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Von Bambus inspirierte Musik

#Musik verbindet l 2021-10-06

Musik verbindet

Von Bambus inspirierte Musik

Um das Jahr 700 ließ König Sinmun신문 an der Ostküste des Landes den großen buddhistischen Tempel Gameunsa감은사 zu Ehren seines Vaters König Munmu errichten. Denn König Munmu hatte den Krieg angeführt, um auf der koreanischen Halbinsel die drei Königreiche unter Sillas Herrschaft zu einigen. 


Eines Tages soll sich in den Gewässern vor dem Tempel ein wunderliches Ereignis zugetragen haben. Eine Insel tauchte aus dem Nichts auf und auf ihr wuchs ein Bambusbaum, der sich am Tage in zwei Hälften aufteilte und nachts wieder zusammenfügte. Als der König von dieser seltsamen Insel hörte, suchte er persönlich die Küste auf und traf dort einen Drachen. Dieser teilte ihm mit, dass sein Vater, König Munmu, diesen magischen Bambus geschickt habe. Aus dem Bambus solle der König ein Musikinstrument anfertigen lassen, denn sein Musikspiel bringe dem Königreich Frieden. 


Und so wurde aus dem Bambus eine Flöte geschnitzt, mit der man feindliche Truppen zurückdrängen, Regen bei Dürre herbeirufen sowie bei Überschwemmung stoppen und Seuchen eindämmen konnte. Die Flöte erhielt den Namen „Manpasikjeok”만파식적, was soviel bedeutet wie „Instrument, das alle Sorgen beseitigt”. Obwohl sich nicht sagen lässt, wie das Manpasikjeok tatsächlich aussah, nimmt man an, dass es wohl große Ähnlichkeiten mit der Bambusflöte Daegeum aufwies.


Das „Sangnyeongsan“ ist der erste Satz der Instrumentalsuite Yeongsanhoesang영산회상, die sich aus insgesamt neun Sätzen zusammensetzt. Das Stück wird in einem langsamen und ruhigen Tempo gespielt. Beim Sangnyeongsan, dargeboten von Kim Jeong-seung auf dem Daegeum, handelt es sich allerdings um eine Freestyle-Variation und ist daher vollkommen der Interpretation des Musikers überlassen. Für diese Versionen werden oft als Instrument das Daegeum oder die Piri gewählt, da dieser Stil es den Musikern erlaubt, ihr ganzes Geschick und Können zur Schau zu stellen. 


Viele koreanische Blasinstrumente werden aus Bambus hergestellt. Neben dem Daegeum werden die Flöten Piri피리, Sogeum소금, Danso단소 und Tungso퉁소 ebenfalls aus Bambus angefertigt. Obwohl allen das gleiche Material zu Grunde liegt, weisen sie je nach ihrer Dicke oder Spieltechnik unterschiedliche Klänge auf. Bambus kann leicht zu Instrumenten umgewandelt werden, da er innen hohl ist. Zudem ist Bambus trotz seines leichten Gewichts äußerst robust und er behält seine Form. Die Seonbi bzw. gelehrten Adligen der Vergangenheit bewunderten den Bambus auch für seine ganzjährige grüne Farbe. Selbst im Winter verliert er nicht seine Blätter und im Sommer raschelt es angenehm, wenn der Wind durch die Bambusblätter streicht. 


Im alten Korea bezeichneten die Seonbi den Bambus, die Kiefer und Pflaumenblüten als „die drei Freunde des kalten Winters“. Denn der Bambus und die Kieferbäume behielten selbst im tiefsten Winter ihr grünes Blätterkleid, während die Pflaumenblüten trotz Schnees erblühten. Die Seonbi glaubten, dass sie wie der Bambus und die Kiefer Integrität bewahren und dieses Ehrgefühl in die konfliktbeladene Welt weiter hinaustragen sollten. 


Das nächste Lied ist ein Gasa mit dem Titel „Jukjisa“죽지사. Als Gasa werden längere erzählende Lieder bezeichnet, die von einer Piri, einem Haegeum oder Daegeum begleitet werden. Das „Jukjisa“ beruht auf der alten Geschichte eines chinesischen Königs und seiner zwei Königinnen. Als der König auf einer seiner Reisen verstarb, weinten seine Ehefrauen bitterlich um ihn und in ihrer Trauer sprangen sie schließlich in den Fluss, wo sie ihren Tod fanden. Ihre Tränen waren aber auf dort wachsende Bambusbäume gefallen und seitdem soll der Bambus aus dieser Region rote, tropfenförmige Flecken aufweisen. Um die Liebe dieser zwei Könginnen zu ehren, entstand das „Jukjisa“. 


Die von Lee Dong-kyu gesungene Version von „Jukjisa“ hat allerdings nur den Titel der chinesischen Erzählung übernommen, inhaltlich geht es um die Beschreibung von Landschaften und interessanten Bräuchen. Da heißt es unter anderem zu Anfang: „Himmel und Erde altern nicht und immer geht der Mond auf. Hundert Jahre sind bereits über diese wehmütige Welt hinweggezogen.“ Vielleicht können diese Zeilen als Einladung verstanden werden, angesichts der gewaltigen Natur der eigenen Kleinheit bewusst zu werden und mit Demut über das Leben zu reflektieren.


Musik

  1. „Sangnyeongsan Freestyle“, gespielt auf dem Daegeum von Kim Jeong-seung 
  2. „Bambushain“, gesungen von Jang Myeong-seo 
  3. „Jukjisa“, gesungen von Lee Dong-kyu 

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