Pentagon: Südkorea und USA diskutieren über Änderung der Raketenrichtlinien

erstellt: 2017-08-08

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Eine Anhebung des maximal zulässigen Gewichts der Sprengköpfe südkoreanischer Raketen ist in Sicht. Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, dass es mit Südkorea über die Maßnahme spreche. Das Pentagon sei hierzu wohlwollend eingestellt, hieß es. Demnach gilt eine Änderung der Raketenrichtlinien für eine Anhebung der Obergrenze für das Gewicht des Gefechtskopfs auf eine Tonne als sehr wahrscheinlich.

Pentagon-Sprecher Jeff Davis sagte am Montag (Ortszeit), es gebe derzeit eine Grenze für die Zerstörungskraft südkoreanischer Raketen. Die Restriktionen könnten jedoch geändert werden. Das Pentagon sei geneigt, alles zu tun, was Südkoreas Verteidigungsfähigkeiten fördern werde, betonte er.

Präsident Moon Jae-in unterstrich zuvor in einem Telefongespräch mit seinem US-Amtskollegen Donald Trump die Notwendigkeit, das Gewicht des Raketengefechtskopfs zu steigern. Einen Tag danach erfolgte die genannte Äußerung des Pentagon-Sprechers. Damit wurde angedeutet, dass Südkorea und die USA die Erhöhung des Sprengkopfgewichts quasi als vollendete Tatsache betrachten.

Die südkoreanische Armee begrenzt gemäß den Raketenrichtlinien zwischen Südkorea und den USA derzeit die Reichweite ballistischer Raketen auf 800 Kilometer und das Sprengkopfgewicht auf 500 Kilogramm. Mit diesen Restriktionen soll ein Wettrüsten in Nordostasien verhindert werden. Südkorea erlegt sich selbst Schranken hinsichtlich seinen Raketenfähigkeiten auf, und die USA ergänzen die daraus resultierende Lücke bei der Verteidigungskraft Südkoreas.

Die Raketenrichtlinien unterlagen bisher Änderungen entsprechend der veränderten Sicherheitslage. Die Obergrenze für die Reichweite wurde von 180 Kilometer im Jahr 1979 mittlerweile auf 800 Kilometer gesteigert. Angesichts der Bedrohung durch Nordkoreas Nuklearwaffen und Raketen wurde es jedoch dringender, Südkoreas Fähigkeiten zur eigenen Verteidigung zu verstärken. Die Regierung strebt deshalb nach der Verdoppelung des Gewichts des Gefechtskopfs auf eine Tonne, auch wenn die zulässige Reichweite auf dem aktuellen Niveau behalten wird. Ein Sprengkopf von 500 Kilogramm reicht nicht aus, um eine unterirdische Kommandoeinrichtung Nordkoreas in einer Tiefe von zehn bis 20 Metern zu treffen. Die Anhebung des Sprengkopfgewichts bedeutet, dass Südkorea in der Lage sein wird, von jedem Ort im Lande aus einen Bunker der nordkoreanischen Führung zu zerstören.

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