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US-Handelskommission urteilt im Batterie-Fall gegen SK

#Thema der Woche l 2021-02-22

Wirtschaft Aktuell

ⓒ YONHAP News

Der südkoreanische Batteriehersteller LG Energy Solution hat einen fast zweijährigen Rechtsstreit gegen den einheimischen Rivalen SK Innovation in erster Instanz gewonnen. Am 10. Februar entschied die Internationale Handelskommission (ITC) der USA zugunsten von LG, das SK beschuldigt hatte, Geschäftsgeheimnisse zu stehlen. Der Rechtsstreit zog internationale Aufmerksamkeit auf sich. Auch geht es dabei um Batterien für Elektrofahrzeuge, die als Wachstumsmaschine der nächsten Generation gelten. Zum Thema sagt der Direktor des Global Economic Research Institute, Kim Dae-ho:


LG und SK waren lange Zeit in einen Streit um einen Batteriepatent-Verstoß verwickelt. In ihrem Urteil unterstützte die ITC den Vorwurf von LG, wonach SK Geschäftsgeheimnisse in Zusammenhang mit Batterietechnologie gestohlen hat, indem es frühere LG-Beschäftigte anstellte. Das US-Handelsgremium untersagte SK für zehn Jahre die Einfuhr von Batterien und entsprechenden Komponenten in den USA. Doch erlaubte die Kommission SK, für eine begrenzte Zeit von zwei Jahren weiter Batterieteile für Ford Motor und Volkswagen in den USA zu liefern, so dass beide Autohersteller einen anderen Batterielieferanten finden können.


Obwohl SK in dem Fall verloren hat, setzt es seine Hoffnung auf US-Präsident Joe Biden, der die ITC-Entscheidung rückgängig machen kann. Der Gouverneur von Georgia, wo SK Batterieanlagen baut, rief Biden auf, sein Veto gegen das Urteil einzulegen:


Batterien für E-Fahrzeuge sind einer der Bereiche, die Biden in Übereinstimmung mit seinem Einsatz für ökofreundliche Unternehmen fördern will. Ein Stopp der Produktion von SK in den USA für zehn Jahre würde sich auf die E-Fahrzeughersteller und andere Unternehmen in der Umweltindustrie auswirken. Vor diesem Hintergrund könnte Biden die ITC-Entscheidung überstimmen. SKs Batteriegeschäft hat auch einen großen Effekt auf die Schaffung von Arbeitsplätzen in Georgia.


Es wird jedoch weithin davon ausgegangen, dass Biden kein Veto einlegen wird. Die US-Regierung übt Druck auf China aus wegen des Verstoßes gegen geistige Eigentumsrechte und Technologietransfers. In dieser Situation wird es für Biden schwierig sein, eine Entscheidung zu treffen, die so aussehen könnte, als wenn sie SKs Verletzung von Geschäftsgeheimnissen unterstützt. SK hätte dann die Wahl, Berufung einzulegen oder Verhandlungen mit LG aufzunehmen. Doch ein längerer Rechtsstreit würde die finanzielle Last für beide Unternehmen erhöhen:


Es gibt zwei Hürden für einen Kompromiss. Erstens ist da die Frage, ob beide Unternehmen sich auf die Höhe der Summe bei einem Vergleich einigen würden. Quellen aus der Industrie sagen, dass LG einige Milliarden Dollar von SK als Schadensersatz fordert, während SK Hunderte von Millionen Dollar anbietet. Der Streit betrifft auch den Stolz und die Glaubwürdigkeit der beiden Unternehmen. Wenn eine Partei nachgibt, könnte dies dem Hauptgeschäft mit Batterien schaden.


Beide Unternehmen haben auch unterschiedliche Vorstellungen davon, wie schnell der Streit aus der Welt geschaffen werden kann:


Für die US-Kunden von SK wurde eine Übergangszeit von vier Jahren garantiert. Das heißt, das Unternehmen kann sein Geschäft in den USA vier Jahre lang weiterbetreiben, auch wenn Biden kein Veto einlegt oder keine Einigung mit LG erzielt wird. Falls SK in die Berufung geht, kann es die ITC-Entscheidung hinauszögern. Das ITC-Verbot gilt für den Import von Lithium-Ion-Batterieprodukten. Wenn SK neue Batterien auf der Grundlage seiner eigenen Technologie produziert, ändert sich die Situation. In diesem Fall muss SK nichts übereilen. SK könnte gegenüber LG eine harte Linie einnehmen und sich auf keine Einigung einlassen, bis sich ein Ausgang öffnet, ohne sein Gesicht zu verlieren.


Ein verlängerter Streit zwischen LG und SK würde auch die koreanische Batterieindustrie treffen. Zusammen mit Samsung SDI entfielen auf die beiden Unternehmen 34,7 Prozent des globalen Markts im vergangenen Jahr. Es wird geschätzt, dass der globale Marktwert für Batterien bis 2030 einen Wert von 200 Milliarden Dollar erreicht. Der Streit zwischen den beiden koreanischen Unternehmen würde am Ende der ausländischen Konkurrenz nutzen:


Der Streit zwischen LG und SK wird nur den chinesischen und japanischen Batterieherstellern nutzen. Da die koreanischen Unternehmen relativ früh ins Geschäft gestartet sind, ist Korea den anderen bei der Technologie voraus. Doch die Technologie-Kluft zwischen Korea und den anderen ist nicht groß. Die beiden koreanischen Unternehmen sollten ihre Auseinandersetzung bald beenden und eine Lösung von einem weiten Standpunkt aus finden. Ich denke es wäre ideal für das Management beider Unternehmen, eine Vereinbarung zu treffen.


In Korea setzt man die Hoffnung auf eine sogenannte K-Batterie-Allianz, die die drei Batteriehersteller LG, SK und Samsung sowie die Autobauer Hyundai Motor und Kia einschließt. Als Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Batterie- und Autohersteller müssten LG und SK eine strategische Entscheidung in ihrem Streit treffen. 

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