
Ein Kriegsschiff, das ein originaler Nachbau aus dem 16. Jahrhundert ist, ist am Donnerstag von Seoul aus zur südlichen Küstenstadt Tongyeong gefahren. Es soll dort ausgestellt werden. Es war das erste Mal seit dem Korea-Krieg, dass ein Schiff auf dem Weg zum Gelben Meer über den Han-Fluss durch die demilitarisierte Zone zwischen beiden koreanischen Staaten gesteuert wurde. Nach einer kurzen Zeremonie reihte sich das Schiff, das auf koreanisch „Geobukseon“ heißt, zu einer Schiffsparade in eine Gruppe von 30 anderen Schiffen ein, die mit einer Nationalfahne und anderen bunten Fahnen geschmückt waren.
Geobukseon
Geobukseon bedeutet wegen seiner Panzerung wörtlich Schildkrötenschiff. Es wurde erfunden, um japanische Piraten abzuwehren. In Taejong Sillok, den Annalen für König Taejong, heißt es, der Monarch habe ein Geobukseon bei einer Übung als Kriegsschiff gesehen. Nach den alten Aufzeichnungen existierte das Schiff bereits im 13. Jahrhundert in der Spätperiode des Goryeo-Reiches und der frühen Joseon-Dynastie. Berühmt wurde das Geobukseon während der japanischen Invasion von 1592 bis 1598. Das gepanzerte Kriegsschiff, das auf Anordnung von Admiral Yi Sun-shin gebaut wurde, spielte eine wichtige Rolle bei der Zurückschlagung der Invasoren. Unglücklicherweise sind die genauen Pläne von Yis Schildkrötenschiff nicht erhalten. Bis in die Spätzeit der Joseon-Dynastie existierten mehrere Ausprägungen des Schildkrötenschiffs.
Admiral Yi Sun-shin (1545-1598)
Yi Sun-shin schaffte das Examen für Offiziere im Jahr 1576, im neunten Jahr der Regierung von König Seonjo. Als Yi 1591 Flotten-Befehlshaber für die linke Jeolla-Provinz wurde, bildete er Militärangehörige aus und bereitete in Erwartung einer drohenden japanischen Invasion neue Waffen und Schiffe vor. Er ließ das Geobukseon mit einem geschützten Deck als Schutz gegen die Pfeile des Feindes bauen. Yi ging aus den Schlachten vor Okpo, Hansando und Myeongnyang siegreich hervor. Bei der Verfolgung der sich zurückziehenden Feinde wurde er durch einen Schuss in den Gewässern um Noryang getötet.
Admiral Yis Geobukseon
“Das Schiff war mit einer Platte verdeckt, in der sich enge Durchgänge in Form eines Kreuzes befanden und Bolzen steckten. Der Bug war mit einem Drachenkopf verziert, und das Heck war mit einem Schmuck in der Form eines Schildkrötenschwanzes versehen. Das Schiff hatte sechs Kanonenlöcher auf beiden Seiten. Beim Kampf gegen den Feind bildete das Schiff die Speerspitze. Wenn die feindlichen Soldaten auf das Schiff sprangen, wurden sie durch die Bolzen aufgespießt. Das Schildkrötenschiff errang den Sieg, indem gleichzeitig aus den Kanonen geschossen wurde...“ (Aus „Leben des Chungmugong Yi Sun-shin” von Yi Bun, Neffe von Admiral Yi)
Kampffähigkeit des Geobukseon
Soldaten: 45 Personen
Ruderer: 80 Personen
Zahl der Ruder: 16
Geschützlöcher: 36-72
Soldaten der Geobukseon
Lader: Nachladen der Kanonen
Kanoniere: Abfeuern der Kanonen
Schützen: Abfeuern von normalen Waffen
Kampfmethoden
Das Geobukseon griff den Feind an, indem es für große Entfernungen Artillerie und Feuerpfeile einsetzte. Auch wurde es zur Zerstörung der gegnerischen Schiffe eingesetzt.
Eigenheiten der Geobukseon-Schlachten
1. Da die Geschützlöcher nach vier Seiten ausgerichtet waren, konnte das Geobukseon aus jeder Position attackieren.
2. Der Schiffskörper wurde verstärkt, so dass es einen schnellen Vorstoß machen konnte. Das war einer der größten Vorteile in damaligen Seegefechten.
3. Das mit Speeren und Messern ausgestattete Schiff schützte die Soldaten.
Restauration des Geobukseon
Das Schildkrötenschiff wurde auf der Grundlage alter Aufzeichnungen nachgebaut. Die Nachbauten befinden sich u.a. in der Marineakademie des Landes. Auch kann man Nachbauten im Park am Han-Fluss und in Tongyeong sehen, wo die Leute an Bord gehen können.