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Seoul als Bewerber für Olympische Spiele 2032 ausgewählt

#Thema des Tages l 2019-02-12

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Südkorea hat Seoul als gemeinsamen Bewerber mit Nordkorea um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2032 ausgewählt. Die Aufmerksamkeit richtet sich darauf, ob es Seoul gelingt, 44 Jahre nach den Sommerspielen 1988 wieder Olympische Spiele auszutragen, und zwar gemeinsam mit Pjöngjang.


Beide Koreas hatten bei ihrem Spitzentreffen im vergangenen September vereinbart, sich gemeinsam für die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2032 zu bewerben. Es ist jedoch in der Geschichte der Olympischen Spiele beispiellos, dass zwei oder mehrere Städte beziehungsweise Staaten gemeinsam Gastgeber waren.


Die Olympische Charta erlaubt die Austragung von Wettkämpfen in mehr als zwei Städten eines Landes oder in mehr als zwei Staaten. Der Begriff „Gemeinsame Ausrichtung“ (Co-hosting) kommt jedoch darin nicht vor. Das heißt, dass die Ko-Gastgeberschaft weder erlaubt noch verboten ist. Daher wird davon ausgegangen, dass die Ko-Gastgeberschaft nach den Regularien des IOC kein Problem darstellte. Die Stadt Seoul teilte mit, ihres Wissens habe das IOC die Bereitschaft geäußert, eine gemeinsame Austragung wohlwollend zu überprüfen.


Seoul ist eine Weltstadt und hat bereits erfolgreich Olympische Spiele ausgetragen. Die Stadt verfügt über verschiedene Sporteinrichtungen und eine gute Infrastruktur auf den Gebieten Verkehr, Kommunikation und Unterkunft. Sie liegt von Pjöngjang, dem möglichen gemeinsamen Bewerber für die Spiele 2032, nicht weit entfernt.


Das größte Hindernis wären Veränderungen der Situation in der Umgebung der koreanischen Halbinsel. Derzeit herrscht eine Dialog- und Friedensstimmung. Plötzliche Veränderungen sind jedoch nicht auszuschließen. Im Falle erneuter Spannungen würde die innerkoreanische Kooperation erschwert. Die gemeinsame Austragung Olympischer Spiele würde dann sehr wahrscheinlich abgesagt. Zudem herrschen auch in Südkorea Bedenken über die Austragung Olympischer Spiele.


Die Kostenfrage kann für Ablehnung in der Öffentlichkeit sorgen. Die Stadt Seoul schätzt, dass allein für die Eröffnungs- und Schlussfeier, die Wartungsarbeiten an Wettkampfstätten sowie die Durchführung der Wettkämpfe vier Billionen Won (3,5 Milliarden Dollar) benötigt würden. Die Investitionen in die Infrastruktur wie Straßen und Eisenbahn würden voraussichtlich noch höher sein. Zudem müsste Südkorea Nordkorea bei der Verbesserung seiner Infrastruktur finanziell helfen.

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