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Modetrends in Nordkorea (1)

#Blick auf Nordkorea l 2021-04-08

Schritte zur Wiedervereinigung

ⓒ KBS

Die offizielle nordkoreanische Zeitung Rodong Sinmun berichtete zuletzt über Probleme mit der Kleidung und dem Makeup sowie dem Redestil der Bürger und Bürgerinnen. Die Bürger sollten sich den sozialen Erfordernissen und nicht dem individuellen Geschmack unterwerfen, wenn sie sich bekleideten, betonte das Blatt. Nordkorea hob einmal mehr die sozialistische Kultur hervor und forderte, dass die Bürger einer bestimmten Kleiderordnung folgen sollten. Zum Thema Modetrends in Nordkorea sagt Park Gye-ri vom Institut für Vereinigungserziehung: 


Nordkorea veranstaltete in den vergangenen Jahren die Ausstellung für nationale Kleidung, um die neue Mode der jeweiligen Saison zu zeigen. Auch das Magazin Koreanische Frauen zeigte Photos mit neuen Entwürfen für die bevorstehende Frühjahrs- oder Herbstmode. Zuletzt trugen viele Männer ein weißes Hemd mit einer grauen Hose, nachdem der Machthaber Kim Jong-un eine weiße Jacke und eine graue Hose anhatte. Für Frauen sind einteilige Kleider und kurze Röcke in Mode gekommen. In diesem Jahr scheinen sich viele Frauen für Modeaccessoires wie Broschen zu interessieren. 


Die nordkoreanische Mode veränderte sich um das Jahr 2000 herum erheblich. Bis zu den 1990er Jahren war es für die Bürger nicht einfach, an Waren außerhalb der zugeteilten Güter heranzukommen. Wenn es um die Kleidung ging, sahen die normalen Bürger sehr ähnlich aus. Eine Ausnahme gab es für Angehörige der Oberschicht, die ins Ausland reisen konnten:


Das Rationierungssystem wurde in Nordkorea bis Mitte der 90er Jahre betrieben. Arbeiterkleidung und Anzüge für Männer wurden von den Kaufhäusern oder staatlichen Geschäften geliefert. Die Frauen wurden aufgerufen, traditionelle koreanische Jacken und Hemden oder zweiteilige Kleider in weichen Farbtönen zu tragen. Es wurde nur eine beschränkte Art von Kleidung herausgegeben, und die Menschen hatten nur wenige Optionen, sich andere Kleidungen zu beschaffen. Nordkorea behandelte die Leute streng, die unter den sozialistischen Standards unangemessen gekleidet waren. Diejenigen, die ihren eigenen Kleidungsstil wollten, mussten die Sachen selber herstellen oder alte Kleidung ändern. 


Anfang der 2000er Jahre begannen die Nordkoreaner, mehr Interesse an der Mode zu zeigen. Die Veränderungen wurden vor allem von privaten Märkten, oder Jangmadang, angeschoben. Mit dem Zusammenbruch des staatlichen Rationierungssystems in den 90er Jahren wurde immer mehr Kleidung aus China, darunter auch gebrauchte Sachen, importiert: 


Zunächst hatte die Bekleidungsindustrie in Nordkorea den Zweck, die Preise zu drücken. Doch schrittweise begann die Kleidung den Geschmack der Verbraucher zu spiegeln. Anfangs produzierten nur einige Menschen die Kleidung, doch die Produktion stieg an, und es entstanden Kleidungsfabriken. Angesichts der internationalen Sanktionen gegen Nordkorea wollte Kim Jong-un die Leichtindustrie in dem Glauben fördern, dass es wichtig ist, im eigenen Land Verbrauchsgüter herzustellen. Die Modeindustrie erhielt dadurch auch einige staatliche Unterstützung. 


2006 äußerte das Magazin Koreanische Frauen, das von der koreanischen Demokratischen Frauenunion herausgegeben wird, die Besorgnis über neue, ausländische Modestile, die sich im Land verbreitet hätten. Eine große Veränderung erfuhr die Mode allerdings auch durch die Frau Kim Jong-uns, Ri Sol-ju:


Ri Sol-ju zog große Aufmerksamkeit auf sich, als sie 2012 bei der Eröffnungszeremonie für den Rungra-Volksvergnügungspark auftrat und den Arm ihres Mannes hielt. In Nordkorea wird Frauen empfohlen, keine eng anliegende Kleider und auffällige Muster zu tragen. Doch die First Lady zeigte sich einmal in einem gelb getupften einteiligen Kleid. Während des innerkoreanischen Gipfeltreffens im April 2018 im Waffenstillstandsort Panmunjom trug sie ein Kleid, das knapp über den Knien endete. Die sogenannte Chanel-Linie wird in Nordkorea als die ideale Rocklänge gesehen. Früher wurden die Modetrends durch Kleidungen aus China, Südkorea und Japan bestimmt, die auf den Jangmadang angeboten wurden. Doch Ri erschien in dem Land als Mode-Trendsetterin. 


Während Ris Mode eher das Bild einer eleganten First Lady abgibt, zeigt Kim Jong-uns jüngere Schwester Kim Yo-jong, die politisch tätig ist, eher die ideale Mode der arbeitenden Nordkoreanerin:


Kim Yo-jong wurde nie in Hosen gesehen. Sie trug immer einen Rock. Auch trug sie niemals ein einteiliges Kleid. Sie bevorzugt zweiteilige Kleidung, die die typische Bürokleidung für Frauen in Nordkorea ist. Im Ganzen ist sie klassisch und stylisch gekleidet. In diesen Tagen wird ihr Rock kürzer bis über dem Knie. Ich denke, dieser Stil wird einen neuen Trend im Land einleiten. 

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