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Südkoreas Schiffbauer erobern voraussichtlich Spitzenposition bei Auftragsvolumen zurück

#Thema des Tages l 2018-11-02

Nachrichten

ⓒKBS News

Die südkoreanische Schiffbauindustrie hat nach der bisher schlimmsten Krise wegen des drastischen Auftragsrückgangs ein Sprungbrett für einen Aufschwung geschaffen. Es wird erwartet, dass Südkorea dieses Jahr die Spitzenposition beim Auftragsvolumen zurückerobert, die China jahrelang verteidigte. Jedoch sind die Aussichten für die Geschäftsergebnisse weiter eingetrübt. Ein Auftrag spiegelt sich erst mit einem zeitlichen Verzug in den Ergebnissen wider, man muss zudem einen Kostenanstieg hinnehmen.


Die deutliche Verbesserung bei den Auftragseingängen wird darauf zurückgeführt, dass die Anzahl der Bestellungen von denjenigen Schiffstypen deutlich gestiegen ist, deren Bau zu Südkoreas Stärken zählt. Die Zahl der Aufträge für LNG (Flüssigerdgas)-Transportschiffe und supergroße Tanker (VLCC) nahm zu, die Schiffspreise befinden sich auf einem Erholungskurs. Im Jahr 2016, der schlimmsten Rezessionszeit des globalen Schiffsmarktes, wurden nur 14 VLCC und zehn LNG-Transportschiffe bestellt. Dieses Jahr wuchs die Zahl deutlich jeweils auf 38 und 44 Einheiten. Die meisten dieser Aufträge bekamen koreanische Schiffbauer. Es gibt außerdem Anzeichen für eine Belebung am Markt für Offshore-Anlagen. Hyundai Heavy Industries bekam erstmals seit vier Jahren einen Auftrag für solche Anlagen.


Experten meinen, dass die von der Regierung gelenkte chinesische Schiffbauindustrie nun hinsichtlich der Technologie und Qualität an Grenzen stoße. Der deutliche Zuwachs der Material- und Personalkosten in China führt ebenfalls zum Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Darüber hinaus ist die Anzahl der Bestellungen von Massengutfrachtern, ein Bereich, in dem China stark ist, infolge des Überangebots drastisch zurückgegangen. Von 353 im Vorjahr sank die Zahl auf 185 in den ersten drei Quartalen dieses Jahres.


Beobachter warnen jedoch vor einem verfrühten Optimismus. Trotz der erwarteten Rückkehr Südkoreas an die Spitze ist die Zahl der Aufträge verglichen mit der Zeit der Hochkonjunktur immer noch gering. Zudem besteht die Bedrohung durch chinesische Schiffbauer fort. Zwei von den drei größten Schiffbauern Südkoreas werden dieses Jahr voraussichtlich ein großes Defizit verbuchen. Daher wird verlangt, durch eine Umstrukturierung und Kosteneinsparung die Effizienz zu verbessern und sich weiter um die Technologieentwicklung zu bemühen.

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