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Interessante Suchwörter der letzten Tage

#Suchwort Aktuell l 2019-06-14

Kreuz und Quer durch Korea

© YONHAP News

Am Montag dieser Woche verstarb Lee Hee-ho, die Witwe des früheren Präsidenten Kim Dae-jung, im Alter von 96 Jahren. Lee, die seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 2009 das Kim Dae-jung-Friedenszentrum leitete, war eine Frauenaktivistin der ersten Generation in Südkorea. Sie war seit den 1950er bis in die -80er Jahre hinein als Frauenaktivistin sehr aktiv. Dies hat aber auch den Effekt, dass jüngere Koreaner sie lediglich als Frau von Kim Dae-jung und Ex-First Lady in Erinnerung haben und von ihrer Vergangenheit als Frauenaktivistin wenig wissen. Viele junge Menschen schrieben im Internet, dass sie erst nach ihrem Tod und durch Medienberichte davon erfahren hatten, dass die Verstorbene einen großen Beitrag zur Demokratisierung des Landes und der Verbesserung der Frauenrechte geleistet hat. Im Internet trauerten zahlreiche Bürger um die Verstorbene und hofften, dass sie bei der Bevölkerung und auch der Nachwelt nicht lediglich als Lebens- und Weggefährtin des früheren Präsidenten Kim, sondern als Aktivistin für Frauenrechte und Demokratie in Erinnerung bleiben möge. Ein 30-jähriger Studierender an einer Graduate School schrieb im Internet, dass er jedes Mal, wenn zwischen beiden Koreas eine friedliche Stimmung herrschte, großen Respekt vor Kim Dae-jung und Lee Hee-ho empfunden habe. Lee möge ewig als eine historisch wichtige Persönlichkeit Koreas in Erinnerung bleiben. Heute Morgen fand in einer Kirchengemeinde in Shinchon, in der sie Älteste war, der Trauergottesdienst statt. Die Verstorbene wurde dann auf dem Nationalfriedhof in Seoul neben ihrem Mann beigesetzt. 


Viele südkoreanische Fußballfans verbrachten die Nacht von Dienstag auf Mittwoch schlaflos. Um 3:30 Uhr in der Nacht koreanischer Zeit fand das WM-Halbfinalspiel der südkoreanischen U-20-Fußballnationalmannschaft statt. Jedoch bereute es am nächsten Tag trotz der Müdigkeitsattacken niemand von ihnen, auf etwas Schlaf verzichtet zu haben, um das Spiel live am Fernseher zu verfolgen. Die Mannschaft setzte sich im Halbfinale im polnischen Lublin mit 1:0 gegen Ecuador durch. Den Treffer des Abends erzielte Choi Jun in der 39. Minute. Es ist das erste Mal, dass eine südkoreanische Männermannschaft bei einer von der FIFA veranstalteten WM im Finale steht. Bislang war ein vierter Platz das beste Ergebnis für Südkorea bei einer U-20-WM, und dies ist schon 36 Jahre her. Die Frauen waren erfolgreicher. Die U-17 konnte 2010 in Trinidad und Tobago die WM gewinnen. Seit vorgestern ist die U-20-WM ein wichtiges Thema im Internet und auf sozialen Netzwerken. Das Finale gegen die Ukraine findet nach koreanischer Zeit am kommenden Sonntag um 1 Uhr statt. Unzählige Netzbürger äußern nun im Internet den Wunsch, dass am Sonntag die Geschichte des koreanischen Fußballs neu geschrieben wird. Zu den Netzbürgern, die sich über den Vorstoß der U-20-Mannschaft ins WM-Finale freuten und den jungen südkoreanischen Fußballern dazu gratulierten, gehören auch viele Promis. Viele Stars der südkoreanischen Entertainment-Branche hinterließen auf ihrer Facebook- und Instagram-Seite ihre Eindrücke und ihre Gratulationsbotschaft und drückten der Mannschaft für das Finale am Sonntag die Daumen. 


Der südkoreanische Filmschauspieler Jung Woo-sung, der sich seit Jahren für die Flüchtlingsfrage einsetzt, veröffentlicht einen Essay mit dem Titel ´Wenn du auch sehen könntest, was ich gesehen habe´. Zur Herausgabe dieses Essays über seine besonderen Erlebnisse in Flüchtlingslagern in verschiedenen Ländern wie Nepal, Süd-Sudan, Libanon, dem Irak, Bangladesch, Dschibuti und Malaysia findet vom 10. bis 23. Juni eine Verkaufsveranstaltung statt. Kauft man in diesem Zeitraum das Buch, erhält man eine limitierte Auflage mit einem gedruckten Autogramm von Jung. In dem Essay schrieb Jung, dass er sich eine Welt vorstellt, in der alle Menschen einander noch mehr lieben und respektieren. Dass sein Essay nun die Aufmerksamkeit der Netzbürger auf sich zieht, ist deswegen, weil der Filmstar vorhat, die gesamten Tantiemen dem UNHCR, dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, zu spenden. Viele Netzbürger sind von seinem Vorhaben tief beeindruckt und auch seinem unermüdlichen Einsatz für die Flüchtlingsfrage. In der südkoreanischen Gesellschaft gibt es aber auch viele, die dagegen sind, dass das Land Flüchtlinge aufnimmt. Sie kritisierten den Filmschauspieler daher im Netz scharf dafür, dass er sich so stark für Flüchtlinge engagiert. Umso stärker loben andere seinen Mut.

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