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Die Probleme in den Handelsgesprächen zwischen China und den USA

#Thema der Woche l 2019-02-11

Wirtschaft Aktuell

© YONHAP News

Die Verhandlungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China haben einen neuen Rückschlag erfahren. Das weckt Zweifel an der Zukunft der bilateralen Aussetzungsvereinbarung, die zunächst 90 Tage Bestand haben sollte. Zum Thema sagt der Leiter des Real Good Economic Institute, Lee In-chul:


Die USA und China haben am 30. und 31. Januar in Washington hochrangig besetzte Handelsgespräche geführt. Das Weiße Haus bewertete die Verhandlungen positiv. Trump sagte, dass beide Seiten einen großen Fortschritt erzielt hätten und ein gutes Abkommen schließen würden. Der chinesische Vize-Premierminister Liu He, der Chinas Delegation anführte, übermittelte einen Brief Xi Jinpings an Trump. Xi sagte darin, dass die Beziehungen eine kritische Stufe erreicht hätten und dass er hoffe, bis zum Ende der Frist am 1. März eine Handelsvereinbarung zu erreichen. US-Beamte sagten, dass beide unterschiedliche Ansichten über die Strukturreformen in China einschließlich der Änderungen in der Industriepolitik hätten. 


Als sich beide Seiten Anfang Januar in Peking trafen, sprachen Experten noch von einem Teilerfolg. Doch die jüngste Verhandlungsrunde machte neben der Annäherung in einigen Bereichen auch die bestehenden Differenzen deutlich: 


Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer, der die US-Delegation anführte, sagte, beide Seiten hätten einen substanziellen Fortschritt erzielt und sich auf strukturelle Probleme konzentriert. Doch sagte er auch, dass ein abschließendes Abkommen noch nicht zustande gekommen sei. Die USA fordern, dass China seine Industrie- und Handelspolitik ändert, „Made in China 2025“ eingeschlossen. Doch China argumentiert, dass es seine Politik der Reformen und Öffnung kontinuierlich ausgeführt habe und Washingtons Forderung nach drastischen Veränderungen nicht akzeptieren könne. 


Bei den zweitägigen Gesprächen in Washington sagte China zu, eine erhebliche Menge von Agrar-, Energie- und Industrieprodukten sowie Diensten von den USA einzuführen, um das Handelsungleichgewicht zu reduzieren. Auch versprachen beide Seiten, ihre Zusammenarbeit im Bereich des Schutzes geistigen Eigentums und der zwangsweisen Technologie-Transfers zu stärken. Doch beim wichtigsten Streitpunkt sind beide Seiten noch weit voneinander entfernt. Während die USA den Fokus auf strukturelle Probleme legen, kündigte China bloß an, mehr Sojabohnen aus den USA zu importieren. Die USA kritisieren die Politik „Made in China 2025”, die das Land bis 2025 in eine Technologie-Macht umwandeln soll: 


In seiner Rede an die Nation sagte Trump, dass er China nicht dafür verantwortlich mache, die USA auszunutzen, und dass er vor Präsident Xi großen Respekt habe. Doch sagte er auch, dass China amerikanische Arbeitsplätze wegnehme. Er bekräftigte seine Position, die Zölle gegen chinesische Importe zu erhöhen, sollte es bis zum 1. März zu keiner Einigung kommen. In seinem Brief an Trump soll der chinesische Präsident einen bilateralen Gipfel auf der chinesischen Insel Hainan im Anschluss an das Gipfeltreffen zwischen Nordkorea und den USA Ende Februar vorgeschlagen haben. Es ist jedoch ungewiss, ob der Gipfel zustande kommt. Es wird erwartet, dass US-Unterhändler in dieser Woche zu neuen Gesprächen mit China zusammenkommen. 


Trump sagte, er erwarte kein neues Treffen mit Xi Jinping mehr vor dem 1. März. Doch heißt das nicht, dass beide Seiten ihre Verhandlungen aussetzen: 


Die Regierung von Trump hat bisher Zölle von 10 bis 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 250 Milliarden Dollar verhängt. Ursprünglich planten die USA, die Zollsätze auf 25 Prozent für Produkte im Wert von 200 Milliarden Dollar zu erhöhen und zusätzliche Zölle auf Waren im Wert von 267 Milliarden Dollar zu erheben. China reagierte damit, dass es Zölle für amerikanische Produkte im Wert von 110 Milliarden Dollar verhängte. Peking warnt vor Vergeltungsmaßnahmen für den Fall weiterer Zölle durch Washington. Ein ausgeweiteter Handelskonflikt würde die politische Last für Trump und Xi nur erhöhen. 


Bei einer Ausweitung des Konflikts könnte sich die chinesische Wirtschaft weiter verlangsamen. Auch Trump, der 2020 eine Wiederwahl anstrebt, ist wegen der negativen Auswirkungen des Handelskriegs auf die amerikanische Wirtschaft besorgt. Auch die Weltwirtschaft würde in Mitleidenschaft gezogen: 


Es liegt bei Trump und Xi, ob beide Länder ihre Handelsverhandlungen abschließen können. Ein Ende des Handelskonflikts wäre auch eine gute Nachricht für die globale Wirtschaft. Doch selbst bei einem Big Deal zwischen den USA und China wird ihr Kampf um Vorherrschaft andauern. Korea sollte sich auf diese Möglichkeit vorbereiten, indem es seine wirtschaftliche Abhängigkeit von den beiden Ländern verringert und seine Exportziele ausweitet. 


Für Südkorea und andere Länder weltweit birgt der Handelskonflikt zwischen den USA und China große externe Risiken. Seoul sollte daher weitere Märkte erschließen und seine große Abhängigkeit vom Außenhandel reduzieren.

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