Gericht fordert von Mitsubishi Entschädigung für Koreanerinnen wegen Zwangsarbeit

erstellt: 2017-08-08

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Erneut haben koreanische Opfer der Zwangsarbeit zur japanischen Kolonialzeit in einem Zivilverfahren gewonnen.

Das Bezirksgericht Gwangju urteilte am Dienstag zum Teil zugunsten der Klägerinnen gegen das japanische Unternehmen Mitsubishi Heavy Industries. Das Unternehmen muss Kim Young-ok, einem lebenden Opfer der Zwangsarbeit, 120 Millionen Won (107.000 Dollar) Schmerzensgeld zahlen. Einer Angehörigen des bereits verstorbenen Opfers Choi Jeong-rye muss ein Schmerzensgeld gemäß ihrem Erbanteil gezahlt werden.

Japan mobilisierte zur Kolonialzeit unter dem Namen der sogenannten freiwilligen Arbeitstruppe Bürger seiner Kolonien zur Zwangsarbeit. Die japanischen Kolonialherren köderten Koreaner mit Arbeitsplätzen oder der Unterstützung für den Schulbesuch und schickten sie nach Japan. Die Opfer wurden meistens für harte und schwierige Arbeit in Minen und Rüstungsfabriken eingesetzt. Formell standen sie in einem Beschäftigungsverhältnis, sie verdienten jedoch kaum etwas.

Beide Klägerinnen, Kim und Choi, wurden im Jahr 1944 als Teenagerinnen für die freiwillige Arbeitstruppe mobilisiert. Sie wurden mit der Lüge geködert, dass sie Geld verdienen und gleichzeitig zur Schule gehen könnten. Beide mussten unentgeltlich in einer Flugzeugwerft von Mitsubishi in Japan arbeiten.

Bisher wurden in Südkorea 14 Entschädigungsklagen von Opfern der Zwangsmobilisierung gegen japanische Unternehmen eingereicht, die an den Kriegsverbrechen Japans beteiligt waren. In dem betreffenden Prozess von Kim und Choi bot eine Bürgergruppe für die Opfer der freiwilligen Arbeitstruppe Unterstützung an. Diese Gruppe unterstützt seit 2012 drei solcher Klagen gegen Mitsubishi Heavy Industries. Die Frage der freiwilligen Arbeitstruppe zählt neben der Frage der Trostfrauen für die Armee zu den schwerwiegenden Fällen der Menschenrechtsverletzungen durch die japanischen Imperialisten.

Unterdessen mussten Südkorea und Japan beim bilateralen Außenministertreffen am Montag erneut ihre Differenzen über die Frage der Sexsklaverei der japanischen Armee feststellen. Südkoreas Außenministerin Kang Kyung-wha betonte, die meisten Südkoreaner könnten die Einigung zwischen Seoul und Tokio zu der Angelegenheit nicht akzeptieren. Ihr japanischer Kollege Taro Kono betonte dagegen, dass die Einigung umgesetzt werden müsse.

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