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Südkorea will Autozulieferer in China wegen Coronavirus unterstützen

2020-02-07

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Die südkoreanische Regierung will die von der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hart betroffene Automobilbranche aktiv unterstützen. Sie gab am Freitag nach einer Beratung zwischen den für Wirtschaft zuständigen Ministern Maßnahmen für eine dringende Hilfe bekannt. Diese umfassen alle verfügbaren Mittel.


Am dringlichsten sind Lieferungen von Fahrzeugteilen aus China. Dabei kam es zu Störungen, weil das chinesische Neujahrsfest wegen des grassierenden Coronavirus verlängert wurde. Die südkoreanische Regierung beschloss, Diskussionen mit der chinesischen Regierung voranzutreiben, damit die Produktion in dortigen Zulieferwerken wieder aufgenommen wird. Die koreanische Automobilbranche musste angesichts des Mangels an einigen Zulieferteilen einen Produktionsstopp beschließen. Die Branche hatte die Regierung aufgefordert, zu handeln, damit die Produktion in China schnell wieder aufgenommen werden kann. Demnach will die Regierung alle verfügbaren Kanäle wie die Botschaft in China und die Agentur für Handels- und Investitionsförderung KOTRA mobilisieren.


Chinas Anteil am gesamten Importvolumen der Autoteile in Südkorea erreicht 29 Prozent. Die entsprechenden Einfuhren aus der Volksrepublik nahmen von 1,3 Milliarden Dollar 2015 um 20 Prozent auf 1,56 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr zu. Produkte von etwa 150 Arten werden aus China importiert, darunter Kabelbäume, Steuervorrichtungen und Airbags. Dabei handelt es sich meistens um Teile, die arbeitsintensiv produziert werden, oder einfach verabeitete Produkte. Für eine Kosteneinsparung lassen viele koreanische Unternehmen in China Produkte dort fertigen, wo die Löhne niedrig sind. Derzeit gibt es etwa 170 koreanische Zulieferfirmen, die gemeinsam mit Autobauern wie Hyundai Motor und Kia Motors in den chinesischen Markt einstiegen. Sie produzieren in mehr als 300 Fabriken in China. Von dem Ausbruch des neuen Coronavirus sind sowohl die Automobilhersteller als auch ihre Zulieferer hart betroffen, die in China produzieren.


Angesichts der grassierenden Infektionskrankheit verlängerte China die Feiertage zum Neujahr, die ursprünglich bis 31. Januar dauern sollten, bis zum 9. Februar. Es wäre gut, wenn dann die Produktion wieder starten würde. Angesichts der aktuellen Lage gilt jedoch eine erneute Verlängerung der Feiertage als denkbar. Zudem kann die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden, dass die Produktion auch nach dem Ende des Festes nicht normalisiert wird. Dann wird die koreanische Automobilindustre mit größeren Schäden konfrontiert sein. Eine grundlegende Lösung ist deshalb die Wiederaufnahme der Produktion in den Zulieferwerken in China.


Die Regierung will durch eine zügige Logistik und Zollabfertigung für eine reibungslose Versorgung sorgen, sollte die Produktion in China wieder starten. Für die Unterstützung des Transports innerhalb Chinas wird ein System zur Unterstützung bei logistischen Schwierigkeiten zwischen dortigen Fabriken, Südkoreas diplomatischen Vertretungen und der Koreanischen Agentur für Handels- und Investitionsförderung KOTRA betrieben. Im Falle von Lieferungen aus China wird die Zollabfertigung rund um die Uhr ermöglicht und das Verfahren zur Importprüfung vereinfacht. Auch bei den in anderen Ländern wie Vietnam, Kambodscha und den Philippinen als Alternative produzierten Autoteilen wird eine schnelle Zollabfertigung unterstützt.


Die Regierung will auch gründliche Vorbereitungen für den Fall treffen, dass sich die Wiederaufnahme der Produktion in China verzögert. Sie will Finanzmittel für Anlageinvestitionen umgehend zur Verfügung stellen, damit Zulieferer gegebenenfalls eine Ersatzproduktion in Südkorea starten können. Unternehmen, denen wegen der geschrumpften Produktion eine Liquiditätskrise droht, werden vorrangig Finanzmittel zur Geschäftsstabilisierung bereitgestellt. Nötigenfalls werden Überstunden unabhängig von der gesetzlichen Obergrenze zügig zugelassen. Darüber hinaus will die Regierung die Forschung und Entwicklung unterstützen, falls eine neue Entwicklung für eine Ersatzproduktion in Südkorea erforderlich ist.

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