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Regierung hebt MERS-Warnstufe an

#Thema des Tages l 2018-09-10

Nachrichten

ⓒ KBS News

Drei Jahre und drei Monate seit dem ersten Ausbruch ist in Südkorea erneut ein Infektionsfall des Nahost-Atemwegssyndrom-Coronavirus (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus, MERS-CoV) gemeldet worden. Die zuständigen Behörden beschäftigen sich mit prompten Gegenmaßnahmen, damit sich die Epidemie nicht so stark ausbreitet wie vor drei Jahren.


MERS-CoV ist ein Virus aus der Familie der Coronaviren, das beim Menschen eine schwere Infektion der Atemwege, Lungenentzündung und Nierenversagen verursachen kann. Die Sterberate liegt bei 20 bis 46 Prozent. Diese Atemwegserkrankung brach erstmals 2012 in Saudi-Arabien aus.


Bislang gibt es noch keine erprobte antivirale Therapie und kein Heilmittel. Die Behandlung beschränkt sich daher lediglich auf die Linderung der Symptome. Experten vermuten als Zwischenwirt Dromedare, von denen das Virus auf Menschen übertragen wird. Durch Kontakte mit kleinsten Tröpfchen des Patienten, mit Dromedaren oder dem Verzehr von Dromedarmilch könnte man infiziert werden.


2015 ist den Südkoreanern als Mers-Alptraum in Erinnerung. Am 20. Mai jenen Jahres wurde ein Mann nach einer Nahostreise als erster Mers-Patient in Südkorea diagnostiziert. Wegen mangelhafter Vorkehrungen im Anfangsstadium wurden bis zum 23. Dezember des Jahres 186 Infektionsfälle gemeldet. 38 Personen starben und 16.572 Personen mussten isoliert werden. Es dauerte fast sieben Monate, bis die Gesundheitsbehörde die Epidemie für beigelegt erklären konnte. Die Mers-Krise hat in Südkorea nicht nur für Schäden beim Menschen und in der Wirtschaft gesorgt. In der Kritik stand auch das mangelhafte System zur Behandlung einer Pandemie.


Trotz der schmerzhaften Erfahrung war auch diesmal die Reaktion nicht fehlerfrei. Der Patient, ein 61-jähriger Mann, der auf einer Dienstreise in Kuwait war, hat sich bei der Ankunft am Flughafen Incheon im Rollstuhl sitzend gemeldet, dass er seit Tagen unter Durchfall leide. Der Inspektor hat ihn jedoch passieren lassen, da er eine normale Körpertemperatur hatte und keine Symptome für eine Atemwegserkrankung gezeigt hat. Der Patient fuhr anschließend mit dem Taxi sofort in eine Klinik und vier Stunden nach seiner Ankunft wurde sein Fall der Gesundheitsbehörde gemeldet. Diesmal hat die private Klinik prompter und angemessener reagiert als die für die Quarantäne zuständige Behörde. Daher wird eindringlich gewarnt, dass sich eine Krise wie vor drei Jahren nicht wiederholen solle.

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