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Interessante Suchwörter der letzten Tag

#Suchwort Aktuell l 2018-11-09

Kreuz und Quer durch Korea

ⓒ YONHAP News

Der bekannte südkoreanische Filmschauspieler Shin Sung-il, der in Hunderten von Spielfilmen mitgewirkt hatte, ist am vergangenen Sonntag um 2.30 Uhr gestorben. Er erlag im Alter von 81 Jahren einem Lungenkrebs-Leiden. Bei ihm wurde im Juni letzten Jahres Lungenkrebs im dritten Stadium festgestellt. Er zeigte sich aber auch danach häufig in der Öffentlichkeit. Er war auch bei den Internationalen Filmfestspielen von Busan im vergangenen Oktober noch auf dem roten Teppich zu sehen. Zudem war geplant, dass er an dem heute stattfindenden 8. Preis für schöne Künstler teilnehmen und den Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den koreanischen Film erhalten wird. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich aber in den letzten Tagen vor seinem Tod drastisch. Der Verstorbene wirkte in rund 500 Filmen als Hauptdarsteller mit und erfreute sich in den 1960er und -70er Jahren als Schauspieler großer Beliebtheit. Er debütierte 1960 vor der Kamera. Allein im Jahr 1966 trat er in 89 Filmen auf. Bei einigen Filmen machte er sich auch als Produzent oder Regisseur einen Namen. Er war auch kurz als Politiker aktiv und wurde bei den Wahlen im Jahr 2000 als Abgeordneter der damaligen größten konservativen Oppositionspartei ins Parlament gewählt. Auch als Mitglied in politischen Kreisen engagierte er sich aktiv für die koreanische Filmindustrie. Viele Netzbürger äußerten im Internet ihr Beileid und trauerten um einen großen Star der südkoreanischen Filmszene. 


Das Interesse der Netzbürger zog auch die Nachricht darüber auf sich, dass der ehemalige US-Militärstandort Yongsan in Seoul nach 114 Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Vom 2. November bis Ende dieses Jahres wird sechsmal ein Bustour-Programm für die bisherige Militärbasis der US-Streitkräfte durchgeführt. Bei dem Programm können die Teilnehmer mit einem Bus historisch und kulturell bedeutende Orte auf dem Gelände besichtigen. Der Militärstandort Yongsan war seit 1904, als die japanischen Besatzer anlässlich des Russisch-Japanischen Krieges die Gegend als ihre Militärbasis zu benutzen begannen, generell für den Zugang von Zivilisten gesperrt. Im Jahr 2005 beschloss Südkorea, den Standort in einen Park zu verwandeln, da die US-Militärbasis nach Pyeongtaek verlegt werden sollte. Im vergangenen Juni feierten die in Südkorea stationierten US-Streitkräfte auf ihrem neuen Stützpunkt in Pyeongtaek die Eröffnung ihres neu eröffneten Kommando-Gebäudes. Wenn die Verlegung aller Einrichtungen der US-Streitkräfte von Yongsan nach Pyeongtaek abgeschlossen wird, wird das Verfahren zur Rückgabe des Geländes an Südkorea stufenweise vorangetrieben. Die vier Bustouren im November werden für Experten für die Verwandlung des Geländes in einen Park und die Bewohner der Region durchgeführt. An den zwei Touren im Dezember, jeweils am 7. und 14. Dezember, können interessierte Bürger nach einer Beantragung im Internet teilnehmen. Viele Netzbürger brachten ihr Interesse zum Ausdruck. Sie möchten gern mit eigenen Augen sehen, wie das seit über 100 Jahren für die Zivilisten gesperrte Gelände mit seinen Militäreinrichtungen aussieht. 


Das Interesse der Netzbürger weckte auch die Nachricht, dass spätestens ab Januar des nächsten Jahres allen Haushalten mit Kindern unter 6 Jahren unabhängig von ihrem Einkommensniveau Kindergeld gezahlt werden soll. Die Regierung, die Regierungspartei und das Präsidialamt sind sich kürzlich darin einig geworden, einen Änderungsentwurf des Kindergeldgesetzes mit dem entsprechenden Inhalt im Parament zu verabschieden. Das Kindergeld wurde eingeführt, um die finanzielle Belastung der Haushalte aufgrund der Kinderbetreuung und –erziehung zu reduzieren und das Wohl der Kinder zu fördern. Die Regierung zahlt für Kinder ab der Geburt bis zum Alter von fünf Jahren 100.000 Won, umgerechnet rund 90 Dollar, im Monat. Jedoch können nach dem aktuellen Gesetz zum Kindergeld nur Haushalte, die bezüglich des Einkommens zu den unteren 90% der Einkommensbezieher gehören, davon profitieren. Die Regierungspartei Minjoo war dafür, dass alle betreffenden Haushalte unabhängig vom Einkommensniveau in den Genuss des Kindergeldes kommen sollten, stieß jedoch auf Widerstand des Oppositionslagers, das auf selektiven Sozialleistungen bestand. In politischen Kreisen gab es aber den Hinweis darauf, dass die Erweiterung der Nutznießer des Kindergeldes unvermeidlich sei. Denn das Koreanische Forschungsinstitut für Gesundheit und Gesellschaft legte das Forschungsergebnis vor, dass die Verwaltungskosten für die Auswahl von Nutznießern höher seien als die Kosten für die zusätzliche Zahlung von Kindergeld an die obersten 10% der Einkommensbezieher. Damit wurde in der öffentlichen Meinung die Kritik an einer selektiven Zahlung verstärkt. Viele Netzbürger heißen nun die geplante Novellierung des Gesetzes zum Kindergeld willkommen. Die obersten 10% der Einkommensschicht vom Kindergeld auszuschließen sei eine weitere Diskriminierung. Sie zahlen ebenfalls Steuern und sollten dementsprechend gleiche öffentliche Sozialleistungen genießen.

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