Zum Menü Zum Inhalt

Feinstaubteppich überzieht Südkorea

#Thema des Tages l 2019-01-14

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Ganz Südkorea ist zurzeit von einem Feinstaubteppich überzogen. In der Hauptstadtregion wurden den zweiten Tag in Folge Notmaßnahmen zur Feinstaubreduzierung ergriffen.


Allgemein wird davon ausgegangen, dass Feinstaub aus China einen großen Einfluss auf die schlechte Luft in Südkorea hat. Verschiedene Studien belegen dies. Ein vor zwei Jahren erstellter Bericht des südkoreanischen Nationalen Umweltforschungsinstituts enthält die Ergebnisse einer Untersuchung zu Luftschadstoffen, die über die Grenzen Südkoreas, Chinas und Japans hinweg weite Strecken zurücklegen. Demnach wurde Feinstaub im Jahr 2013 in Südkorea zu 46 Prozent im Land selbst emittiert. 41 Prozent der schädlichen Partikeln stammten aus China und 13 Prozent aus Nordkorea sowie von sonstigen Emittenten.


China kritisiert diese Argumentation. Denn in der Studie sei die nach 2013 verbesserte Luftqualität in China nicht berücksichtigt worden. Koreanische Forscher halten dem entgegen, dass der Anteil Chinas an der Feinstaubbelastung in Südkorea auch dann weitgehend unverändert wäre, wenn eine zwischenzeitliche Verbesserung der Luftqualität in China berücksichtigt würde. Denn auch in Südkorea seien in der Zwischenzeit die Feinstaubemissionen reduziert worden.


China hatte zuvor einen Einfluss seiner Feinstaubemissionen auf die Luftqualität in Südkorea zugegeben. In einem 2006 erstellten Bericht über eine seit 2000 durchgeführte gemeinsame Forschung der Regierungen Südkoreas, Chinas und Japans steht, dass Sulfat und Nitrat, wichtige Bestandteile des Ultrafeinstaubs in Südkorea, zu mehr als 40 Prozent aus China stammen. Die Luft in Ostasien wurde tatsächlich wegen der rapiden Industrialisierung Chinas stark verschmutzt. Aus diesem Anlass führten die Regierungen der drei ostasiatischen Länder eine gemeinsame Forschung durch.


Im Zusammenhang mit der Feinstaubbelastung bekommt auch der Streit über den Atomausstieg wieder Aktualität. Als größte Verursacher von Feinstaub in Südkorea gelten Fahrzeuge und Wärmekraftwerke. Wegen des geplanten schnellen Atomausstiegs der Moon Jae-in-Regierung sei der Anteil der Wärmekraftwerke gestiegen, heißt es. Daher werden im Oppositionslager Stimmen laut, die eine Überprüfung der Politik für einen Atomausstieg verlangen.

Die Redaktion empfiehlt