Russlands Erdölexport nach Nordkorea wächst im Auftaktquartal deutlich

erstellt: 2017-07-12

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Russlands Erdölexporte nach Nordkorea haben sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Das wird als Ergebnis des Versuchs Nordkoreas verstanden, angesichts des wegen der internationalen Sanktionen erschwerten Ölimports die Importquellen zu diversifizieren.

Laut Daten des russischen Zolls betrugen Russlands Ausfuhren nach Nordkorea im Auftaktquartal 31,41 Millionen Dollar. Damit wurde ein Zuwachs von mehr als 130 Prozent im Vorjahresvergleich verbucht. Über 90 Prozent der exportierten Waren machten Mineralien aus.

Besonders auffällig ist der drastische Zuwachs der Ausfuhren von Erdölprodukten außer Rohöl. Das entsprechende Exportvolumen nahm um 205,3 Prozent im Vorjahresvergleich auf 1,25 Millionen Dollar zu. Exportiert wurden unter anderem Schweröl, Motoröl und Schmieröl.

Der US-Auslandsdienst Voice of America berichtete unterdessen, dass Russland von Januar bis April Erdöl im Wert von 2,3 Millionen Dollar nach Nordkorea ausgeführt habe. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als 200 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.

Gemäß einer Resolution des UN-Sicherheitsrats dürfen UN-Mitgliedsländer weder Flugzeugtreibstoff noch Düsenkraftstoff an Nordkorea liefern. Jedoch sind Rohöl und weitere Erdölprodukte außer Rohöl nicht von den Sanktionen betroffen. Auch im Falle von Flugzeugtreibstoff wird der Verkauf oder die Lieferung an Nordkorea erlaubt, sollte dies einem humanitären Zweck dienen. Eine solche Ausnahme wurde als Schlupfloch in den Nordkorea-Sanktionen betrachtet.

Deshalb streben die USA als zusätzliche Sanktionen als Reaktion auf den neuerlichen Test einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea an, dass die Rohöllieferungen an das kommunistische Land unterlassen werden. Entsprechende Diskussionen im UN-Sicherheitsrat kommen jedoch wegen des Widerstands Chinas und Russlands kaum voran. Falls der Weltsicherheitsrat keine neuen Sanktionen beschließen kann, will Washington offenbar eigene Strafmaßnahmen ergreifen. Als durchaus denkbar gilt ein sekundärer Boykott. Dann würden Geschäfte Chinas und Russlands mit Nordkorea unter US-Sanktionen fallen. Das könnte zu einer großen Störung bei der Versorgung Nordkoreas mit Rohöl und Erdölprodukten führen. Die deutliche Zunahme der russischen Erdölexporte nach Nordkorea erregt in diesem Zusammenhang große Aufmerksamkeit.

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