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Die jährliche Sonderverkaufsaktion in Südkorea

#Thema der Woche l 2018-10-08

Wirtschaft Aktuell

ⓒ YONHAP News

Die größte Verkaufsaktion in Südkorea fand in diesem Jahr zwischen dem 28. September und dem 7. Oktober statt. Das zehntägige Verkaufsfestival Korea Sale FESTA wurde nach dem Vorbild des amerikanischen Black Friday geschaffen. Der Ökonom Seo Yong-gu von der Abteilung für Unternehmen und Wirtschaft an der Sookmyung-Frauen-Universität sagt zum Thema: 


Korea Sale FESTA ist die größte Verkaufsaktion in Korea, sie ähnelt dem Black Friday-Event in den USA und dem chinesischen Guanggun Jie. Das Einkaufs- und Tourismusfestival wird von der Regierung mit dem Ziel gefördert, den einheimischen Markt zu beleben. Die Aktion hieß ursprünglich Korea Black Friday, als sie 2015 ins Leben gerufen wurde. Doch wurde sie im darauffolgenden Jahr umbenannt. 2016 dauerte die Veranstaltung 33 Tage, vom 29. September bis zum 31. Oktober. Im ersten Jahr nahmen 210 Einzelhändler daran teil und die Umsätze stiegen um 12,5%. Etwa 400 Händler waren es 2017, doch der Umsatzanstieg betrug lediglich 5%. 


Nach Angaben des Korea-Instituts für Industrielle Wirtschaft und Handel erhöhte sich der Privatverbrauch 2016 dank des Korea Sale FESTA um 0,27 Prozentpunkte und das Bruttoinlandsprodukt um 0,13 Punkte. Im vergangenen Jahr stiegen der Verbrauch um 0,13 Punkte und das BIP um 0,06 Punkte. In diesem Jahr wurde die Aktion zeitlich gekürzt, um den Fokus zu verstärken. Auch wurde der Teilnehmerkreis erweitert:


Korea Sale FESTA 2018 fand zum dritten Mal statt. Es wurde auf zehn Tage gekürzt, doch nahmen diesmal große Produzenten wie Samsung Electronics und LG Electronics daran teil, die Preisnachlässe um 25 bis 50% angeboten haben. Im Hyundai-Kaufhaus gab es bei Marken wie Adidas und Nike Nachlässe um bis zu 80%. Hyundai Motors ging bei den Preisen für viele seiner Produkte um 7 bis 20% herunter. Viele Unternehmen beteiligten sich in diesem Jahr, einschließlich kleiner und mittelgroßer Firmen und Händlern von traditionellen Märkten. 


Es nahmen diesmal 440 Unternehmen an der Verkaufsaktion teil, darunter selbst Autohersteller sowie Marktverkäufer und Franchise-Unternehmen. Es wurden 20 sogenannte Killer-Waren ausgewählt, deren Preise so niedrig waren wie nie zuvor. Die Umsätze an den ersten beiden Tagen stiegen im Vergleich zum vorigen Jahr um 12%. Zum Guanggun Jie in China gibt es jedoch große Unterschiede: 


Chinas Guanggun Jie findet am 11. November statt. Es ist auch als Single-Day bekannt. Das Einkaufsportal Alibaba hatte den Tag 2009 als Shopping-Veranstaltung beworben und Alleinstehende dabei im Auge gehabt. Noch vor dem Zehn-Jahres-Jubiläum wurde 2017 ein erstaunlicher Rekord verzeichnet. Etwa 400 Millionen Menschen führten am 11. November Online-Käufe durch. Der Tagesumsatz erreichte 28 Billionen Won, das waren mehr als an Cyber Monday und Black Friday in den USA zusammen. Die exzellente Marketingstrategie Alibabas wie auch das Wachstum des Unternehmens und Chinas Marktgröße trugen zu diesem Zuwachs  bei. 


Im vergangenen Jahr wurde bei der Verkaufsaktion Guanggun Jie ein Umsatz von 28 Billionen Won erreicht, das entsprach einem Anstieg um 40% im Jahresvergleich. Auch der Black Friday in den USA lässt die Umsätze steigen. Online-Verkäufe auf Websites wie Amazon erreichten im vergangenen Jahr 14 Milliarden Dollar. Die Gesamtumsätze von etwa 100 Händlern, die am zweiten Korea Sale FESTA 2017 teilnahmen, blieben unter der Schwelle von elf Billionen Won: 


Weil die Aktion von der Regierung organisiert wird, halten sich private Firmen weitgehend zurück. Zudem gibt es die Waren, die in großen Supermärkten, Kaufhäusern und Online-Läden angeboten werden, bereits zu niedrigeren Preisen. Das heißt, nur Händlern in Kaufhäusern ist es möglich, bei einer Verkaufsaktion Nachlässe um über 50% anzubieten. Darüber hinaus haben koreanische Kaufhäuser ihre eigenen Saison-Verkaufsaktionen. Korea Sale FESTA kann deshalb keinen festen Stand finden. 


Nicht nur die Preisnachlässe lassen zu wünschen übrig, auch werden im Vergleich zu großen Verkaufsaktionen in anderen Ländern aufgrund der Verteilerstruktur in Korea in der Summe weniger Waren angeboten. Auch wird kritisiert, dass die Aktion mehr oder weniger mit den Feiertagen um das Erntedankfest Chuseok zusammenfällt, an denen viele Koreaner verreisen und bereits zahlreiche Käufe tätigen: 


Wichtig für eine Marke ist Kontinuität, so dass sie eine feste Stellung hat. Darum wurde auch der Name der Aktion zu Korea Sale FESTA geändert. Doch weil der Zeitpunkt ein Problem ist, warten viele Koreaner lieber den Black Friday oder das Guanggun Jie ab. Einige schlagen daher Januar oder Februar um die Zeit des Mondneujahrs für die Aktion vor. 


Die privaten Unternehmen müssten die Führung bei der Organisation der größten koreanischen Verkaufsaktion übernehmen, um diese zu einem noch größeren Erfolg zu verhelfen.

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