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2011-09-03

Das Zeitalter der modernen Münzprägung in Korea begann regelrecht erst mit dem Projekt des 1883 gegründeten Jeonhwanguk, der staatlichen Münzprägeanstalt, die im Jahr 1888 den Auftrag hatte, 15 verschiedene Münzen zu prägen. Das Projekt kam allerdings aus Mangel an Rohstoffen und Finanzierungsmöglichkeiten nicht über die Prägung von Testmünzenserien hinaus und nur 3 der geplanten 15 Münzen konnten in Umlauf gebracht werden. Es handelte sich um die ersten modernen Münzen aus Zinn in verschiedenen Größen und Denominierungen, 5 davon vergoldet, 5 versilbert und 5 verkupfert. Von 1892-1902 war die koreanische Währung übrigens der Yang, der sich in 10 Jeon (전/錢), 100 Bun (분/分) und 5 Yang = 1 Hwan (환/圜) unterteilte.

1894 nahm Joseon nach japanischem Vorbild in der Charta über die Herausgabe einer modernen Währung offiziell den Silberstandard zur Deckung seiner Währung an. Im letzten Abschnitt der Charta heißt es, dass bis zur Prägung und Herausgabe einer hinreichend großen Menge der neuen Währung Fremdwährungen erlaubt seien, wenn sie denselben Wert wie die koreanische Währung besäßen. Damit wurde zwar das koreanische Geldsystem modernisiert, gleichzeitig aber dem japanischen Yen Tür und Tor in Joseon geöffnet. Hinzu kam, dass Silbermünzen nur beschränkt geprägt wurden, Nickelmünzen - legal und illegal - aber in großen Mengen, was den Geldwert sinken und die Lebenshaltungskosten in die Höhe schnellen ließ, die Inflation galoppierte. Nicht zu vergessen die Hegemoniebestrebungen der Großmächte, die 1896 in der Ermordung Königin Mins durch die Japaner kulminierten, was zur Proklamation des Kaisererreiches Joseon im Jahr 1897 führte. All das schließlich führte wiederum dazu, dass 1901 in einem Erlass der zu der Zeit pro-russisch gesinnten Regierung von Joseon der Goldstandard eingeführt wurde. Nach Artikel 1 des Erlasses hatte allein die Regierung des Kaiserreiches Joseon das Münzprägerecht. Artikel 3 sah 7 Münzarten vor, darunter Gold-, Silber-, Nickel- und Rotkupfermünzen. Der russische-japanische Krieg, der 1904 ausbrach, verhinderte jedoch die Umsetzung des Erlasses.

Von 1902 bis 1910, dem Jahr der offiziellen Annexion Joseons durch Japan, gab die japanische Nationalbank, die Daiichi Bank, über die die Handelsaktivitäten in den koreanischen Häfen liefen, u.a. Banknoten im Wert von 1 Won, 5 Won und 10 Won heraus. Der Widerstand der koreanischen Öffentlichkeit gegen diese erzwungene Verletzung der Souveränität Koreas wurde mit der Drohung, japanische Kriegsschiffe gegen Joseon zu mobilisieren, gebrochen. Von 1902 bis 1910 war die koreanische Währung der Won, der von der 1909 gegründeten Koreanischen Zentralbank herausgegeben wurde. Der Won war das Gegenstück des japanischen Yen, durch den er 1910, mit der Annexion Koreas in Form eines Koreanischen Yen ersetzt wurde. Won-Münzen gab es in den Denominierungen ½, 1, 5, 10 und 20 Jeon, sowie ½, 5, 10 and 20 Won. Die Münzen trugen die Aufschrift Daehan für Groß-Korea und Gwangmu (광무; 光武) bzw. Yunghui (융희;隆熙) als Bezeichnung der Ära. 1905 hatten die Japaner übrigens offiziell den Goldstandard angenommen.

Von 1910 bis 1945, also während der japanischen Kolonialherrschaft, war dann der Koreanische Yen die gängige Währung in Korea und ersetzte den bis dahin gültigen Won. 1909 wurde mit der Bank von Korea die erste Zentralbank des Landes gegründet. Die ersten von der Zentralbank gedruckten Scheine tragen noch die englische Aufschrift The Bank of Korea und One Yen - in Gold or Nippon Ginko Note - also Ein Yen - in Gold oder Yen der Japanischen Zentralbank. Nach Verlust der Souveränität des Landes tragen die ersten Scheine aus dem Jahr 1911 dann den Aufdruck: Bank of Chosen, das war der neue Name der koreanischen Nationalbank. Der Rest bleibt sich gleich.

