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Nordkorea baut offenbar Raketentestanlage wieder auf

#Themen der Woche l 2019-03-10

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Nordkorea hat offenbar damit begonnen, eine Raketentestanlage wieder aufzubauen.


Die Berichte erfolgten nur wenige Tage nachdem das zweite US-nordkoreanische Gipfeltreffen in Hanoi ergebnislos beendet worden war.


Laut dem südkoreanischen Geheimdienst würden Teile der stillgelegten Raketenstartrampe wieder aufgebaut. Auch am Sanumdong Raketenwerk in Pjöngjang seien verdächtige Aktivitäten beobachtet worden. Die US-Website „38 North“ und das Washingtoner Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) berichteten von neuen Bautätigkeiten an der Anlage und dokumentierten dies anhand von Satellitenbildern.


Der südkoreanische Geheimdienst sieht dahinter zwei mögliche Absichten: Einerseits könnten in Dongchang-ri neue Konstruktionen gebaut werden, um im Falle erfolgreicher Gespräche mit den USA die Anlage wieder zu demontieren und den Willen Pjöngjangs zur atomaren Abrüstung zu demonstrieren. Nordkorea könnte aber auch vorhaben, im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen wieder Raketentests durchzuführen.


Nordkorea hatte etwa zum Zeitpunkt der Aufnahme von Gesprächen mit den USA im vergangenen Jahr, Teile der Anlage abgebaut. Zusammen mit der Sprengung des Atomtestgeländes Punggye-ri gehörte dies zu den Schritten, die das Land als Zeichen des Entgegenkommens ergriffen hatte.


Nach dem Gipfel in Hanoi versuchen beide Seiten, die Waage zwischen einem harten und moderaten Kurs zu halten. US-Außenminister Mike Pompeo sagte, dass man sich die Fortsetzung von Verhandlungen mit Nordkorea wünsche. Der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, John Bolton, sprach hingegen von einer eventuellen Verschärfung der Sanktionen. In Nordkorea meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA, der Gipfel in Hanoi sei von beiden Staatschefs als ein wichtiger Moment für den Fortschritt in den Beziehungen beider Länder bewertet worden. Die nordkoreanische Vize-Außenministerin Choe Son-hui sagte jedoch gegenüber Journalisten, sie frage sich, ob es notwendig sei, derartige Gespräche fortzusetzen.

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