Zum Menü Zum Inhalt

Vorsichtige Spekulationen über Durchbruch in Verhandlungen zwischen USA und Nordkorea

#Thema des Tages l 2018-09-07

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Der Besuch einer Delegation von Sondergesandten des Präsidenten Moon Jae-in in Nordkorea hat vorsichtige Spekulation über einen Durchbruch in den ins Stocken geratenen Gesprächen zwischen Washington und Pjöngjang ausgelöst.


US-Präsident Donald Trump reagierte positiv. Trump hat per Twitter dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un für sein standhaftes Vertrauen gedankt und versprochen, weiterhin zusammenzuarbeiten. Hingegen zeigte sich Außenminister Mike Pompeo eher zurückhaltend. Es sei noch enorme Arbeit zu erledigen, um Nordkoreas Atomwaffen abzuschaffen, sagte er.


Nordkorea und die USA waren vor dem Besuch der südkoreanischen Delegation mit einem jeweils unterschiedlichen Konzept zum Verfahren der Denuklearisierung aufeinandergeprallt. Die USA wollten zuerst sichtbare Maßnahmen für die Denuklearisierung. Nordkorea wollte aber zunächst eine Erklärung des formellen Endes des Koreakriegs sehen. Washington hat allerdings signalisiert, die Erklärung des Kriegsendes könnte selbst ohne sichtbare Maßnahmen für die Denuklearisierung möglich sein, wenn Nordkorea wenigstens einen konkreten Zeitplan hierfür vorlegen würde. In dieser Situation hat Kim Jong-un den südkoreanischen Gesandten de facto einen von den USA geforderten Zeitplan vorgestellt. Kim sagte, er möchte die Denuklearisierung noch während der ersten Amtszeit von Trump bis Januar 2021 abschließen.


Daraufhin schlug Trump auf Twitter vor, dies gemeinsam zu schaffen. Für Trump sind sichtbare Ergebnisse in der Nordkoreafrage dringend notwendig, nicht zuletzt für einen Sieg bei den Zwischenwahlen am 6. November. Dies hat Kim Jong-un vollständig zufriedengestellt. Auch hinsichtlich seiner Forderung nach einer Erklärung des Kriegsendes machte Kim deutlich, dass dies mit der Präsenz von US-Soldaten in Südkorea oder der Allianz zwischen den USA und Südkorea nichts zu tun habe. Damit wollte Kim Verdächte und Bedenken in den USA zerstreuen.


Pompeos vorsichtige Äußerung spiegeln offenbar die Strategie der US-Regierung wider. In dieser Lage entsendet Washington den neuen Sonderbeauftragten für Nordkorea Stephen Biegun nach Südkorea, China und Japan. Das US-Außenministerium betont seine Rolle für die diplomatischen Bemühungen, um eine endgültige und vollständig überprüfte Denuklearisierung zu erzielen. Damit betont Washington, in welche Richtung die Verhandlungen mit Nordkorea gehen sollten. Dies bedeutet einen steinigen Weg in den Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea, selbst wenn ein Durchbruch erzielt würde.

Die Redaktion empfiehlt