Sie fragen, wir antworten

2011-07-02

FRAGE: Monitor Horst Brettschneider aus Göttingen hat uns einen Bericht über die neuesten Produkte, die der koreanische Autohersteller SsangYong auf dem europäischen Markt gelauncht hat, zugeschickt und meint: Die gängigen koreanischen Marken wie Hyundai und Kia kennt man natürlich, aber von SsangYong habe ich noch nie etwas gehört. Könnten Sie das Unternehmen in der Hörerecke etwas näher vorstellen?

ANTWORT: Die SsangYong Motor Company ist nach Hyundai, Kia und GM Daewoo der viertgrößte südkoreanische Automobilherhesteller. Typenmäßig liegt der Schwerpunkt auf Sports Utility Fahrzeugen, Nutzfahrzeugen wie Lastern und Bussen, aber auch Wagen der Luxusklasse, so die Chairman-Modelle, die auf dem Mercedes Benz W 124 beruhen und in Zusammenarbeit mit Mercedes entwickelt wurden. Der Name „SsangYong“ heißt übrigens wörtlich übersetzt „Zwei Drachen“ oder „Zwillingsdrachen“. Die Legende besagt, dass einst zwei unzertrennliche Drachen gemeinsam in den Himmel flogen und darauf warteten, dort eingelassen zu werden. Der Herrscher des Himmels wollte jedoch nur einem der Drachen Einlass gewähren. Standhaft weigerten sich die beiden Drachen – und beeindruckten ihn mit ihrem starken Zusammengehörigkeitsgefühl. So beschloss der Herrscher endlich, doch beide gemeinsam bei sich aufzunehmen. Die Marke SsangYong steht damit für starken Charakter, Standhaftigkeit und Zuverlässigkeit.

SsangYong ist auf zwei unterschiedliche „Drachen“ bzw. Firmen zurückzuführen, zum einen Ha Dong-hwan Motor Workshop, gegründet 1954, und Dongbang Motor Co., gegründet 1962. 1963 wurden aus diesen beiden Drachen der Doppeldrache Ha Dong-hwan Motor Co. Ein Jahr später, also 1964, begann die Ha Dong-hwan Motor Co. mit dem Bau von Jeeps für die US-Streitkräfte und mit der Herstellung von Lastern und Bussen. Mit dem Bus H7H R-66 startete 1966 das Exportgeschäft. Ab 1976 wurde die Produktreihe in Richtung Spezialfahrzeuge erweitert. 1977 wurde das Unternehmen in Dong-A Motor unbenannt. Ende 1984 übernahm die Firma den Konkurrenten Shinjin Jeep Motor Co. Schon 1983 hatte man den Modellnamen Korando von den Jeeps von Shinjin übernommen. Der Korando, der heute noch in weiterentwickelter Form gebaut wird, gehört zu den koreanischen Flaggschiff-Modellen bei den SUV. 1986 wurde Dong-A Motor dann von der Ssangyong Business Group übernommen. Diese übernahm dann widerum den britischen Spezialfahrzeugehersteller Panther Westwinds und änderte den Firmennamen nochmals in SsangYong Motor.

1991 startete SsangYong Motor eine Technologie-Transfer-Partnerschaft mit Daimler Benz, die zu einer 5%-Beteiligung führte. Es gab Vereinbarungen über die Entwicklung von Kleintransportern, Benzinmotoren, Personenwagen und Dieselmotoren. Ein Resultat dieser Zusammenarbeit war der Musso, ein SUV mit Daimler-Benz-Technologie, die neue Märkte auf Basis der Daimler-Benz-Infrastruktur erschließen helfen sollte. Der SsangYong Musso wurde zunächst von Mercedes-Benz und später von SsangYong verkauft. SsangYong profitierte von der Partnerschaft mit Daimler-Benz durch eine Version des Mercedes-Benz MB100, den Istana, und auch bei weiteren Modellen wie dem Korando der zweiten Generation, dem Rexton und dem Chairman H.

