Südkorea schlägt Nordkorea militärische Gespräche und Rot-Kreuz-Gespräche vor

erstellt: 2017-07-17

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Die südkoreanische Regierung hat heute Nordkorea offiziell Gespräche vorgeschlagen. Der Vorschlag gilt als erster Schritt zur Umsetzung des Friedenskonzepts, das Präsident Moon Jae-in am 6. Juli in Berlin vorgestellt hatte.

Das Verteidigungsministerium schlug dem Norden vor, dass Vertreter der Militärbehörden am 21. Juli zusammenkommen. Thematisiert werden soll der Stopp jeglicher feindseliger Handlungen an der militärischen Demarkationslinie, die die militärischen Spannungen erhöhen.

Der südkoreanische Rotkreuzverband schlug seinem nordkoreanischen Pendant vor, am 1. August Gespräche zu führen. Beide Seiten sollten über die Zusammenführung von in beiden Koreas getrennt lebenden Familien anlässlich des Erntedankfestes Chuseok sprechen.

Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Nordkorea militärische Gespräche akzeptieren wird. Denn der Vorschlag, feindselige Akte an der Demarkationslinie einzustellen, klingt für den Norden verlockend. Dazu zählen die Propaganda-Beschallung mittels Lautsprecher und das Verschicken von anti-nordkoreanischen Flugblättern durch südkoreanische Bürgergruppen. Nordkorea hatte den Stopp beider Aktionen immer wieder verlangt. Das heißt, dass Nordkorea von einem militärischen Arbeitstreffen mit Südkorea stark profitieren könnte.

Dagegen gilt es als ungewiss, ob sich der Norden auf ein Rot-Kreuz-Treffen einlassen wird. Das von Südkorea genannte wichtigste Gesprächsthema ist eine Zusammenführung getrennter Familien anlässlich des Erntedankfestes. Nordkorea würde ein solches Treffen daher keinen großen Nutzen bringen. Pjöngjang fordert zudem die Rückführung von zwölf Angestellten eines nordkoreanischen Restaurants in China, die letztes Jahr nach Südkorea geflüchtet waren. Nordkorea hat die Position bekräftigt, ohne Rückführung der Nordkoreanerinnen kein Wiedersehen von getrennten Familien erlauben zu wollen. Jedoch könnte der Norden Gespräche doch noch akzeptieren, um diese Forderung erneut zu unterbreiten.

Die südkoreanische Regierung forderte Nordkorea auf, seine Antwort auf den Vorschlag für militärische Gespräche über eine militärische Kommunikationsleitung mitzuteilen. Die Antwort auf das Angebot von Rot-Kreuz-Gesprächen soll über das Verbindungsbüro zwischen den Rotkreuzverbänden am Waffenstillstandsort Panmunjeom übermittelt werden. Die Aufmerksamkeit richtet sich darauf, ob die innerkoreanischen Kommunikationskanäle aus diesem Anlass wiederhergestellt würden. Diese hatte Nordkorea nach Seouls Entscheidung für den Produktionsstopp im Industriepark Kaesong im Februar letzten Jahres gekappt.

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