US-Denkfabrik schließt wegen Seouls Finanzierungsstopp

erstellt: 2018-04-11

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Das US-Korea-Institut (USKI) an der Schule für Fortgeschrittene Internationale Studien (SAIS) der Johns Hopkins University in den USA schließt im Mai. Das gab das Institut bekannt und sprach von einem unvermeidbaren Schritt als Folge des Stopps der Finanzierung durch die südkoreanische Regierung.

Die Denkfabrik wurde 2006 vom verstorbenen Professor Don Oberdorfer gegründet. Oberdorfer war Veteran des Koreakriegs und berichtete für die Zeitung „Washington Post“ über die internationale Politik. Er war Experte für Fragen der koreanischen Halbinsel. Derzeit ist Robert Gallucci, der frühere Sonderbotschafter für die nordkoreanische Nuklearfrage im US-Außenministerium, der Vorsitzende des US-Korea-Instituts. Das Institut betreibt das Internetangebot für Informationen über Nordkorea „38 North“.

USKI-Direktor Jae H. Ku sagte, dass die SAIS mitgeteilt habe, das Institut zum 11. Mai zu schließen. Gallucci teilte seinerseits mit, dass die Denkfabrik schließen müsse, da die südkoreanische Regierung die Finanzierung stoppe, nachdem das Institut deren „absolut unangemesse Einmischung“ verweigert habe. Gallucci behauptete, dass die südkoreanische Regierung Druck für eine Entlassung von Institutsdirektor Ku ausgeübt habe. Er bezeichnete dies als ungerechtfertigte Einmischung in die Freiheit der Wissenschaft.

Das US-Korea-Institut wurde vom Koreanischen Institut für Internationale Wirtschaftspolitik (KIEP), einem staatlichen Forschungsinstitut Südkoras, finanziert. Wie verlautete, habe das KIEP dem USKI etwa zwei Milliarden Won (knapp 1,9 Millionen Dollar) im Jahr zur Verfügung gestellt. Das KIEP begründete den Finanzierungsstopp mit fehlender Transparenz in der Buchhaltung und unzureichenden Leistungen. Darauf habe die Nationalversammlung hingewiesen.

Das USKI warf jedoch der südkoreanischen Regierung vor, Personen, die nicht nach ihrem Geschmack sind, austauschen zu wollen. Seoul habe das Institut zur Ablösung von Direktor Ku gedrängt, dessen Auffassung sich nicht mit der der aktuellen Regierung decke. Das Präsidialamt wies die Behauptung zurück und bezeichnete die Entscheidung als Folgemaßnahme der Diskussionen im Parlament.

Trotz der Schließung des USKI wird die Webseite 38 North fortbestehen. Diese hat anhand von Satellitenfotos Informationen über Nordkoreas Aktivititäten im Zusammenhang mit seinen Atomwaffen- und Raketenprogrammen angeboten.

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