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Interessante Suchwörter der letzten Tage

#Suchwort Aktuell l 2020-01-10

Kreuz und Quer durch Korea

© YONHAP News

Viele Netzbürger interessierten sich in dieser Woche für das zu dieser Zeit ungewöhnlich warme Wetter, vor allem auf der Insel Jeju. Nach dem lokalen Wetteramt der Provinz Jeju lag am 7. Januar die Tageshöchsttemperatur auf der größten Ferieninsel Südkoreas bei 23,6 Grad Celsius. Damit zeigte das Thermometer seit dem Beginn der Wetterbeobachtung im Jahr 1923, damit seit 97 Jahren, den höchsten Stand im Monat Januar. Es war damit am Dienstag dieser Woche auf der Insel Jeju fast frühlingshaft mild. An vielen Orten auf Jeju sind zurzeit bereits die Prunus Mume-Blüten, in Korea Maehwa genannt, aufgeblüht, die gewöhnlich Mitte Februar aufblühen. Auch Raps und Forsythien, die gewöhnlich zwischen März und April aufblühen, begannen bereits Blüten zu treiben, also ein Anblick, der mitten im Winter gar nicht möglich sein sollte. Im vergangenen Dezember hat es auf der Insel lediglich an einem Tag geschneit, während in den letzten 20 Jahren die Zahl der Schnee-Tage durchschnittlich bei 6,2 lag. Wegen des im Winter außergewöhnlich milden Wetters konnte man zu Beginn dieser Woche auf Jeju viele Menschen in T-Shirts sehen. Am 7. Januar waren die Temperaturen auch in vielen anderen Teilen des Landes höher als gewöhnlich um diese Zeit. Auch in vielen Regionen in der Provinz Süd-Jeolla lagen die Tageshöchsttemperaturen bei 17 bis 19 Grad Celsius und zeigten damit den bisher höchsten Stand in einem Januar. 


Körperliche Fitness ist eine elementare Voraussetzung für den Polizeidienst. Um zu ermitteln, wie fit der Bewerber ist, wird seine Leistungsfähigkeit mit einem Sporttest überprüft. Die südkoreanische Polizei überprüft, ab 2023 beim Einstellungstest von neuen Polizisten für Männer und Frauen den gleichen Sporttest durchzuführen. Im vergangenen Mai gab es im Internet eine heftige Diskussion wegen einer Polizistin, die einen randalierenden Betrunkenen nicht überwältigen konnte. Viele kritisierten, dass die Polizistin dem Mann körperlich zu deutlich unterlegen war. In der Tat gibt es beim Sporttest für die Bewerber des Polizeidienstes zwischen den Frauen und Männern hinsichtlich der Mindestanforderungen Unterschiede. Ein Paradebeispiel dafür ist, dass bei den Liegestützen Frauen anders als Männer diese auf Knien ausführen. Die Polizei überprüft nun unter Berücksichtigung von verschiedenen ausländischen Beispielen, den gleichen Sporttest für beide Geschlechter durchzuführen. Auch der Anteil der Polizistinnen soll erhöht werden. Bisher lag das Verhältnis zwischen Polizisten und Polizistinnen bei der Einstellung bei 9:1. Der Anteil der Polizistinnen soll von gegenwärtig 12,1% bis 2022 auf 15% erhöht werden. Die Meinungen der Netzbürger dazu gehen auseinander. Eine Seite ist der Ansicht, dass diese Veränderung der Zeitströmung entspreche. Die andere Seite vertritt die Meinung, dass es eine ohne Berücksichtigung der besonderen Anforderungen des Berufs blindlings vorangetriebene Erweiterung des Frauenanteils sei. 


Am 30. Dezember 2019 hat die Nationalversammlung ein Gesetz zur Wahlreform verabschiedet. Nach diesem Gesetz wurde auch das Wahlalter von 19 auf 18 Jahre gesenkt. Die Gerechtigkeitspartei, eine progressiv eingestellte Oppositionspartei, hat am Dienstag dieser Woche den Parteieintritt von 18-jährigen gefeiert, die durch die betreffende Wahlreform an der am 15. April geplanten Parlamentswahl als Wähler teilnehmen können. Die Parteivorsitzende Shim Sang-jeong sagte in ihrer Begrüßungsrede, dass sie sich sehr darüber freue, dass die Jugendlichen die Gerechtigkeitspartei als die erste Partei ihres Lebens ausgewählt haben. Ihr Parteieintritt und damit ihr Eintritt in die Politik sei ein Signal für den Generationswechsel in der alten und korrupten Politik Südkoreas. Shim hat auch auf 18-jährige Wähler abzielende fünf Wahlversprechen ihrer Partei veröffentlicht. Dazu gehören unter anderem die Senkung des aktiven Wahlalters auf 16 Jahre und die des passiven Wahlalters auf 18 Jahre sowie die Verabschiedung eines Gesetzes für Menschenrechte der Schüler. An dem Tag sind insgesamt 54 Jugendliche im Alter von 18 Jahren Mitglieder der Gerechtigkeitspartei geworden. Die Partei hat gestern eine Verfassungsklage gegen das Parteiengesetz eingereicht. Das aktuelle Gesetz über die politischen Parteien erlaubt den Parteieintritt von Bürgern ohne Wahlrecht nicht und schränkt damit die politischen Aktivitäten der Jugendlichen ein. Dies verstoße gegen die Verfassung. Der Staat sollte ein Umfeld dafür schaffen, dass Jugendliche durch die Mitarbeit in einer Partei die Demokratie von der Pike auf lernen und zu politisch denkenden Bürgern heranwachsen können.

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