Junge Fachkräfte aus Taiwan zieht es in die Volksrepublik

erstellt: 2018-05-09

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Immer mehr junge Fachkräfte aus Taiwan ziehen auf das Festland nach China. Die Volksrepublik lockt mit großzügiger Vergütung und guten Karrierechancen.

Ein junger Unternehmer aus Taipei zog vor drei Jahren in die chinesische Stadt Shenzhen, nachdem er davon erfahren hatte, dass auch Bewohner der Inselrepublik in das Start-up Zentrum in Shenzhen einziehen dürfen und finanzielle Unterstützung für eine Geschäftsgründung erhalten. Der Mann nahm an einem Unternehmensgründungswettbewerb teil, gewann einen Preis und erhielt 600 Tausend Yuan. Nachdem er mit dem Preisgeld auf dem größten chinesischen Elektronikmarkt Huaquiangbei ein Geschäft eröffnet hatte, blieb noch etwas Startkapital übrig. Mit seiner Erfindung, einem „Selfie-Roboter“, erzielte er letztes Jahr einen Gewinn in Höhe von vier Millionen Yuan. Der Unternehmer sagte, dass die verglichen mit Taiwan günstigen Produktionskosten den Erfolg ermöglicht hätten.

Die Abwanderung junger leistungsfähiger Taiwanesen wird dadurch beflügelt, dass China Studenten von der Insel, die auf dem Festland studieren möchten, vorbehaltlos unterstützt. In den letzten Jahren hat die Zahl der Taiwanesen, die in China studieren, stetig zugenommen. Nach dem Studium bleiben die meisten in China, suchen sich eine Stelle oder gründen ein Unternehmen. Dem chinesischen Erziehungsministerium nach studierten im Jahr 2016 um die 12.000 Taiwanesen in China. Dies sei im Vergleich zu vor fünf Jahren ein Zuwachs um das Doppelte.

Die Jugend der Insel betrachtet die Volksrepublik als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein führendes Stellenvermittlungsportal in Taiwan hatte neulich 3.500 Bewohner zwischen 28 und 24 Jahren, die eine Stelle im Ausland suchen, befragt. 69 Prozent der Umfrageteilnehmer hofften auf eine Arbeit in Festland-China. Der Grund für den wachsenden Anteil der jungen Taiwanesen, die von einer Übersiedlung aufs Festland träumen liegt in erster Linie im schwachen Wachstum Taiwans, das zwischen 1 und 2 Prozent liegt. Infolgedessen stieg die Arbeitslosenquote junger Menschen in den vergangenen fünf Jahren auf über 10 Prozent.

China bietet hingegen viele Anreize, mit denen junge Akademiker aus Taiwan angelockt werden sollen. Einer im Februar bekannt gegebenen Maßnahme für die Erweiterung des Austausches in Wirtschaft und Kultur nach erhalten taiwanesische Unternehmen in China dieselben Steuerbegünstigungen wie einheimische.

Darüber hinaus werden Taiwanesen in 134 ihnen bisher verwehrt gewesenen Fachberufen wie Buchhalter zugelassen. An Hochschulen wurde die Regelung, welche höhere Studiengebühren für Taiwanesen vorschreibt, abgeschafft, und Oberschulabsolventen aus Taiwan dürfen ohne eine zusätzliche Prüfung an einer chinesischen Hochschule studieren.

Der Regierung in Taipei bereitet die Abwanderung der jungen und gut ausgebildeten Bürger viel Kopfzerbrechen. Laut Medienberichten gehöre die Mehrheit der Schüler, die sich für ein Studium in China bewerben zu den Besten bei der taiwanesischen Hochschulaufnahmeprüfung.

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