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Südkorea feiert Samstag 39. Jubiläum der Demokratiebewegung vom 18. Mai

#Thema des Tages l 2019-05-17

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Die Demokratiebewegung vom 18. Mai bezeichnet einen Volksaufstand in Gwangju und der Provinz Süd-Jeolla im Jahr 1980, der aus Protest gegen den Versuch der Machtübernahme durch eine Gruppe von Generälen aufkam.


Präsident Park Chung-hee wurde am 26. Oktober 1979 ermordet, damit wurde seine langjährige Diktatur beendet. Daraufhin keimte die Hoffnung auf einen Übergang zur Demokratie auf. Die kurze Zeit der Demokratisierung nach Parks Tod wurde als „Seouler Frühling“ bezeichnet. Jedoch putschte bald eine neue Militärführung, um die Macht zu ergreifen, was landesweit zu Demonstrationen und Kundgebungen gegen das Militär führte.


Der Höhepunkt wurde im Mai 1980 erreicht. Um Mitternacht zum 18. Mai wurde der Ausnahmezustand auf das ganze Land ausgeweitet. Landesweit kam es zu Festnahmen. In Gwangju wurde eine Luftlandebrigade für die Einhaltung des Kriegsrechts eingesetzt. Dort kam es am 18. Mai bei einer Demonstration zu einem Zusammenstoß zwischen den Demonstranten und Soldaten. Das stellte den Beginn der Demokratiebewegung vom 18. Mai dar.


Die eingesetzten Truppen verübten bei der Unterdrückung der Demonstrationen nicht nur an Demonstranten, sondern auch an gewöhnlichen Bürgern wahllos Gewalt. Das führte zur Kräftebündelung zwischen Einwohnern und Demonstranten gegen die Truppen, was die Situation eskalieren ließ. Daraufhin feuerten Soldaten Schüsse auf Demonstranten ab, die Zahl der Toten und Verletzten stieg rapide. Demonstranten entrissen den Soldaten Waffen, plünderten Waffendepots für Reservisten und bewaffneten sich. Die auf diese Weise gebildete „Bürgerwehr“ konnte sogar die Truppen zum Rückzug an den Stadtrand drängen. Jedoch begann die Armee am 27. Mai einen Einsatz und eroberte den Sitz der Verwaltung der Provinz Süd-Jeolla erneut, den Stützpunkt der Bürgerwehr. Dabei wurden viele Mitglieder der Bürgerwehr getötet, die Demokratiebewegung in Gwangju wurde beendet.


Im Zuge der Demokratiebewegung vom 18. Mai kamen mehr als 200 Menschen ums Leben, die Zahl der Vermissten erreicht fast 400. Über 5.000 Menschen wurden verletzt. Die Zahl der Opfer übertrifft nach offiziellen Schätzungen 7.000. Die tatsächlichen Personenschäden können noch größer sein.


Die Demokratiebewegung vom 18. Mai wurde ursprünglich als „Gwangju Aufruhr“ bezeichnet und nicht richtig bewertet. Die Regierung von Präsident Roh Tae-woo (1988 bis 1993) benannte das Geschehnis in „Gwangju Demokratiebewegung“ um. Später wurde sie in „Gwangju Demokratiebewegung vom 18. Mai“ und dann in „Demokratiebewegung vom 18. Mai“ umbenannt. Unter Berücksichtigung einer umfassenden Beteiligung von Bürgern über Gwangju hinaus an der Bewegung wurde „Gwangju“ aus der Bezeichnung gestrichen.


Bezüglich der Demokratiebewegung wurden inzwischen mehrere Gesetze erlassen, beginnend mit einem Gesetz zur Entschädigung der Beteiligten im Jahr 1990. Gemäß den Gesetzen erfolgten die Entschädigung von Opfern und die rechtliche Bestrafung von Tätern. Zur Regierungszeit von Präsident Kim Young-sam wurde im Jahr 1993 auf staatlicher Ebene eine Neubewertung des Ereignisses vorgenommen. Im Jahr 1997 wurde der 18. Mai zu einem gesetzlichen nationalen Gedenktag bestimmt. Ein Friedhof in Mangwol-dong in Gwangju, wo sich die Gräber von Todesopfern der Demokratiebewegung befinden, wurde zum 18.-Mai-Nationalfriedhof.


Diese Veränderungen waren möglich, weil beständig Bemühungen um die Übernahme des Geistes der Demokratiebewegung vom 18. Mai unternommen wurden. Jedoch konnte bisher die Wahrheit nicht vollständig geklärt werden. Zudem gibt es weiter Versuche, die Bedeutung der Bewegung herabzuwürdigen. Daher werden immer noch verschiedene Bemühungen fortgesetzt, um die Wahrheit zu klären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

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