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Japan erwägt Vergeltung wegen Gerichtsurteil zu Zwangsarbeit

#Themen der Woche l 2019-03-17

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Die japanische Regierung erwägt eine Vergeltung wegen eines südkoreanischen Gerichtsurteils zur Beschlagnahmung von Vermögen eines japanischen Unternehmens. Laut Kyodo News sagte der japanische Finanzminister Taro Aso am Dienstag, die Maßnahmen würden sich nicht auf Zolfragen beschränken. Es werde auch überlegt, Finanztransaktionen zu verbieten und keine Visa für Südkoreaner mehr auszustellen.


Ein südkoreanisches Gericht hatte im Januar einem Antrag von vier Klägern in einer Entschädigungsklage wegen Zwangsarbeit zur japanischen Kolonialzeit stattgegeben. Die Kläger hatten gefordert, dass Vermögenswerte der japanischen Firma Nippon Steel&Sumitomo Metal Corporation in Südkorea beschlagnahmt werden sollen. Dem Urteil war eine Gerichtsentscheidung vorausgegangen, wonach das japanische Unternehmen den Opfern der Zwangsarbeit jeweils 100 Millionen Won oder 88.000 Dollar zahlen solle.


Seitdem hatten politische Kreise in Japan höhere Zölle und teilweise Importverbote für koreanische Güter ins Spiel gebracht, sollten beschlagnahmte Vermögenswerte von Nippon Steel veräußert werden. Es ist jedoch das erste Mal, dass sich die japanische Regierung dazu äußerte.


Auffällig ist, dass die von Japan erwähnten Vergeltungsmaßnahmen vorwiegend die Wirtschaft betreffen. Beide Länder haben bisher am Prinzip der Zweigleisigkeit festgehalten und Wirtschaft und Außenpolitik strikt voneinander getrennt. Dank dessen konnten sie trotz wiederkehrenden Konflikten ihre Kooperation aufrecht erhalten.


Bei einer Sitzung der höheren Mitarbeiter der Außenministerien am Donnerstag in Seoul soll Südkorea gegenüber Japan betont haben, dass wirtschaftliche Vergeltung dem bilateralen Verhältnis schade und ein gut durchdachtes Vorgehen in der Frage erforderlich sei.

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