UN-Berichterstatter: Einige der geflüchteten nordkoreanischen Kellnerinnen sind Opfer

erstellt: 2018-07-11

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Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Nordkorea, Tomas Ojea Quintana, hat einen Teil der 2016 gemeinsam nach Südkorea geflüchteten zwölf nordkoreanischen Kellnerinnen als Opfer bezeichnet. Quintana sagte auf einer Pressekonferenz am Dienstag, dass er einige dieser Restaurantmitarbeiterinnen getroffen habe. Er forderte, mit Rücksicht auf ihre Meinungen über ihre Zukunft zu entscheiden.

Zwölf Kellnerinnen und der Manager eines nordkoreanischen Restaurants im chinesischen Ningbo reisten am 7. April 2016 in Südkorea ein. Die damalige südkoreanische Regierung gab dies lediglich sechs Tage vor der Parlamentswahl bekannt. Daraufhin wurde der Verdacht erhoben, dass es sich um eine für politische Zwecke inszenierte Flucht handeln könnte. Die Regierung wies den Verdacht jedoch kategorisch zurück.

Der Verdacht kam im Mai dieses Jahres anlässlich einer Fernsehsendung erneut auf. Darin hieß es, dass der Manager den Mitarbeiterinnen gedroht und sie dazu gezwungen habe, nach Südkorea zu gehen. Dahinter habe eine entsprechende Forderung des südkoreanischen Geheimdienstes NIS gesteckt.

Nordkorea hat unmittelbar seit der Gruppenflucht auf verschiedenen Kanälen die Angelegenheit angesprochen und die Rückführung der Kellnerinnen verlangt. Auch bei einem hochrangigen innerkoreanischen Treffen im Januar verlangte Pjöngjang, die Nordkoreanerinnen heimzuschicken, und zwar als Voraussetzung für innerkoreanische Familienzusammenführungen. Die nordkoreanische Vertretung in Genf forderte am 30. Mai eine Untersuchung durch das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen.

Das südkoreanische Vereinigungsministerium hat de facto die Meinung eines UN-Berichterstatters über zwölf geflüchtete nordkoreanische Kellnerinnen bestritten.

Unterdessen bestätigte das Vereinigungsministerium in Seoul erneut, dass Informationen vorlägen, wonach die Nordkoreanerinnen freiwillig nach Südkorea gekommen seien. Von weiteren Angaben wolle das Ministerium absehen. Die Seouler Regierung habe keinesfalls die Menschenrechtsfrage der Nordkoreaner vernachlässigt. Die aus China geflüchteten Nordkoreanerinnen hätten aufgrund der Sorge über die Sicherheit ihrer Angehörigen nicht gewünscht, dass ihr Wille zur Flucht konkret bekannt gemacht werde. Vor diesem Hintergrund stoße das Ministerium an Grenzen, wenn der genaue Sachverhalt erklärt werden solle.

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