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Südkoreas Atomunterhändler will mit USA über individuelle Touren nach Nordkorea sprechen

#Thema des Tages l 2020-01-16

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Unter den Themen, die der südkoreanische Atomunterhändler Lee Do-hoon während seines USA-Besuchs mit US-Amerikanern besprechen wird, ziehen individuelle Touren von Südkoreanern nach Nordkorea besondere Aufmerksamkeit auf sich. Präsident Moon Jae-in erwähnte auf seiner Neujahrspressekonferenz am Dienstag individuelle Touren im Rahmen seiner Ideen für die innerkoreanische Zusammenarbeit. Er stellte die Kooperation im Grenzgebiet und Einzeltouren als nicht unter die Nordkorea-Sanktionen fallende mögliche Projekte vor. Individualreisen stellten keinen Verstoß gegen die Sanktionen dar und könnten daher angestrebt werden, hieß es. Moon will sich unabhängig vom Dialog zwischen Nordkorea und den USA für die Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen einsetzen und durch Kontakte mit Nordkorea den Nordkorea-USA-Dialog fördern.


Die südkoreanische Regierung überprüft vorrangig Einzeltouren von Mitgliedern getrennter Familien nach Nordkorea. Ein Regierungsbeamter sagte, dass die Frage der Zusammenführung getrennter Familien unter dem Aspekt der Ankurbelung individueller Touren diskutiert werde. Heimatbesuche über ein drittes Land könnten nämlich als eine Form von Einzeltouren vorangetrieben werden. Wie verlautete, wolle die Regierung auch an Maßnahmen zur staatlichen Finanzierung solcher Touren arbeiten. Einen solchen Schritt sieht auch der dritte Rahmenplan für die Förderung des Austauschs getrennter Familien in Süd- und Nordkorea vor, den das Vereinigungsministerium jüngst veröffentlichte. Einige Südkoreaner treffen ihre nordkoreanischen Angehörigen in China und kommunizieren mit ihnen. Denn das innerkoreanische Projekt für Gruppentreffen getrennter Familien kommt nicht voran. Jedoch ist ein innerkoreanisches Familientreffen auf privater Ebene kostspielig, deshalb können sich dies nur wenige Betroffene leisten.


Sollte die Regierung solche privaten Familientreffen finanzieren und beleben, werden verschiedene Auswirkungen erwartet. Unter anderem wird ein Durchbruch angesichts des stockenden Projekts zur Familienzusammenführung erwartet. Gegebenenfalls könnten viel mehr Menschen als im Rahmen eines Gruppentreffens ihre Angehörigen wiedersehen. Auch könnte dies irgendwann zu regelmäßigen individuellen Touren wie solchen zum Berg Geumgang führen. Diese würde innerkoreanische Austausch- und Kooperationsprojekte auf eine neue Ebene bringen, heißt es.


Die Regierung will Einzeltouren getrennter Familien aufgrund der Einschätzung aktiv anstreben, dass diese von den Sanktionen gegen Nordkorea nicht betroffen seien. Die Zusammenführung getrennter Familien stellt eine dringliche humanitäre Aufgabe dar. Die meisten Länder ermöglichen trotz der Sanktionen individuelle Touren nach Nordkorea und die Übernahme der Kosten hierfür. Es sei nicht richtig, dass einzig Südkorea seinen Bürgern solche Touren strikt verbietet.


Deshalb erwägt Seoul auch, im Falle einer individuellen Tour über ein drittes Land das Verfahren zur Genehmigung eines Nordkorea-Besuchs zu vereinfachen. Unter der Voraussetzung einer Sicherheitsgarantie durch Nordkorea würde Südkoreanern nämlich erlaubt, mit individuellen Visa nach Nordkorea zu reisen. Sollte Nordkorea ein formelles Visum ausstellen, würde Seoul dies als eine Art Sicherheitsgarantie betrachten und eine Nordkorea-Reise genehmigen, heißt es. Bisher wurde eine Reise nach Nordkorea über ein drittes Land lediglich genehmigt, wenn sowohl eine Einladung der zuständigen nordkoreanischen Behörde als auch ein Visum vorlagen.


Die Verwirklichung dieser Pläne gestaltet sich jedoch schwierig. Auch ist ihre Wirksamkeit fraglich. Es hieß zwar, dass die USA grundsätzliches Verständnis hierfür aufbrächten. Jedoch gibt es auch Bedenken. Das US-Außenministerium teilte mit, dass die USA und Südkorea sich für eine enge Koordinierung ihrer geschlossenen Reaktion auf Nordkorea engagierten. Die Äußerung erfolgte in Bezug auf die Bemerkung von Präsident Moon, dass individuelle Touren keinen Verstoß gegen die Nordkorea-Sanktionen darstellten. Zudem hat Nordkorea noch nie eine individuelle Tour südkoreanischer Einwohner erlaubt. Das Land zeigt sich darüber hinaus in letzter Zeit an einer Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen kaum interessiert.

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