Forscher korrigieren mit Genschere fehlerhaftes Gen in menschlichen Embryos

erstellt: 2017-08-03

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Forschern aus Südkorea und den USA ist es gelungen, mittels der Genschere-Technologie eine Erbkrankheit zu korrigieren. Das kann als epochaler Schritt für die Behandlung von Erbkrankheiten betrachtet werden. Jedoch wird auch ein ethischer Streit befürchtet, da „Designerbabys“ ermöglicht würden.

An der Forschung beteiligt waren ein südkoreanisches Team unter Leitung von Kim Jin-soo vom Institute for Basic Science (IBS) und ein amerikanisches Team von Professor Shoukhrat Mitalipov von der Oregon Health and Science University (OHSU). Sie korrigierten eine Genmutation bei menschlichen Embryos, die die Herzkrankheit hypertrophe Kardiomyopathie verursacht. Hierfür wurde die sogenannte Genschere-Technologie verwendet, die es ermöglicht, Teile der DNA auszuschneiden.

Die Forscher korrigierten mit CRISPR-Cas9, der Genschere der dritten Generation, eine Mutation bei Embryos. Die koreanischen Forscher waren für die Fertigung der Genschere und die Auswertung der Korrekturgenauigkeit zuständig. In Südkorea sind Tests mit menschlichen Embryos verboten, weshalb die Test von den US-Amerikanern durchgeführt wurden.

Die Genschere erkannte ein mutiertes Gen in einer befruchteten Eizelle und schnitt dieses aus. Danach verwandelte das Ei den Teil selbst in ein normales Gen. Die Forscher setzten die Genschere nicht in eine befruchtete Eizelle, sondern zusammen mit Spermien in eine Eizelle ein. Damit sollte das Phänomen Mosaik vermieden werden, das bedeutet, dass lediglich bei einem Teil der Zellen die Mutation korrigiert wird, bei einem anderen Teil nicht.

Bei 42 von insgesamt 58 Embryos, die aus solchen editierten Eizellen entstanden, wurden Gene richtig korrigiert. Es wurde bestätigt, dass sich diese Embryos bis unmittelbar vor der Nidation normal entwickelten. Die Forschungsergebnisse wurden in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsjournals „Nature“ veröffentlicht.

Mit der erfolgreichen Forschung wurde ein neuer Weg eröffnet, Erbkrankheiten vorzubeugen. IBS-Teamsleiter Kim Jin-soo sagte, die Studie habe bewiesen, dass die Genschere genau funktioniere. Er erwarte, dass die Forschung eine große Wirkung für Millionen Menschen mit seltenen Krankheiten wie Hämophilie und Sichelzellenanämie haben werde. Kim betonte außerdem die Notwendigkeit einer Änderung des südkoreanischen Bioethikgesetzes, das die Forschung mit menschlichen Embryos verbietet.

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