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Nordkorea unterstützt China im Konflikt mit den USA

#Brennpunkt l 2020-07-23

Schritte zur Wiedervereinigung

ⓒ YONHAP News

Die Konfrontation zwischen den USA und China verschärft sich. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete ein Dekret, mit dem Hongkongs Sonderstatus im Handel widerrufen wird. Der Schritt folgt der Verabschiedung eines umstrittenen nationalen Sicherheitsgesetzes für Hongkong durch China. Die USA weisen auch die Gebietsansprüche Pekings im Südchinesischen Meer zurück und sprechen über die Möglichkeit von Sanktioinen. Als Reaktion wirft China den USA vor, den regionalen Frieden zu zerstören und einen Keil zwischen China und seinen Nachbarländern treiben zu wollen. Zum Thema sagt der politische Kommentator Lee Jong-hoon:


Die Spannungen zwischen den USA und China erhöhen sich, besonders nachdem China ein nationales Sicherheitsgesetz für Hongkong beschlossen hat. Zusätzlich zu Trumps Dekret, die bevorzugte wirtschaftspolitische Behandlung Hongkongs zu beenden, erhöhen die USA erneut den Druck auf China wegen seiner Territorialansprüche im Südchinesischen Meer und bezeichneten dessen Schritte als “komplett widerrechtlich”. Die USA haben das Gebiet sogar als “West-Philippinisches Meer” bezeichnet. Sie schicken Aufklärungsflugzeuge über die Taiwan-Straße, in der die Spannungen eskalieren. China kündigte an, Sanktionen gegen Lockheed Martin verhängen zu wollen als Reaktion auf die US-Zustimmung eines Vertrags mit Taiwan, das Teile von dem Unternehmen für die Raketenaufrüstung kaufen will. Die USA sagen, dass sie wegen Menschenrechtsverletzungen gegen die Uiguren gegen elf chinesische Unternehmen Sanktionen verhängen wollen. Außenminister Mike Pompeo begrüßte zuletzt die Entscheidung Großbritanniens, Ausrüstungen von Huawei von seinen 5G-Kommunikationsnetzen auszuschließen. 


Inmitten des Konflikts zwischen den USA und China kritisierte Nordkorea Pompeo sogar stärker als Peking. So warf das nordkoreanische Außenministerium Pompeo mit Blick auf dessen Äußerungen zum Südchinesischen Meer vor, die Chinesen zu beleidigen. Pjöngjang nimmt generell die Seite Chinas bei Konflikten mit den USA ein, um seine engen Beziehungen zu Peking zu demonstrieren:


Für Nordkorea ist es nötig, seine Verhandlungsposition als Vorbereitung für ein mögliches Gipfeltreffen mit den USA zu stärken. In diesem Prozess benutzt Nordkorea den Konflikt der USA mit China. Nordkorea scheint also ein aktives Interesse an der Konfrontation zwischen beiden Ländern zu haben. 


Pjöngjangs Unterstützung der Position Chinas gilt als strategischer Schritt:


Politisch will Nordkorea seine Verhandlungsposition gegenüber den USA durch die Kooperation mit China stärken. An der wirtschaftlichen Front sieht es Nordkorea wegen der schlechter werdenden eigenen Situation inmitten der Covid-19-Pandemie als nötig an, die freundschaftlichen Beziehungen zu China aufrechtzuerhalten. Beide Länder nahmen zuletzt teilweise ihren Handel wieder auf, doch Nordkoreas Abhängigkeit von China ist größer als früher. Indem es Unterstützung für Peking äußert, übt Pjöngjang auch Druck auf Südkorea aus. 


Nordkorea scheint verschiedene Optionen in Betracht zu ziehen, um eine Lockerung der Sanktionen zu erreichen, während es gleichzeitig mehr Vorbedingungen für die Wiederaufnahme des Dialogs mit den USA präsentiert:


Wenn die Gipfeltreffen zwischen Nordkorea und den USA erfolgreich gewesen wären, und wenn es Nordkorea erreicht hätte, was es will, würde es nicht China so stark benötigen. Doch der Dialog mit den USA stockt, und Trump scheint vor der Präsidentenwahl nicht an einem neuen Gipfel mit Nordkorea interessiert zu sein. Nordkorea könnte daraus geschlossen haben, die Situation von einer langfristigen Sicht aus managen zu müssen. Der Konflikt zwischen den USA und China könnte günstig sein für Nordkorea. Indem es Peking unterstützt, provoziert es Washington als Vorbereitung für künftige Gespräche mit den USA. 


Wie sieht Peking die Position Pjöngjangs?


China ist innen- und außenpolitisch in Schwierigkeiten. Die Covid-19-Pandemie hat das Land in wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Bereichen hart getroffen. China glaubt, dass es die Konfrontation Nordkoreas gegen die USA ausnutzen könnte. Es könnte Nordkorea mit dem versorgen, was es braucht, etwa Rohöl und tägliche Bedarfsartikel. Während sich die Verhandlungen Nordkoreas mit den USA in der Sackgasse befinden, könnte Chinas Hilfe für Nordkorea als weitere Verhandlungskarte dienen. Ich denke, China wird seinen Einfluss auf Nordkorea ausweiten. 


Die südkoreanische Regierung befindet sich in einer schwierigen Position. Es ist möglich, dass die USA die Regierung in Seoul drängen könnten, sich ihrem Druck auf China anzuschließen:


Der sogenannte Korea Discount, womit die unterbewerteten südkoreanischen Aktien aufgrund der geopolitischen Risiken in der Region gemeint sind, könnte größer werden. Die intensiver werdende Rivalität zwischen den USA und China um globale Vorherrschaft wird sich vermutlich fortsetzen und zu einer extremen Konfrontation wie während des Kalten Kriegs werden. Südkorea könnte dem ausweichen, indem es eine Diplomatie des gleich weiten Abstands zu den USA und China verfolgt. In diesem Prozess könnte Südkorea seine eigenen strategischen Stärken wie Halbleiter und 5G-Ausrüstung nutzen, die sowohl die USA als auch China benötigen.

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