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Interessante Suchwörter der letzten Tage

#Suchwort Aktuell l 2019-03-08

Kreuz und Quer durch Korea

© YONHAP News

Die Geburtenziffer in Südkorea hat im vergangenen Jahr erneut den tiefsten Stand registriert. Zudem stellte sich heraus, dass die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer erstmals seit der Einführung der betreffenden Statistiken die Marke von einem Kind unterschritten hat. Die Lage der niedrigen Geburtenziffer soll in Südkorea unter den OECD-Ländern am ernsthaftesten sein. Die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer ist im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr mit 1,05 Kindern pro Frau auf 0,98 geschrumpft. Der Wert lag im vierten Quartal des vergangenen Jahres mit 0,88 drei Quartale in Folge unter der Marke von einem Kind. Eine Frau ist etwa vom 15. bis 49. Lebensjahr gebärfähig, und die gegenwärtige Fertilitätsrate von 0,98 Kindern pro Frau bedeutet, dass eine Frau in diesem Zeitraum im Schnitt nicht mal ein Kind zur Welt bringt. Um die gegenwärtige Einwohnerzahl aufrecht zu erhalten, muss die Fertilitätsrate bei 2,1 Kindern pro Frau liegen. Daher ist damit zu rechnen, dass die Bevölkerung früher und schneller als erwartet schrumpfen wird. Eine Hauptursache für den rapiden Rückgang der zusammengefassten Fruchtbarkeitsziffer ist der Rückgang der Zahl der gebärfähigen Frauen. Diese betrug im vergangenen Jahr rund 12,3 Millionen und ist gegenüber dem Vorjahr um 1,7% geschrumpft. Das Durchschnittsalter der Frauen bei der ersten Geburt stieg im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Jahre auf 32,8 Jahre. Experten sind über den möglichen negativen Einfluss der niedrigen Geburtenzahl auf die Wirtschaft besorgt. Während die Alterung der Gesellschaft voranschreitet, werde die Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung schrumpfen, so dass ein niedriges Wachstum, schwacher Konsum und eine niedrige Beschäftigung beschleunigt werden. Viele Netzbürger sind auch über die immer stärker fallende Geburtenrate besorgt. Sie betonen, dass die Schaffung eines Umfeldes erforderlich sei, in dem man Kinder zur Welt bringen kann, ohne besorgt sein zu müssen, wie man sie betreuen und großziehen kann. 


Am 2. März um 11 Uhr vormittags hat Gwak Ye-nam, die das in den Regionen Gwangju und Süd-Cheolla einzige überlebende Opfer der Sexsklaverei durch die japanische Armee im Zweiten Weltkrieg war, im Alter von 94 Jahren die ewige Ruhe gefunden. Damit sind von den offiziell registrierten ehemaligen Sexsklavinnen nur noch 22 am Leben. Gwak wurde 1925 in Damyang in der Provinz Süd-Cheolla geboren und hatte fünf Geschwister. Im Frühling 1944 wurde sie mit 18 Jahren von japanischen Polizisten verschleppt, als sie mit fünf Mädchen aus ihrem Dorf an einem Hügel Kräuter sammelte. Sie wurde nach China verschleppt und musste anderthalb Jahre lang in japanischen Soldatenbordellen durch die Hölle gehen. Nach der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg konnte sie jedoch nicht in ihre Heimat zurückkehren und musste etwa 60 Jahre in großer Sehnsucht nach ihrem Heimatland in China ein mühseliges Leben führen. 2004 konnte sie mit Hilfe eines gemeinnützigen Unterhaltungsprogramms eines Fernsehsenders und des Koreanischen Trostfrauen-Forschungsinstituts ihre koreanische Nationalität zurückerlangen, ihre Familie treffen und nach Korea zurückkehren. Im Dezember 2015 stellte man bei ihr Lungenkrebs im vierten Stadium fest, und dass sie nur noch etwa sechs Monate Zeit hätte. Zum Glück verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand nicht weiter, so dass sie weitere drei Jahre geschenkt bekam. Viele Netzbürger trauerten im Internet um die Verstorbene, die ein schmerzvolles Leben führen und sterben musste, ohne eine offizielle Entschuldigung der japanischen Regierung gehört zu haben. Sie meinen, dass Korea für die letzten noch lebenden 22 Opfer beständig eine Entschuldigung Japans fordern sollte. 


Das Interesse der Netzbürger weckte auch die Nachricht, dass bei Wintergenüsen wie Chinakohl und Rettich der Preisrückgang weiter anhält. Es ist zwar für die Verbraucher eine erfreuliche Nachricht. Die Gemüseanbauer leiden aber darunter. Nach dem Stand vom 28. Februar liegt der Großhandelspreis von einem Kopf Chinakohl umgerechnet bei 0,76 Dollar. Damit ist dieser Preis im Vergleich zu den letzten Jahren um 62,7% gefallen. Der Ende Dezember des vergangenen Jahres begonnene Preisrückgang hält nun bereits länger als zwei Monate an. Im vergangenen November kostete ein Kopf Chinakohl im Großhandel 1,50 Dollar. Der Preis ging im Dezember auf 1,10 Dollar und im Januar dieses Jahres auf 0,83 Dollar zurück. Auch bei anderen Gemüsesorten ist die Lage ähnlich. Bei Rettich ist der durchschnittliche Großhandelspreis im vergangenen Januar und Februar mit 0,70 Dollar pro Stück im Vergleich zu den letzten Jahren um 25,9% niedriger. Die Klimaverhältnisse zu Jahresbeginn, die besser als erwartet waren, haben sich auf die Gemüseanbauern ganz im Gegenteil nachteilig ausgewirkt. Im vergangenen Jahr war die Ernte bei Chinakohl und Rettich wegen der starken Kältewelle zu Jahresbeginn und der starken Hitzewelle im Sommer sehr schlecht, so dass man eine große finanzielle Belastung für die Verbraucher befürchten musste. Zu Beginn dieses Jahres drehte sich die Lage aber ins Gegenteil. Die Regierung entsorgte bereits seit Ende Dezember eine große Menge Chinakohl und Rettich an Produktionsstätten. Diese Maßnahme reichte aber nicht aus, um den starken Preisrückgang zu verhindern. Das Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht und Nahrungsmittel hat nun in Zusammenarbeit mit Kantinen, Verbraucherorganisationen, großen Vertriebsunternehmen und Gastronomiebetrieben Maßnahmen zur Konsumförderung ergriffen. Man hofft nun, dass mit diesen Konsumförderungsmaßnahmen die Preise von Überwinterungsgemüsearten schnell stabilisiert werden.

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