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Schlechte Gewohnheiten

#Musik verbindet l 2020-03-18

Musik verbindet


Von König Jeongjo정조 gibt es schriftliche Aufzeichnungen über eine gewisse Pflanze. Um welche könnte es sich wohl dabei handeln:


Sieht man, wie diese Pflanze hier und jetzt in Erscheinung getreten ist, so kann man nicht umhin, darin das Wirken des Himmels zu erkennen. Deshalb ordne ich an, das Namryeongcho남령초 in den medizinischen Büchern aufzunehmen. Ich möchte, dass diese Pflanze an das Volk verteilt wird, damit es ebenso von seiner Wirkung Nutzen ziehen kann. So soll der himmlische Segen an das Volk weitergegeben werden.


Haben Sie erraten können, was sich hinter dem koreanischen Namen Namryeongcho남령초 verbirgt? Im Koreanischen wurde damit der Tabak bezeichnet. In den Tagen von König Jeongjo hatten die Menschen noch nicht erkannt, welche schädlichen Auswirkungen Tabak mit sich bringt. Er breitete sich so schnell im Land aus, dass binnen von 10 Jahren nach seiner Einführung selbst Kinder Tabak rauchten. Zum ersten Mal bekannt wurde Tabak in Joseon Anfang des 17. Jahrhunderts. Von König Jeongjo ist die Äußerung bekannt, dass Rauchen ihm beim Entspannen helfe. Und er ordnete sogar an, Tabak als Thema in der staatlichen Beamtenprüfung aufzunehmen. Auf diese Weise genoss der Tabak ein hohes Ansehen. Und da ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass er in den Liedern überschwänglich gefeiert wurde. 


„Dambagwi“ ist die alte koreanische Bezeichnung für Tabak. König Jeongjo war sehr darauf bedacht, den Tabak unter das einfache Volk zu bringen. Seine Untertanen entdeckten das Kraut wiederum als lukrative Einnahmequelle und begannen schon bald, Tabakpflanzen anzubauen. Das nahm aber derart überhand, dass kaum noch Land für den Anbau von Reis und anderen Nahrungspflanzen übrig blieb. An den folgenden Liedzeilen kann man erkennen, für wie wertvoll in jenen Tagen Tabak gehalten wurde:


Bist du gekommen, um Silber zu verkaufen oder um Gold zu verkaufen?

Weder Silber noch Gold, aber ich habe Tabaksamen bei mir.


Das nächste Stück trägt den Titel „Golpae Taryeong“골패타령 und handelt von einem Spiel, das dem chinesischen Mahjong ähnelt. Bei Golpae kamen kleine Spielsteine in Schwarz oder Rot zum Einsatz. Die Spielsteine waren aus Knochen angefertigt und besaßen Löcher, die auf eine Zahl hinwiesen. Es gab unzählige Spielweisen, weshalb das Golpae als äußerst komplex galt. So war es auch eher als Spiel für die Gelehrten angesehen und fand in der allgemeinen Bevölkerung keine große Verbreitung, die lieber Kartenspiele bevorzugte. Kritisch bewertet wurde jedoch das Spiel Golpae von dem Gelehrten Jeong Yak-yong 정약용 aus der Joseon-Zeit in seinem Buch „Mokminsimseo목민심서”, das Anweisungen für die Hauptbeamten in den Provinzen zum Inhalt hatte:


Unter den vielen unterschiedlichen Glücksspielen, die den Geist verderben, in den Ruin treiben und der Familie Sorge bereiten, ist zuerst das Tujeon투전 zu nennen, gefolgt von Ssangryuk쌍륙 und Golpae골패


Tujeon ist ein Kartenspiel, bei dem Papierzettelchen mit Zahlen oder Bildern zum Einsatz kommen. Bei Ssangryuk handelt es sich um ein traditionelles Brettspiel und ähnelt dem Backgammon. In dem Lied „Golpae Taryeong“ wird humoristisch beschrieben, wie ein Glücksspieler sein Leben ruiniert. Nachdem der Glücksspieler sein ganzes Geld beim Spielen von Golpae und Tujeon verliert, versucht er einen Kredithai zu betrügen. Doch als der ganze Schwindel auffliegt, muss er viele Schläge einstecken. Da schwört er allen Glücksspielen ab, doch am Ende kehrt er wieder zu den Spielerkreisen zurück und versucht von den Gewinnern dort, ein paar Krumen abzubekommen. 


Zu der Liedersammlung „Gyeonggi Japga“ gehört ein Lied, das über ein weitaus angeseheneres Spiel als das Golpae oder Tujeon singt. Es ist das „Janggi Tayreong“. Janggi könnte als koreanisches Schachspiel bezeichnet werden, in dem die Spielsteine die Könige und Generäle aus der Zeit der sieben streitenden Reiche im alten China repräsentieren. In dem ersten Teil des Liedes werden Landschaften beschrieben und alte Geschichten wiedergegeben. Erst am Ende des Liedes wird auf das Janggi-Spiel eingegangen. Aber anstelle des Krieges zwischen Chu und Han bezieht sich das Lied auf die bekannte – und damit auch vielleicht publikumswirksamere – Schlacht am roten Felsen zwischen den alliierten Truppen von Liu Bei und Sun Quan aus dem Süden und der riesigen Armee von Cao Cao aus dem Norden.


Musik

  1. „Dambagwi Taryeong“, gesungen von Kwak Dong-hyeon 담바귀타령 / 노래 곽동현
  2. „Golpae Taryeong”, begleitet auf dem Gayageum von Park Gwi-hui 골패타령 / 가야금평창 박귀희
  3. „Janggi Taryeong“, gesungen von Park Sang-ok 장기타령 / 소리 박상옥 

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