1931 gab Großbritannien in Folge der Sterlingkrise die Goldstandard-Bindung auf und Japan folgte nach, damit auch das unter Kolonialherrschaft stehende Korea. Seitdem gilt das Bretton Woods System, das den alten Goldstandard ablöste.

Nach der Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft im Jahre 1945 waren die von der Chosen Bank herausgegeben Banknoten bis etwa 1950 die einzig gültigen in Korea. Von September 1945 bis Mai 1946 wurden vier Mal neue Geldscheine mit unterschiedlichem Wert herausgegeben, wobei die Paulownie, der Nationalbaum Japans, durch die Roseneibischblüte, die Nationalblume Koreas, ersetzt wurde. 1949 wurde eine Obergrenze für die herauszugebende Geldmenge festgelegt und kleinere Geldeinheiten herausgegeben. Am 12. Juni 1950 öffnete die Koreanische Zentralbank wieder ihre Türen, am 25. Juni brach der Koreakrieg aus. Im Juli 1950 brachte die Bank ihre ersten Geldscheine heraus, um gegen die Massenzirkulation von Geld, das die nordkoreanischen Truppen gedruckt hatten, vorzugehen und eine Inflation zu verhindern. Von 1950 bis 1953 druckte die Koreanische Zentralbank fünf Mal Geld, um die alten Scheine der Bank von Chosen zu ersetzen und so gegen Inflation und wirtschaftliche Agitation aus dem Norden vorzugehen. Es war quasi eine erste Währungsreform.
Im Oktober 1951 wurde KOMSCO, die Korea Minting and Security Corporation, die bis heute für Geldproduktion und Fälschungssicherheit zuständig ist, ins Lebn gerufen. (https://www.koreamint.com/index.jsp)

Im Februar 1953, kurz vor der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens, das den Koreakrieg vorerst zu Ende bringen sollte, wurde in einer Notfallverordnung des Präsidenten der Won durch den Hwan als gültige Währung für alle Finanztransaktionen und Verbindlichkeiten ersetzt. Der Won wurde durch diese zweite Währungsreform auf 1/100 seines Werts vor der Reform abgewertet. 22 Arten von Geld wurden herausgegeben, darunter Scheine im Wert von 1000-Hwan, 100-Hwan, 10-Hwan, 5-Hwan und 1-Hwan. Die ersten Scheine mussten noch in den USA gedruckt werden. Heutzutage druckt Korea im Auftrag anderer Länder Währungen und ist für seine hohen Sicherheitsstandards gegen Fälschungen bekannt.

Die dritte Währungsreform wurde im Juni 1962 durchgeführt, ein Jahr nach dem Militärputsch, der Präsident Park Chung-hee an die Macht gebracht hatte. Diesmal wurde der Hwan auf 1/10 seines Wertes gedrückt und wieder durch den Won ersetzt. Hauptgrund der Reform war die Flüssigmachung von Geheimfonds aus der Verfilzung von Wirtschaft und Politik. Die Gelder flossen in den ersten Fünfjahres-Wirtschaftsaufbauplan der Regierung. Mit der raschen wirtschaftlichen Entwicklung Koreas in den 1970er Jahren kam es zur Herausgabe immer höherer Denominierungen wie 5.000- und 10.000-Won- Scheine im Jahr 1972 bzw. 1973. 1975 kam ein 1.000-Won-Schein heraus. Am 2. Januar 2006 wurde dann eine neue 5.000-Won-Banknote ausgegeben, da die alte 5.000-Won-Banknote oft mit der damaligen 1.000-Won-Banknote verwechselt wurde. Ab dem 22. Januar 2007 wurden auch die alten 1.000- und 10.000-Won-Scheine durch neue ersetzt. Am 23. Juni 2009 wurde als derzeit höchste Banknote der 50.000-Won-Schein herausgegeben, der einzige übrigens, mit einem Frauenporträt. Die neuen Scheine sind fälschungssicher, so verfügt z.B. der neue 10.000-Won-Schein über 21 Sicherheitsmerkmale, von denen einige weltweit nur auf koreanischen Scheinen zu finden sind. Die koreanische Münzprägeanstalt KOMSCO vertreibt diese Sicherheitstechnologien mittlerweile weltweit.

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