1997 kaufte Daewoo Motors schließlich die Anteilsmehrheit am Unternehmen, wodurch SsangYong-Fahrzeuge und somit auch Mercedes-Benz-Nachbauten als baugleiche Modelle unter dem Markennamen Daewoo angeboten wurden. Schon im Jahr 2000 verkaufte Daewoo SsangYong, weil der Mischkonzern selbst in finanzielle Probleme kam. Ende Oktober 2004 übernahm schließlich der chinesische Automobilhersteller SAIC (Shanghai Automotive Industry Corporation) 48,9% der Anteile an der SsangYong Motors Company.

Die Partnerschaft mit den Chinesen war problematisch, u.a., weil SAIC angeblich die Hybrid-Technologie von SsangYong gestohlen haben soll. Am 9. Januar 2009 wurde beim Bezirksgericht Seoul Gläubigerschutz für SsangYong beantragt. Vier Tage später wurde die Produktion vorübergehend eingestellt, weil das Unternehmen aufgrund von Liquiditätsschwierigkeiten die Zulieferbetriebe nicht mehr bezahlen konnte. Am 5. Februar 2009 wurde die Produktion in den Werken Pyeongtaek und Changwon jedoch wieder aufgenommen. Die weltweite Wirtschaftskrise, Nachfragerückgang und der Disput um den Technologie-Klau mit den Chinesen sowie um deren nicht eingehaltene Investitionsversprechen bilden den Hintergrund.

Im Jahre 2010 wurde Daewoo Motor Sales von General Motors fallen gelassen. General Motors unterschrieb einen Vertrag mit der SsangYong Motor Company, die neue Modelle der Marken Rodius, Chairman W und Chairman H liefern sollte, und zwar gegen eine Finanzspritze von 17,6 Mio Dollar.

Im April 2010 gab die SsangYong Motor Company bekannt, dass mehrere Firmen an einer Beteiligung interessiert seien, was die Aktien gleich um 15% in die Höhe schnellen ließ. Später wurde bekannt, dass es sich bei den Interessenten um Mahindra & Mahindra Limited aus Indien, die indische Ruia Group sowie SM Aluminum, Seoul Investments und Renault Samsung aus Südkorea handelte. Im August 2010 wurde Mahindra & Mahindra Limited als bevorzugter Bieter für SsangYong gewählt. Die Übernahme der Mehrheitsanteile wurde im Februar 2011 unter Dach und Dach gebracht.

Damit ist die SsangYong Motor Company der viertgrößte koreanische Automobilhersteller mit einer Aktienmehrheit der indischen Mahindra & Mahindra Limited. Wer sich näher für das Unternehmen und v.a. Dingen seine Produkte auf dem deutschen Markt interessiert, der gehe auf www.ssangyong.de/unternehmen oder auf die Seite der Schweizer Vertretung: www.ssangyong.ch/unternehmen/ Dort erfahren Sie dann auch, was Ssangyong zum Spezialisten für robuste, bärenstarke und zuverlässige Offroad-Fahrzeuge macht: „So ist die sehr ansprechende Karosserie des Rexton II in Europa entstanden. Sie wurde bei der renommierten italienischen Designschmiede Italdesign von Giorgio Giugario entworfen. Der neue Crossover wartet aber nicht nur mit einem europäischen Styling sowie modernen und sparsamen Motoren auf, sondern auch mit der heute marktüblichen Wahl zwischen Front- und Allradantrieb. Außerdem tragen strenge Qualitätsvorgaben des Lizenzgebers Mercedes-Benz für Motor und Produktion sowie die Verwendung hochwertiger Komponenten von Mercedes-Benz-Lieferanten zu größter Zuverlässigkeit bei. Die umfassenden, mehrjährigen Garantie- und Serviceleistungen entsprechen ebenfalls europäischen Standards und überzeugen auf der ganzen Linie.“
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