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Atomstrom soll in Südkorea als umweltfreundlich eingestuft werden

#Themen der Woche l 2022-09-24

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Die Regierung hat beschlossen, die nukleare Stromerzeugung in das koreanische grüne Klassifizierungssystem, K-Taxonomie, aufzunehmen. Atomenergie würde damit offiziell als umweltverträglich eingestuft.


Die Regierung hatte zuvor bei der Präsentation der Richtlinien für die koreanische Taxonomie im vergangenen Dezember die nukleare Stromerzeugung hierfür noch nicht berücksichtigt. Nur neun Monate später hat sie ihren Standpunkt geändert.


Das Umweltministerium gab am Dienstag den geänderten Entwurf der K-Taxonomie bekannt. Darin werden der Bau und Betrieb von Reaktoren zwar nicht an sich als umweltfreundlich eingestuft, sie ermöglichten jedoch den Übergang zur Klimaneutralität. Die Entwicklung von Reaktor-Technologien wie kleinen modularen Reaktoren (SMR) und unfalltoleranten Brennstoffen (ATF) wurde den umweltfreundlichen Wirtschaftsaktivitäten zugerechnet.


In den grünen Bereich gehören grüne Wirtschaftsaktivitäten, die zur Klimaneutralität und Umweltverbesserung beitragen. Dem Transformationsbereich werden Aktivitäten zugeordnet, die streng genommen zwar nicht zu den grünen Wirtschaftsaktivitäten gehören, beim Übergang zur Klimaneutralität jedoch notwendig sind.


Aufgrund dieser Klassifizierung wurde der Bau von neuen Reaktoren sowie der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken mit abgelaufener Laufzeit in den Transformationsbereich miteinbezogen. Bedingungen hierfür sind, dass Lösungen für die Entsorgung von radioaktiven Abfällen vorhanden sind, neueste Technologien angewendet und unfalltolerante Brennstoffe genutzt werden.


Die grüne Taxonomie bezeichnet von der Regierung geschaffene Normen zur Bestimmung von umweltfreundlichen Wirtschaftsaktivitäten. Sie dienen auch als Richtlinien für die Investitionen in klimafreundliche Technologien. Banken, die sich an dem Pilotprojekt beteiligen, unterstützen Wirtschaftsaktivitäten, die als nachhaltig eingestuft sind, mit niedrig verzinsten Krediten.


Die Ansichten über die Aufnahme von Atomenergie in die grüne Taxonomie sind gemischt, die AKW-Industrie heißt diesen Schritt willkommen. Sie knüpft daran die Erwartung an Investitionen, eine zügige Entwicklung von Technologien für Reaktoren der Zukunft sowie die Ausbildung von Fachkräften. Auch für den Export von Atomkraftwerken ist grünes Licht gegeben.


Umweltorganisationen erheben hingegen heftigen Protest. Sie verweisen dabei auf das Problem der Lagerung von nuklearen Brennstoffen sowie der Entsorgung hoch radioaktiver Abfälle. Außerdem könne keine der derzeit verfügbaren Technologien schweren Unfällen garantiert vorbeugen. Sie befürchten, dass mit der Verlagerung der Energiepolitik auf die Atomkraft die erneuerbaren Energien ausgebremst werden.

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