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Debatte über Wehrdienstbefreiung von Spitzensportlern

#Themen der Woche l 2018-09-09

Nachrichten

ⓒ YONHAP News

Die Asienspiele 2018 haben eine Debatte über die Befreiung von Spitzensportlern vom Wehrdienst ausgelöst.  


Im Mittelpunkt der Diskussionen steht die südkoreanische Baseballmannschaft. Die Nationalmannschaft für die Asienspiele setzte sich aus Profispielern zusammen, während die traditionell starken Gegner wie Japan und Taiwan Amateure aufgeboten hatten. 


Von den 42 Sportlern, die bei den Asienspielen eine Goldmedaille gewannen und damit die Bedingung für die Befreiung vom Wehrdienst erfüllten, sind 29 Baseballspieler und Fußballspieler. 


Die Regelung zur Befreiung vom Wehrdienst als Belohnung für besondere sportliche Leistungen bei internationalen Wettkämpfen wurde 1973 eingeführt. Der erste Nutznießer war der Ringkämpfer Yang Jung-mo. Yang gewann bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal das erste olympische Gold für Südkorea. 


Seitdem Südkorea in vielen Sportarten an die Weltspitze vorgerückt ist, gerät die Regelung immer heftiger in die Kritik. Unter anderem wird es nicht als gerecht empfunden, dass Profi-Baseballer und Fußballer, die ohnehin ein stattliches Gehalt beziehen, vom Wehrdienst befreit werden. In Sportarten wie Schwimmen und Leichtathletik, die kaum gefördert werden, hätten Sportler weniger Chancen auf eine Medaille, obwohl sie genau so hart trainieren. 


Die Debatte hatte sich seit den Asienspielen verschärft und es werden Überlegungen angestellt, das System zu verbessern. Der Chef der Militärdienstbehörde erwähnte eine mögliche Abschaffung der Regelung. Vom koreanischen Sportverband wurde die Einführung eines Meilensystems zur Sprache gebracht, demnach für Spitzenleistungen bei internationalen Sportwettkämpfen Punkte vergeben werden. Vom Militärdienst befreit werden nur diejenigen Sportler, die eine bestimmte Punktzahl erreicht haben. 

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