US-Beamter bezeichnet jüngstes Überlaufen als Fenster ins Leben von Nordkoreanern

erstellt: 2017-11-27

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Ein US-Experte hat nach der Flucht eines nordkoreanischen Soldaten klare Worte für die Lebensumstände im Norden gefunden.

Die Misere des jüngst nach Südkorea übergelaufenen nordkoreanischen Soldaten stelle ein Fenster in das Leben der Einwohner in Nordkorea dar, und Nordkorea sei ein Sklavenstaat.

Das schrieb Brian Hook, leitender Politikberater und Direktor für Politikplanung im US-Außenministerium, in einem Beitrag für die Zeitung „New York Times“. Hook wies darauf hin, dass der übergelaufene Soldat neben Schussverletzungen Hepatitis B und eine große Anzahl von Parasiten in seinem Darm gehabt habe. Selbst Soldaten litten unter schrecklicher Unterernährung, da das nordkoreanische Regime viel Geld für den Waffenkauf, Denkmäler für die Kim-Familie und Bestechungsgelder für die Eliten in Pjöngjang ausgebe. Die Situation der großen Mehrheit im Land sei noch schlimmer, betonte er.

Der US-Beamte machte auch auf die Menschenrechtslage der nordkoreanischen Arbeiter im Ausland aufmerksam. Nordkorea schickt Arbeiter zu Baustellen und Holzfällerlagern im Ausland, insbesondere in China, um Devisen zu erwerben. Die nordkoreanischen Gastarbeiter müssen den größten Teil ihrer Löhne an den Staat zahlen und genießen keine Freizügigkeit. Solche Arbeiter bezeichnete Hook als Sklavenarbeiter. Das beweise die Grausamkeit des nordkoreanischen Regimes. Das sei die Verantwortung derjenigen ausländischen Regierungen, die so etwas ermöglichen.

Hook kritisierte auch die Diskriminierungen in Nordkorea auf der Grundlage des als „Songbun“ bekannten Kastenwesens. Von Geburt an werde jeder Nordkoreaner von der Regierung als Mitglied einer loyalen Kernklasse, einer schwankenden Mittelklasse oder einer feindlichen“ Klasse eingestuft. Diese Einstufung bestimme den Zugang zu allem, Nahrung, Wohnung, Bildung und Beruf.

Er schrieb außerdem, Nordkorea bedrohe den Frieden in Asien so wie es grausam gegenüber seiner eigenen Bevölkerung sei. Es sei höchste Zeit für alle zivilisierten Staaten, für die Denuklearisierung Nordkoreas zusammenzuarbeiten.

Der von Hook genannte nordkoreanische Soldat war am 13. November durch die Joint Security Area (JSA) im Waffenstillstandsort Panmunjom nach Südkorea übergelaufen. Er erlitt mehrere Verletzungen wegen Schüssen, die nordkoreanische Soldaten auf ihn abgegeben hatten, um die Flucht zu verhindern. Nach der Rettung stabilisierte sich sein Gesundheitszustand mittlerweile. Detaillierte Informationen wie die Fluchtmotive und liegen jedoch bisher nicht vor, da er zu einer Befragung gesundheitlich noch nicht in der Lage ist.

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