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Japan offenbart laut Bericht Mängel bei der Geschichtsaufarbeitung

#Themen der Woche l 2021-07-17

Nachrichten

ⓒKBS News

Japan hat nach Einschätzung des UNESCO-Welterbekomitees die Geschichte seiner Zwangsarbeit verdreht. Die Ergebnisse einer entsprechenden Untersuchung wurden auf der Website des Welterbekomitees veröffentlicht.


Das Gremium plant demnächst in einem offiziellen Beschluss starkes Bedauern über Japans Vorgehen zu übermitteln. Darin soll Japan auch aufgefordert werden, Folgemaßnahmen, die es bei der Aufnahme seiner Industriestätten in die Welterbeliste versprochen hatte, umzusetzen.


Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in den Bericht zur Inspizierung des Informationszentrums für Industrieerben in Tokio aufgenommen. Ein gemeinsames Untersuchungsteam der UNESCO und des Internationalen Rats für Denkmalpflege (ICOMOS) hatte die Einrichtung vom 7. bis 9. Juni auf den Verdacht hin überprüft, dass dort über die Geschichte der Zwangsarbeit nicht angemessen informiert werde.


Das Untersuchungsteam kam zu dem Schluss, dass die Erläuterungen zur gesamten Geschichte seit 1910 nicht ausreichend seien. Mit „gesamter Geschichte“ ist gemeint, dass Industrieerbe der Meiji-Ära, einschließlich der Kriegsschiff-Insel Hashima, nicht nur aufgrund seiner Bedeutung für Japans wirtschaftliche Entwicklung beleuchtet werden dürfe, sondern auch problematische Aspekte wie die Zwangsarbeit hervorgehoben werden müssten. Es gebe kaum Exponate, die vor Augen führen, dass Koreaner in den 1940er Jahren in Japans Industrieanlagen Zwangsarbeit verrichtet hatten. Auch werde der Opfer nicht gedacht.


Hashima liegt unweit der Halbinsel Nagasaki. Die Insel war einst ein florierender Standort der japanischen Kohleindustrie. Arbeiter aus Japan, China und Korea mussten unter Lebensgefahr unterseeisch Kohle abbauen. Der Großteil der Koreaner und Chinesen war von der japanischen Kolonialregierung zwangsrekrutiert worden. Zwischen 1943 und 1945 wurden schätzungsweise jährlich 500 bis 800 Koreaner gegen ihren Willen nach Hashima gebracht.


Mit dem Rückgang der Nachfrage nach Kohle in den 1960er Jahren wurde die Mine geschlossen. 1974 wurde Hashima plötzlich geräumt. Seit 2015 zählt die Insel als eine der 23 Industrieerbestätten der Meiji-Ära zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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