Seoul bildet Taskforce zur Überprüfung der Einigung zur Frage der Sexsklaverei

erstellt: 2017-08-01

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Die südkoreanische Regierung hat am Montag eine Taskforce zur Überprüfung der Einigung mit Tokio zur Frage der von Japan organisierten Sexsklaverei während des Zweiten Weltkriegs gebildet.

Die der Außenministerin unmittelbar unterstellte Taskforce tagte am Montag zum ersten Mal und diskutierte über die Arbeitsweise und Pläne. Das Außenministerium erläuterte, dass die Arbeitsgruppe Fakten im Zusammenhang mit dem Verlauf der Diskussionen und dem Inhalt der Einigung zwischen Seoul und Tokio zur Frage der Sexsklaverei überprüfen und bewerten werde. Dabei wird das Team eine opferorientierte Vorgehensweise verfolgen und auch Meinungen von Opfern und beteiligten Personen anhören. Die Gruppe will sich binnen Jahresfrist eine Meinung bilden und die Ergebnisse der Öffentlichkeit bekannt machen.

Die Einigung zwischen Seoul und Tokio zur Frage der Sexsklaverei Japans wurde beim Außenministertreffen am 28. Dezember 2015 erzielt. Der damalige Außenminister Yun Byung-se und sein japanischer Amtskollege Fumio Kishida einigten sich auf drei Punkte: Japan entschuldigt sich. Eine Stiftung für die Unterstützung der Opfer der Sexsklaverei wird gegründet. Die Finanzmittel hierfür in Höhe von einer Milliarde Yen übernimmt Japan. Es wurde erklärt, dass die Trostfrauenfrage somit auf endgültige und unwiderrufliche Weise gelöst werde.

Die Einigung erntete jedoch Kritik, da im Zuge der Verhandlungen die Meinungen von Opfern nicht ausreichend angehört worden waren. Die Entschuldigung Japans war zudem nur formal, es mangelte an Aufrichtigkeit. Das sorgte für zusätzlichen Widerstand. Japan forderte jedoch bei jeder Gelegenheit die Umsetzung der Vereinbarung. Die Einigung wurde getroffen, um sozusagen Hürden für ein zukunftsorientiertes Verhältnis zwischen Südkorea und Japan zu beseitigen. Wegen des Streits trat jedoch dieses Ziel in den Hintergrund. Daher betonte die neue Taskforce eine opferorientierte Vorgehensweise.

Südkorea und Japan führten von April 2014 bis Dezember 2015 Verhandlungen zwischen Generaldirektoren ihrer Außenministerien. Fraglich ist, wie beide Seiten nach den festgefahrenen Verhandlungen so plötzlich eine Einigung erzielen konnten. Es muss auch geklärt werden, wie die Formulierung „endgültige und unwiderrufliche Lösung“ und eine über die Verlegung einer Statue für die Opfer der Sexsklaverei vor der japanischen Botschaft in Seoul in die Einigung aufgenommen wurden.

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