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Nordkorea feuert zwei ballistische Kurzstreckenraketen ab

#Brennpunkt l 2021-04-01

Schritte zur Wiedervereinigung

ⓒ KBS

Am 25. März feuerte Nordkorea von Hamju im Osten des Landes aus zwei ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung Ostmeer ab. Einen Tag später berichtete die offzielle nordkoreanische Zeitung Rodong Sinmun, eine neue taktische Lenkrakete sei getestet worden, die einen Gefechtskopf von 2,5 Tonnen tragen könne. Beide Raketen seien 600 Kilometer weit geflogen und hätten ihre Ziele im Meer exakt getroffen. Zum Thema sagt der politische Kommentator Choi Young-il: 


Es wird angenommen, dass die von Nordkorea abefeuerten Raketen neue ballistische Raketen waren, die im Januar bei einer Militärparade nach dem achten Kongress der Arbeiterpartei gezeigt wurden. Die Raketen sind möglicherweise eine verbesserte Version der nordkoreanischen KN-23, die der russischen Iskander-Rakete ähnelt, wenn die Flugweite und die maximale Höhe berücksichtigt werden. Die Raketen, die einen Sprengkopf von bis zu 2,5 Tonnen tragen können, bestätigen die Zuverlässigkeit eines modernisierten Festtreibstoff-Triebwerks. Die Raketen, die 600 Kilomter weit flogen, haben die gesamte koreanische Halbinsel in ihrer Reichweite. Sie können bei einem regional begrenzten Krieg sehr gefährlich werden.


Medien in aller Welt berichteten schnell über den Raketenstart. Sie betonten, dass der Test erfolgt sei, bevor die neue US-Regierung die Überprüfung ihrer Nordkorea-Politik fast abgeschlossen habe. Die New York Times schrieb, Nordkorea wolle gegenüber US-Präsident Joe Biden Stärke demonstrieren. Die Atomverhandlungen zwischen beiden Ländern liegen derzeit auf Eis:


Nordkoreas militärische Provokationen sind in den meisten Fällen politisch motiviert. Der jüngste Test kann in diesem Kontext verstanden werden. Nordkorea hat typischerweise bewaffnete Provokationen als strategisches Manöver unternommen, um von den USA in der Anfangszeit neuer US-Präsidenten Aufmerksamkeit zu gewinnen. Nordkorea feuerte am 21. März zwei Marschflugkörper ab. Obwohl diese Tests keine Resolution des UN-Sicherheitsrats verletzen, vermuten Experten, dass Nordkorea damit anzeigte, zu Provokationen bereit zu sein. Vier Tage später startetet Pjöngjang zwei Kurzstreckenraketen. Nordkorea wollte offenbar seine militärischen Fähigkeiten demonstrieren, die stark genug sind, um die USA damit zu konfrontieren und diese zu fordern, auf seine Forderungen einzugehen.


Biden verurteilte den nordkoreanischen Raketentest als Verstoß gegen UN-Resolutionen. Er warnte, dass er entsprechend reagieren werde, falls Nordkorea die Spannungen erhöhen wolle: 


Biden betonte, dass Nordkorea mit den ballistischen Raketen gegen die UN-Resolution 1718 verstoßen hat. Die Resolution wurde 2006 vom UN-Sicherheitsrat kurz nach einem nordkoreanischen Atomtest verabschiedet. Sie untersagt Nordkorea, Atomtests vorzunehmen und ballistische Raketen zu testen. Biden ließ trotzdem Raum für einen Dialog, indem er sagte, dass er zu einer Form der Diplomatie mit Nordkorea bereit ist. Doch die Diplomatie müsste zur Bedingung haben, dass das Ergebnis die Denuklearisierung ist. Während Nordkorea von den USA fordern, ihre feindselige Politik aufzugeben, rufen die USA Nordkorea zur kompleten Denuklearisierung auf.


Am 27. März wies der Vizevorsitzende des Zentralkomitees der nordkoreanischen Arbeiterpartei, Ri Pyong-chol, die Kritik Bidens an den Raketentests zurück. Er betonte, dass Nordkorea mit den Tests sein Recht auf Selbstverteidigung als souveräner Staat ausübe. Am 29. März warf der Leiter der Abteilung für internationale Organisationen beim nordkoreanischen Außenministerium, Jo Chol-su, dem UN-Sicherheitsrat vor, doppelte Standards anzulegen, wenn er ein Treffen seines Sanktionskomitees zu Nordkorea anberaume. Einen Tag später kritisierte die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, Kim Yo-jong, den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in dafür, sich wegen des Raketentests besorgt geäußert zu haben. Kim Jong-un dagegen verkündete bisher keine entsprechende Botschaften. Am Tag nach dem Raketentest berichtete Rodong Sinmun auf ihrer Titelseite, dass der Machthaber eine Baustelle besucht habe, während sie auf der zweiten Seite auf den Raketentest einging:


Kein Zweifel, Kims Inspektion von wirtschaftsrelevanten Orten ist beabsichtigt. Das zeigt, dass die erste Priorität des Machthabers in diesem Jahr die Wirtschaft ist, nicht das Militär. Während Funktionäre wie Kim Yo-jong und die Erste Vizeaußenministerin Choe Son-hui harsche Erklärungen mit Kritik an Südkorea und den USA abgegeben haben, fügte der Machthaber den Erklärungen nichts hinzu. Ich denke, Nordkorea berücksichtigt die Position der USA, die offen bleiben für Diplomatie. Falls Kim Jong-un offen für bewaffnete Provokationen seinen Landes eintritt, könnte es für Nordkorea keinen Ausweg mehr geben.


Unterdessen erklärte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, dass Biden kein Treffen mit Kim Jong-un plane: 


Jen Psakis Äußerungen zeigen, dass die Top-down-Diplomatie des früheren Präsidenten Donald Trump gegenüber Nordkorea unter der Biden-Regierung nicht fortgesetzt wird. Doch bedeutet das nicht, dass die USA sich nicht für einen Dialog mit Nordkorea engagieren. Ich denke, dass die USA ihr Diplomatie-Team für Ostasien und die Pazifikregion im Sommer vervollständigt haben. Doch scheint es, dass der Nervenkrieg zwischen Nordkorea und den USA bereits begonnen hat, indem Pjöngjang aggressive Erklärungen abgibt und Provokationen unternimmt.

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