Nordkorea startet ballistische Rakete

erstellt: 2017-11-29

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Nordkorea hat am Mittwoch eine als Interkontinentalrakete (ICBM) vermutete ballistische Rakete abgefeuert. Es war die erste Provokation nach dem Test der Mittelstreckenrakete Hwasong-12 am 15. September.

Laut dem südkoreanischen Vereinigten Generalstab wurde die Rakete um 3.17 Uhr von Pyongsong in der Provinz Süd-Pyongan aus ins Ostmeer Koreas geschossen. Die Rakete sei bis zu einer Höhe von 4.500 Kilometern aufgestiegen und rund 960 Kilometer weit geflogen, teilte der Generalstab mit und ging von einer ICBM aus. Die Rakete erreichte unter den bisher von Nordkorea gestarteten Raketen die höchste Höhe.

Es wird im Grunde davon ausgegangen, dass die maximale Reichweite einer Rakete das Zwei- bis Dreifache der erreichten Höhe beträgt. Daher wird die Reichweite der heute abgeschossenen Rakete auf 9.000 bis 13.000 Kilometer geschätzt. Die Entfernung von der Ostküste Nordkoreas bis zur Westküste der USA beträgt ungefähr 8.200 Kilometer. Theoretisch könnte die jüngst abgeschossene Rakete die Westküste der USA erreichen.

Zu den Kernkriterien für die Beurteilung einer Vervollkommnung einer Interkontinenalrakete zählt neben der Reichweite ein gelungener Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Eine ICBM verlässt die Atmosphäre und tritt später wieder ein, um dann ihr Ziel zu treffen. Beim Wiedereintritt ist der Gefechtskopf Temperaturen von 6.000 bis 7.000 Grad ausgesetzt, dabei darf der Sprengkopf nicht beschädigt werden, soll er das Ziel treffen können. Für die Bestätigung der Wiedereintrittstechnologie soll die Rakete im Standardwinkel abgefeuert werden. Nordkorea schoss jedoch beim heutigen Test die Rakete in einem steilen Winkel ab. Daher gehen Experten davon aus, dass das Land noch nicht über die Wiedereintrittstechnologie verfüge.

Wie verlautete, hätten Südkorea und die USA bereits erwartet, dass ein nordkoreanischer Raketenstart bevorstehe, und Vorbereitungen getroffen. Die südkoreanischen Streitkräfte hielten sechs Minuten nach dem Raketenabschuss eine Schießübung ab.

Wegen des nordkoreanischen Raketentests drohen auf der koreanischen Halbinsel wieder Turbulenzen, nachdem zuletzt verstärkt nach einem Dialog gestrebt wurde. Präsident Moon Jae-in und US-Präsident Donald Trump vereinbarten am Telefon, gegen Nordkoreas Provokationen entschlossen vorzugehen und Bemühungen zu unternehmen, um Nordkorea zum Dialog zu bewegen.

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