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Die innerkoreanische Zusammenarbeit bei der Wiederaufforstung

#Brennpunkt l 2021-11-18

Schritte zur Wiedervereinigung

ⓒ YONHAP News

Südkoreas Präsident Moon Jae-in hielt am 11. November eine Rede beim Online-CEO-Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation. In seiner Videobotschaft betonte Moon, dass sich Nordkorea der Kooperation beim Forstwesen in Nordostasien anschließen sollte. Das werde helfen, die Treibhausgasemissionen auf der koreanischen Halbinsel zu reduzieren und zudem dem Frieden in der Region dienen. Zum Theam sagt Cho Han-bum vom Korea-Institut für Nationale Vereinigung: 


Der Klimawandel ist eines der größten Herausforderungen für unseren Planeten. Süd- und Nordkorea könnten eine geringere Last durch die Kooperation im Forstwesen verspüren, da sie nichts mit politischen Ideologien zu tun hat. Aber das ist der Grund, warum sich Südkorea für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Forstwirtschaft und im Gesundheitsbereich einsetzt. Da Menschen, Tiere und die Umwelt miteinander zusammenhängen, kann die koreanische Halbinsel als eine Lebensgemeinschaft beschrieben werden, für die die innerkoreanische Kooperation lebenswichtig ist. 


Zuletzt hatten nordkoreanische Medien ebenfalls unterstrichen, wie wichtig es sei, die Wälder wiederherzustellen und das Problem der Treibhausgasemissionen anzugehen. Am 10. November zeigte die offizielle Zeitung Rodong Sinmun Fotos zu den Projekten des Landes zur Wiederbewaldung: 


Nordkorea hat zuletzt im Einklang mit globalen Trends großes Interesse an Umweltthemen gezeigt. Sozialistische Staaten haben eine Zerstörung der Umwelt erlebt, da sie nicht wirklich in ökofreundliche Projekte investierten. Nordkorea ist da keine Ausnahme. Das Regime von Kim Jong-un forderte, dass Südkorea bilaterale Vereinbarungen zur Wiederaufforstung umsetzen soll. In der gemeinsamen Pjöngjanger Erklärung von 2018 einigten sich beide Seiten darauf, die Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich und Forstwesen zu stärken. Als Süd- und Nordkorea in der Vergangenheit gut miteinander auskamen, unternahmen sie gemeinsame Anstrengungen, die Verbreitung der Kiefernnadelscheiden-Gallmücke zu verhindern, bei der es sich um einen der größten Schädlinge handelt. Nordkorea benötigt unbedingt die Forstwesen-Kooperation mit Südkorea, weil es dem Land an Technologie und Ausrüstung fehlt. 


Nordkorea begann in den 1970er Jahren damit, mehr Ackerland zu entwickeln. Während der schweren Wirtschaftskrise in den 90er Jahren fällten die Bewohner, die unter der Nahrungsmittelknappheit litten, massenweise Bäume, um Platz für Ackerland zu schaffen und Brennstoff zu haben. Die Entwaldung verschärfte sich dadurch. In den 2000er Jahren begann das Land ernsthaft mit der Wiederaufforstung. Der damalige Machthaber Kim Jong-il verkündete dafür einen ehrgeizigen Zehn-Jahresplan. Doch die Umsetzung war nicht einfach. Starke Regenfälle während des Sommers lösten oftmals Erdrutsche aus und spülten wichtigen Mutterboden weg. Unter dem jetzigen Machthaber Kim Jong-un verfolgt Nordkorea dringende Staatsprojekte zur Wiederaufforstung: 


Nordkoreas Oberste Volksversammlung verabschiedete zuletzt ein Gesetz zur Forstwirtschaft. Das Land hat den Wälderschutz und Baumpflanzprojekte als eine der politischen Errungenschaften des Machthabers gefördert. Auch wurde eine neue Abteilung für Forstwesen an der Kim Il-sung-Universität gegründet. Nordkorea baute zahlreiche Baumschulen im Land an. Die Provinzregierungen waren für die Wiederbewaldung zuständig, während die relevanten Gesetze und Strafen verschärft wurden. 


Beim siebten Kongress der Arbeiterpartei 2016 kündigte Nordkorea einen Fünf-Jahres-Entwicklungsplan an, der einen “Wiedaufforstungs-Kampf” und Projekte zum Umweltschutz umfasste. Beim achten Parteikongress im Januar dieses Jahres hieß es, es seien eine Million Hektar Land wieder bewaldet worden:

 

Nordkorea hat immer wieder die Errungenschaften bei der Wiederaufforstung gepriesen. Doch die Zahlen, die beim achten Parteikongress genannt wurden, waren zum größten Teil falsch. Selbst wenn Wälder wiederhergestellt wurden, wurden sie nicht richtig verwaltet. Daher ist es schwierig zu sagen, dass das Wiederaufforstungsprojekt ein positives Resultat gehabt hat. Es gibt Unterschiede zwischen dem, was Nordkorea sagt, und was Satellitenbildern zeigen. Ohne eine Lösung für den Holzeinschlag für den Eigenbedarf in landwirtschaftlichen Gebieten wird die Pflanzung von Bäumen nur zu einem Teufelskreis führen. Der Konflikt der Interessen zwischen dem staatlichen Wiederaufforstungsprojekt und den Bemühungen der Menschen, zu überleben, ist es schwierig, ein Resultat bei der Wiederbewaldungskampagne vorzuweisen. 


Unglücklicherweise ist auch die innerkoreanische Kooperation im Forstwesen seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Nordkorea und den USA im Februar 2019 in Hanoi zum Erliegen gekommen: 


Die Entwaldung in Nordkorea ist gravierender als wir denken. Der Bodenverlust in den Bergwäldern führt dazu, dass die Flüsse häufig übertreten. Die Wiederaufforstung ist daher ein sehr drängendes Problem für Nordkorea. Es wäre relativ einfach für Süd- und Nordkorea, im Licht der Schaffung einer innerkoreanischen Lebensgemeinschaft über nicht-politische Themen zu sprechen. 

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