vereinbarung, die Rohöl-Förderung um täglich 1,8 Millionen Barrel zu kürzen, bei der OPEC-Vollversammlung Ende November verlängert wird. Die Prognose sorgte für einen Anstieg des Ölpreises. Auf den Märkten in New York und London stieg der Ölpreis um 3 Prozent.

Auch in der Außenpolitik geht der saudi-arabische Kronprinz zielstrebig vor. Der jüngste Raketenangriff auf den Flughafen in Riad wurde von Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubeir als „Kriegsakt von Seiten des Iran“ bezeichnet. Der Ressortchef beschuldigte Teheran, bei dem Raketenangriff die Fäden gezogen zu haben. Die Raketen seien von Jemen aus von Huthi-Rebellen abgefeuert worden, sagte al-Dschubeir im Sender CNN. Die Raketen wurden zwar abgefangen und zerstört, Saudi-Arabien warf jedoch dem Iran vor, Houthi-Rebellen militärisch zu unterstützen.

Laut der Nachrichtenagentur SPA habe bin Salman persönlich in einem Telefongespräch mit dem britischen Außenminister Boris Johnson die militärische Aggression durch den Iran verurteilt.

Unterdessen trat der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri nach einem Besuch in Riad überraschend zurück. Er fürchte, Opfer eines Attentats der Hisbollah zu werden. Die vom Iran unterstützte schiitische Miliz sei eine große Bedrohung, so Hariri. Hassan Nasrallah, Generalsekretär der Hisbollah, warf Saudi-Arabien vor, den libanesischen Premier zum Rücktritt gedrängt zu haben. Es geht auch das Gerücht um, dass sich Hariri in Riad in Gefangenschaft befinde. Die saudi-arabische Presse veröffentlichte daraufhin am Montag ein Bild des Libanesen mit Kronprinz bin Salman und wies Gerüchte über eine angebliche Geiselnahme zurück.

Die „New York Times“ berichtete, dass der Kalte Krieg zwischen Riad und Teheran um die Vorherrschaft im arabischen Gebiet einen neuen Wendepunkt erreicht habe. US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, dass er großes Vertrauen in König Salman und Kronprinz bin Salman habe.

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