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Das Südkorea-ASEAN-Gipfeltreffen in Busan

#Thema der Woche l 2019-11-25

Wirtschaft Aktuell

© YONHAP News

Die Staats- und Regierungschefs der zehn Länder der südostasiatischen Staatenvereinigung Asean sind nach Busan zu einem Sondergipfel mit Südkorea angereist. Anlass des sogenannten Commemorative Summit ist das 30-jährige Bestehen der Dialog-Partnerschaft zwischen beiden Seiten. Asean hat eine Bevölkerung von 650 Millionen Menschen. Das Bruttoinlandsprodukt der Gemeinschaft beläuft sich auf etwa drei Billionen Dollar. Zum Gipfel sagt der Wirtschaftskommentator Chung Chul-jin:


Südkorea hat enge Beziehungen zu Asean. Es ist das dritte Mal, dass Korea einen Sondergipfel mit Asean ausrichtet. Der erste fand 2009 auf Jeju, der zweite 2014 in Busan statt. Der diesjährige Gipfel ist bedeutsam, insofern Korea und Asean den 30. Jahrestag des Dialogs begehen. Das diplomatische Ereignis unterstreicht auch die Bedeutung der Neuen Süd-Politik von Präsident Moon Jae-in, mit der er die Beziehungen zu Asean stärken will.  


Einen Tag nach dem Sondergipfel vom 25. bis zum 26. November findet ebenfalls in Busan der erste Mekong-Südkorea-Gipfel statt. Zuvor wurde die Zusammenarbeit zwischen Südkorea und den fünf Mekong-Staaten Laos, Myanmar, Vietnam, Kambodscha und Thailand auf Ministerebene diskutiert. In diesem Jahr wurde das Treffen auf die Ebene eines Gipfeltreffens gehoben. Angesichts des Handelskonflikts der USA mit China sowie der wirtschaftlichen und politischen Spannungen zwischen Südkorea und Japan bieten diese Gipfel eine Gelegenheit für Seoul, seine Kooperation mit den Asean-Staaten zu festigen: 


Asean umfasst Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. Die Geschichte von Asean geht auf den August 1967 zurück, als fünf Länder, Indonesien, Singapur, die Philippinen, Thailand und Malaysia, zusammen ein Dokument unterzeichneten. Die Asean-Mitglieder verzeichnen jährliche Wachstumsraten von 5 bis 6 Prozent. Kambodscha, Laos, Myanmar und Vietnam blicken auf Wachstumsraten von 6 bis 8 Prozent. Es ist also keine Überraschung, dass nicht nur Korea, sondern auch andere Länder dem Wachstumspotenzial der Region ihre Aufmerksamkeit widmen. 


Die Asean-Region repräsentiert den drittgrößten Markt hinter China und Indien, die eine Bevölkerung von 1,4 beziehungsweise 1,3 Milliarden Menschen aufweisen. Das Durchschnittsalter in den Asean-Ländern liegt zwischen 30 und 40 Jahren. Die Region bietet eine ideale Produktionsbasis und einen Verbrauchermarkt mit großem Wachstumspotenzial. Asean könnte Südkorea auch helfen, seine starke Abhängigkeit von den USA und China beim Handel zu reduzieren: 


Früher fokussierte Südkorea seine Politik auf die nördlichen Regionen, darunter China und Russland. Doch Präsident Moon blickte unter seiner Neuen Süd-Politik, die im November 2017 eingeführt wurde, nach Süden, besonders nach Südostasien. Als Präsident besuchte er bisher die Philippinen, Vietnam, Singapur, Malaysia, Kambodscha und Brunei. 


Südkorea und Asean bildeten 1989 eine “Dialog-Partnerschaft”. Beide Seiten unterzeichneten 2004 ein umfassendes Kooperationspartnerschafts-Abkommen und werteten ihre Beziehungen 2010 zu einer strategischen Partnerschaft auf. Im vergangenen Monat unterzeichneten Südkorea und Indonesien ein umfassendes Wirtschaftspartnerschaftsabkommen. Auch arbeitet Korea daran, ein bilaterales Freihandelsabkommen mit Malaysia und den Philippinen abzuschließen. Das Handelsvolumen zwischen Korea und Asean erreichte im vergangenen Jahr 159 Milliarden Dollar. Im Jahr 1980 hatte es 2,6 Milliarden Dollar betragen:


Auch andere Länder als Korea, darunter Japan und China, sind sich des Potenzials von Asean sehr bewusst. Japan hat aktiv den Handel von Waren und Dienstleistungen mit Asean sowie die Investitionen gefördert, während China seine Infrastrukturinvestitionen in der Region erweitert hat. Das bedeutet, Korea steht mit den beiden Nachbarländern im Wettbewerb. Positiv zu verzeichnen ist, dass Korea einen großen Vorteil hat, besonders durch die Popularität der koreanischen Popkultur, oder Hallyu, im Ausland. Koreanische Schönheitsprodukte sowie kulturelle Inhalte faszinieren die Fans in der Asean-Region. 


Um seine Zusammenarbeit mit der Staatengemeinschaft auszubauen, sollte Korea seine besonderen Stärken ausspielen: 


Gipfeltreffen sind natürlich wichtig. Doch wäre es auch gut für Korea, wenn es am Rand die Aufmerksamkeit auf wirtschaftliche und kulturelle Ereignisse lenkt. So tauschten sich die Chefs von Einhorn-Startup-Unternehmen, deren Wert auf über eine Milliarde Dollar geschätzt wird, bei einer getrennten Konferenz miteinander über ihre Erfahrungen aus. Eine andere Veranstaltung war der Asean-Südkorea-Gipfel für Kultur-Innovation. Es kamen unter anderen der Netflix-Mitbegründer und CEO Reed Hastings sowie Bang Shi-hyuk, der CEO von Big Hit Entertainment, der bekannt ist für die Bildung der populären K-Pop-Gruppe BTS. Auch sollte Korea den Personenaustausch mit Asean fördern, um sein Image zu stärken und die Herzen der Menschen in der Region schneller zu gewinnen als Japan oder China.

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